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27 März 2024

Levada da Rouca

Jardim da Serra/Corrida - Levada da Rouca - Lombo do Merouço - Eira do Ribeiro - Lombo do Covão ou Estrebaria - Levada da Rouca - 9,5 km


Wir haben einen Ausflug nach Jardim da Serra gemacht, um zu sehen, ob die Kirschbäume bereits blühen. Obwohl es Ende März ist und der Winter mild war, blitzten nur vereinzelt weiße Blüten durch die noch kahlen Bäume. 

Also fahren wir weiter bis Corrida (nicht bis zur Boca, sondern nur bis zu den letzten Häusern). Dort quert die verrohrte Levada da Rouca die Estrada da Corrida. Die Gegend ist geprägt von der für Madeira typischen Mikro-Landwirtschaft, die das Alltagsleben der Bewohner bestimmt. Entlang der Levada Richtung Westen befinden sich winzige Felder, auf denen überall gearbeitet wird. Zwischen großen Beständen von Eselspetersilie befindet sich ein strohgedecktes Palheiro. Der Bauer erklärt uns, dass es sich zum Lagern von Feldfrüchten viel besser eignet als solche mit Blechdach, da es gut kühl und feucht hält. 





Die kleine Levada eignet sich ideal für einen Spaziergang. Da der Himmel blau ist und der Wind sich beruhigt hat, beschließen wir jedoch, bergauf Richtung Chão dos Terreiros zu gehen. Dort gibt es einen sehr schönen Weg über den Lombo do Merouço. Zunächst geht es durch den Eukalyptuswald und dann kreuzt man eine Mini-Levada. Nach einer halben Stunde (ab Levada) erreicht man die Baumgrenze. Jetzt wandern wir gemütlich mit weitem Blick, bis wir eine mit Gras überwachsene Piste mit Hydranten erreichen. Die Piste ist aufgrund von etlichen Abrutschungen nicht mehr befahrbar, aber für Wanderer eine schöne Alternative zu den höher gelegenen Schotterpisten. Wir umrunden die Ribeira das Eirinhas und machen auf der Eira do Ribeiro eine Pause. Es wäre eine zauberhafte Landschaft mit großen Kastanienbäumen und blühenden Wiesen, wenn hier nicht jedes Jahr mehrere Brände durch die Täler ziehen würden, gegen die nur noch wenige Bäume Widerstand leisten können.




ein kleines Stück unbekannte Levada


Lombo do Merouço


Unser Abstieg über den Lombo do Covão ou Estrebaria ist längst nicht so einfach wie der Aufstieg. Fast ohne Weg steigen wir über umgestürzte Bäume und durch verbrannten Ginster hindurch. Hätte ich nicht vor vier Jahren auf dem Rückweg vom Kastanienfest hier schon einmal vorbeigeschaut, würde ich nicht glauben, dass hier jemals ein Weg existierte. Der Lombo ist jedoch breit und die Vegetation wurde durch das letzte Feuer größtenteils vernichtet, wodurch wir problemlos an einer breiten Piste am Waldrand ankommen. Die Motorsägen brummen und schon bald stehen wir vor einem Kahlschlag. Da beschäftigt uns schon die Frage „warum beginnen sie mitten im Wald und nicht systematisch von der Straße her, um gegen den Eukalyptus vorzugehen? Soll das keiner sehen, was hier passiert?“




Lombo do Covão ou Estrebaria




Weiter geht es auf einer Waldpiste bis hinunter zur Levada da Rouca (nahe der Estrada Municipal da Partilha). Jetzt kommt der Spaziergang: in etlichen Schleifen windet sich der breite Weg mit Levada in der Mitte über 3,5 km durch Wald und Feld mit schönen Aussichten bis wir wieder in Corrida ankommen.








Fazit: die Levada da Rouca ist eine Empfehlung für alle, die gerne einfache Levadaspaziergänge unternehmen. Um eine Runde daraus zu machen, gibt es relativ viele Möglichkeiten, die aber alle irgendwann auf einer Schotterpiste oder im Ginsterdickicht enden. Unser Ausflug ist eher als Wanderexperiment denn als eine Empfehlung zu verstehen.


Gehzeit: 3 h


Höhendifferenz: 560 m


GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/levada-da-rouca-165108142





23 März 2024

Ponta do Sol - Levada Nova

Ponta do Sol - Lombada - Levada Nova - Tabua - und zurück - 10 km

Nach drei Tagen Sturm und Regen nutzten wir das mehrstündige Wolkenloch, um mal wieder richtig ins laufen zu kommen. In Ponta do Sol sah es nicht nur trocken, sondern sogar sonnig aus. Weil wir weder Steinschlag noch Astbruch erleben wollten, ging es heute mal sehr gemütlich auf kleinen Wegen durch den Ort und dann weiter an der unspektakulären Levada Nova Richtung Tabua. Der meist harmlose Wasserfall in der Ribeira da Caixa war heute aber mal richtig beeindruckend. Nach einem kurzen Kaffee-Stop bei einer Freundin ging's zurück, zunächst entlang der Levada, dann aber auf anderen Abstiegswegen über den Pico do Anjo.

