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28 Januar 2024

Rabaçal - Levada da Senhora

Ende Januar, es ist trocken, nicht allzu kalt auf der Serra, und das lädt ein mal wieder zu Erkundungen in der Rabaçal-Region ein. Trotz Touristen-Hotspot finden wir immer wieder Wege, wo wir still und einsam wandern können. Zum Glück haben auch die einheimischen Wanderer dieses wunderschöne Gebiet noch nicht aufgegeben und machen immer wieder alte Wege auf, bzw. halten sie frei von Wildwuchs. So können auch wir einige Stunden abseits der ausgetretenen Pfade sicher unterwegs sein.



Wir starten - wie meistens - an der Wandertafel zum PR 6.5. Diesmal steuern wir aber nicht auf den Pico Fernandes zu, sondern gehen über den Campo Pequeno auf einem labyrinthischen Weg hinunter zur Ribeira do Lajeado. Im Bachbett geht es von Stein zu Stein zur Madre der Levada do Lajeado. Dann kommt ein entspannter Spaziergang entlang der Levada und natürlich schauen wir wie immer in den kleinen Wasserfallkessel. Er ist mindestens genauso schön wie der der 25 Quellen. Wir taufen ihn "25 Fontes Pequenas"

Ribeira do Lajeado

Ribeira do Lajeado

Ribeira do Lajeado

Ribeira do Lajeado

kurz vor der Madre der Levada do Lajeado

unsere "kleinen 50 Quellen"

Beim großen Wasserreservoir führt ein breiter Weg bergab und verengt sich kurz bevor wir auf die Levada do Alecrim treffen. Es stellt sich als glücklicher Zufall heraus, dass wir diesen Zugang zur Levada gewählt haben, denn Richtung Madre der Levada ist der Weg gesperrt. Aber wir wollen ja sowieso in die entgegengesetzte Richtung, um den den Abstieg zur Levada da Senhora zu suchen. er soll irgendwo nahe der Levada-Treppe zu finden sein. Das, was wir dort sehen, lädt nicht wirklich zu einem Abstieg durch ein Bachbett ein. Wir gehen ein Stück zurück und entdecken einen Pfad durchs Baumheide-Unterholz in einem nur sanft abfallenden Gelände. Der Weg windet sich sehr moderat nach unten und ohne Schwierigkeiten erreichen wir die seit Jahrzehnten stillgelegte Levada.

Levada do Alecrim


Es ist immer wieder spannend, entlang der teilweise noch deutlich sichtbaren Spuren des ehemaligen Wasserkanals auf Entdeckungsreise zu gehen. Wir verfolgen die Levada bis wir auf einen sehr niedrigen, nassen Tunnel treffen. Es gibt Wegspuren um den Fels herum, durch den der Tunnel führt, doch diese verlieren sich bald unter dichtem stacheligen Bewuchs. Wir kehren um und bleiben an der Levada bis zur Kreuzung mit dem offiziellen Wanderweg PR 6.2 Richtung Rabaçal. 

Ein kurzes Stück bergab, dann verfolgen wir einen Pfad, der bald ziemlich steil zur Ribeira Grande hinunterführt. Das letzte Stück vor dem Bachbett müssten wir uns an einem Knotenseil etwa sechs Meter an einer Felswand hinunter hangeln. Auf dieses Experiment möchte ich mich heute nicht einlassen, nur um mal zu schauen, wie es dann weitergeht. Stattdessen nutzen den kleinen Fels-Miradouro für eine längere Pause, bevor wir zurück zur Levada da Senhora gehen. Dieser Teil ist uns schon vom letzten Frühling her bekannt, wir wissen also, dass es einen etwas kniffeligen Part bei der Querung der Ribeira Grande geben wird. 

Levada da Senhora


Reste des gemauerten Levadabetts






Levadatunnel - unser Umkehrpunkt

kein guter Weg durch den Wasserfall


Stichtunnel, der die alte Levada noch immer mit Wasser versorgt


Weg, der von der Levada do Alecrim herunter kommt



manchmal ist es auch ein wenig nass

oder der Weg ist ein Hindernisparcours

das Levadabett der Senhora - mal eng ...

... mal breit

Ribeira Grande

Als wir den Fels mit dem kurzen Tunnel erreichen, stellen wir erfreut fest, dass mittlerweile eine Fixseil-Hilfe angebracht wurde, um sicher ins Bachbett hinuntersteigen zu können. Noch ein paar Schritte durchs Bachbett, dann können wir auf der gegenüberliegenden Seite aufsteigen. Der Weg ist ziemlich gut freigeschnitten, so dass wir mühelos den Farnhang erreichen.

Einstieg in den kurzen Tunnel

Ausstieg mit Seilhilfe


Ribeira Grande

Ribeira Grande

Ribeira Grande

Ribeira Grande

Ribeira Grande

Farnhang unterhalb des Pico Fernandes

Im Winter ist der Weg hier total deutlich, das wird sich zum Sommer hin sehr verändern. Da klappen die Farnwedel samt Brombeerschlingen überm Kopf zusammen und man braucht dringend ein Messer oder ein Schere. Wir erreichen den Wanderweg PR 6.4 und schlagen den Rückweg über den Pico Fernandes ein. Am Ende des Tages fangen wir sogar noch ein paar Sonnenstrahlen ein, die uns wärmen gegen den frischen Wind, der über die Serra bläst.

Fazit: es braucht ein bisschen Entdeckerfreude und Abenteuerlust für diese Runde, die Wege sind für trittsichere Wanderer nicht wirklich schwierig. 

Gehzeit: 3 h 

Höhendifferenz: 200 m

GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/rabacal-159559339

Wir haben die Levada da Senhora in mehreren Etappen erkundet:

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2021/08/rabacal-neue-erkundungen.html

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2023/02/levada-da-senhora-neue-alte-wege-in-der.html

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2023/06/stille-wege-in-rabacal.html 

wer sich die Levada da Senhora in ihrer ganzen Länge ansehen möchte, wird bei den Caminheiros Anónimos fündig: Levada da Senhora

09 Januar 2024

die große Caniçal-Runde

Es zeigt sich mal wieder, dass Madeira ein winziger Fleck mitten im großen Wasser ist - das Wetter ist unvorhersehbar. Regen ist angesagt und die Sonne scheint, im Süden Wolken und Regen, im Norden Sonnenschein und am Ost- und Westzipfel alles sehr gemischt.

Wir hatten uns die Ostspitze für die erste größere Wanderung im Neuen Jahr ausgesucht und hatten alles: Sonne, Regen, Wind - und auf den Schlitterpartien bergab jede Menge Spaß. Zum Glück hatten wir den Kleiderschrank im Auto, um nach der Wanderung einigermaßen sauber zum Fisch essen ins Restaurante "o Pescador" in Caniçal zu gehen.

Start also in Caniçal, am Meer entlang - mein Knie schmerzt! Nach der Überquerung der kleinen, steinernen Brücke über die Ribeira do Natal gehts bergauf auf dem alten Walfängersteig - und das Knie gibt endlich Ruhe! Wir wandern bis fast zum Pico do Facho, weil die erste Möglichkeit eines Aufstiegs zum Pico de Nossa Senhora zugewachsen ist. Kurz vor dem Abzweig zu den Feldern und kleinen Hütten beginnt es zu nieseln. Der auffrischende Wind reißt die dichten Wolken ein bisschen auseinander und wir haben mehr oder weniger Sicht auf das breite Tal und die Bucht von Machico. Der Weg auf dem Grat über den pico de Nossa Senhora erscheint unter den wogenden Ästen viel abenteuerlicher als er eigentlich ist. Nach kurzem Zwischenabstieg nach Malhada werden mit jedem Meter Höhe die Wolken wieder dichter, der Nieselregen beständiger, bis wir nach dem höchsten Punkt, dem Pico Castanho auf der Nordseite wieder absteigen, Nun wird es zwar von oben trockener, jedoch von unten nasser. Wir können kaum noch gehen, wir schlittern nur noch, und natürlich bleiben wir nicht alle auf den Füßen. Das ist alles ziemlich lustig, bis auf die Passagen entlang der Klippen. Da möchten wir keinesfalls eine ungebremste Talfahrt machen, die Wanderstöcke werden als Bremse gegen das Rutschen eingesetzt. Nachdem die zwei kritischen Stellen überwunden sind, können wir die tollen Aussichten wieder genießen. Am Pico das Roçadas wählen wir sicherheitshalber den landseitigen kleinen Umweg, am roten Felsen schieben wir uns meerseitig entlang, obwohl der Pfad schon ziemlich wegerodiert ist. Wer weiß, wie lange man hier noch laufen kann. Caniçal kommt in Sicht, und doch geht es immer noch mal rauf und runter und wieder rauf bis wir das "Marsfeld" erreichen. Am Ende, beim Friedhof, führt die Straße einfach nur noch steil hinunter ins Fischerdorf.








































Fazit: eine tolle Runde mit phantaastischen Aussichten, allerdings nach oder während Regen nicht einfach zu gehen. Wanderstöcke sind hilfreich

GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/canical-runde-157549946