Relikte der antiken Wassermühle in Lombada

Zuleitung zur Wassermühle aus der Levada do Moinho

Igreja da Nossa Senhora da Conceição (1720)





Levada Nova

Ribeira da Caixa






Diese netten, kleinen Wege durch die Siedlungen von Ponta do Sol, die auf keiner Karte verzeichnet sind, erschließen sich am besten durchs Streunen. Mal rechts, mal links, treppauf, treppab und fast immer entlang von Levadas, durch die Bananen- oder Zuckerrohrfelder. Schon so oft sind wir hier durch gewandert, sogar mal einen Orientierungslauf mitgemacht, und jedes mal entdecken wir Wege, die wir noch nie gegangen sind. 

Was noch zu erwähnen wäre: rund um die Kirche von Lombada herrscht völliges Chaos durch Parkplatz suchende Autos. Alle wollen im Gänsemarsch über die Levada do Moinho und die Levada Nova mit ihrem imposanten Wasserfall. Wir parken im Tal der Ribeira da Ponta do Sol hinter dem Tunnel, gehen kleine interessante Wege bergauf und nehmen die Levada Nova in die andere Richtung. Kein Stau, keine Menschenmassen, kein Gekreische - einfach schön! 


17 März 2024

Vom Pico Ruivo do Paúl zur Levada da Ribeira do Inferno

Bica da Cana - Estanquinhos - Pico Ruivo do Paúl - Levada da Ribeira do Inferno - Variante PR 17 - Bica da Cana - 13 km

Es gibt mehrere Möglichkeiten die stillgelegte Levada da Ribeira do Inferno in eine Runde einzubinden, mal mit Start in Estanquinhos, mal mit Start in Bica da Cana:

htt2022/07/levada-da-ribeira-do-inferno.html

h2021/06/casa-caramujo-ein-bisschen-klettern-und.html

Die Idee zur heutigen Wanderung war, beide Orte auf der Serra zu verbinden und zugleich einen neuen Abstieg vom Pico Ruivo do Paúl zur Levada auszuprobieren, um dem Stechginster auszuweichen, der auf der bekannten Strecke lauert.

Stechginster freie Wanderwege zwischen Bica da Cana und Estanquinhos zu finden ist derzeit unmöglich. Selbst die Pisten zwischen den Windrädern sind nur noch teilweise passierbar. Nach ein bisschen Probieren weichen wir zunächst auf die Straße aus, beziehungsweise können parallel dazu gehen, bis eine breite Piste in Richtung Estanquinhos/Fontes Ruivas abzweigt. Der kurze Aufstieg vom ersten  Wassertank durch den Wald hinauf zum Forsthaus ist zum Glück soweit freigehalten, dass wir nur die Brombeeren-Ranken mit der Schere bändigen müssen. 

hoffentlich werden die jungen Bäumchen auf der Serra  nicht von den hungrigen Kaninchen verspeist

Piste zu den Fontes Rivas

Der Weg zum Pico Ruivo do Paúl ist ebenfalls ziemlich kratzig, aber mit langer Hose gut machbar. An der Kreuzung mit dem Abstieg zur Levada gehen wir vorbei, steigen erstmal ganz zum Gipfel rauf, genießen die herrliche Aussicht und gehen danach nur ein paar Meter bergab. Der alternative Abstieg beginnt ziemlich direkt unterhalb des kleinen Miradouro. Er ist sehr steil, aber gut präpariert. Was wir von oben schon sehen konnten, erreichen wir nach kurzem Abstieg: eine kleine, freie Fläche auf der ein Strom-Mast vorgesehen war. Mit ein paar Felskraxelpassagen geht es weiter, bis wir auf den originalen Abstiegsweg treffen. Ziemlich abrupt wechselt beim weiteren Abstieg die Vegetation von Heidebusch in Lorbeerwald - es wird kühler und feuchter. Der Weg verläuft in weiten Serpentinen mit weniger Gefälle bis wir die stillgelegte Levada erreichen.

hübsche Blüten, aber undurchdringbar - der offizielle Wanderweg zu den Fontes Ruivas

Abstieg vom Pico Ruivo do Paúl

hier sollte mal ein Strom-Mast aufgestellt werden






die letzten Stufen bevor wir auf die Levada treffen

Wir gehen rechts weiter und gleich durch den ersten Tunnel. Der weitere Weg durch die Hohlgänge und drei weitere Tunnel ist  immer wieder faszinierend, wenngleich eine Wanderung in der Blütezeit der vielen endemischen Pflanzen im Juni noch viel erlebnisreicher ist. 












Nach einer Stunde entlang dieser wunderschönen, antiken Levada kreuzen wir die Ginjas-Piste. Damit haben wir den Wanderweg PR 17 erreicht und gehen rechts Richtung Casa do Caramujo. Bald verzweigt sich der Weg: der rechte ist rot-gelb markiert und führt zum Casa do Caramujo. Wir nehmen den linken als alternativen und direkten Aufstieg zur Bica da Cana. Nach einer halben Stunde treffen wir wieder auf den PR 17 und beenden die Runde auf dem offiziellen Wanderweg bis Bica da Cana.


die PR 17 Variante ...

... ist auf jeden Fall ...

... viel spannender


Fazit: eine tolle Bergwanderung ohne Wenn und Aber!

Gehzeit: 5 h

Höhendifferenz: ↘↗ 480 m