27 Juni 2023

Wasserfälle und Wassermühlen

Es ist ungewöhnlich warm auf São Miguel - nicht so heiß wie auf Madeira, - zum Glück! - aber doch so, dass wir uns für heute eine Wanderung durch ein schattiges Flusstal aussuchten. Es wird im Rother Wanderführer Azoren als "Historischer Streifzug durch ein wildromantisches Bächlein" beschrieben (Tour 24)

Wild war es, aber die Romantik hörte gleich nach dem Naturpark "Ribeira das Caldeirões" auf. 

Wir streiften also zunächst durch den hübsch angelegten Park und schauten uns die vier restaurierten Wassermühlen an, die über eine Levada betrieben wurden. Am Südausgang begann der Wanderweg, der schon etwas eher nach unserem Geschmack war. Auf einem Waldpfad tauchten wir ein in die Schlucht und schon bald mussten die ersten Baumhindernisse überwunden werden. Hier hatte nicht nur das Tief Oscar gewütet. Wir lassen uns ja nicht so schnell von unwegsamen Gelände abschrecken, aber nach der zweiten kniffeligen Bachquerung ging gar nichts mehr.  Diese Schlucht ist jedoch wirklich reizvoll, sodass wir an einer vermoosten, steinernen Brücke einen Abstieg zum Fluss entdeckten und noch ein Stück flussaufwärts weitergehen konnten.



restauriertes Wassermühlen-Ensemble in der Ribeira dos Caldeirões








der bequeme Beginn des Wanderwegs ...

... wird bald zum Trimm-dich-Pfad

... bis es irgendwann nicht mehr weitergeht

Brücke in der Ribeira dos Caldeirões





Weil wir ohnehin vorhatten, zwei Routen miteinander zu verbinden, steuerten wir also vom Park aus mit dem Auto den Verbindungspunkt zur zweiten Tour in Achadinha an. Hier tauchte dann die offizielle Sperrung des oberen Weges auf der Wandertafel auf. Etwas spät!

Bei der zweiten Tour (25 - Alminhas da Achadinha) war dann alles gut: ein schöner Weg, ein "Poço Azul", der wirklich wie eine blaue Lagune schimmerte und noch ein paar schöne Wasserfälle im Tal der Ribeira do Cachaço.

Was wir allerdings vermissten, waren die beschriebenen Ruinen ehemaliger Wassermühlen. Im Verlauf der ersten Tour waren sie nicht erreichbar, auf der zweiten Route waren sie eine Baustelle. Hier wird das kulturelle Erbe gepflegt, indem die verfallenen Reste wieder neu aufgebaut werden, ähnlich wie im Naturpark "Ribeira dos Calderões"

Das Restaurant "Poço Azul" nahe der Kirche in Achadinha können wir gut empfehlen.



der Poço Azul


Ribeira do Cachoço














São Miguel - West

Heute war tatsächlich mal kein Stiefeltag. 

Morgens entspannt nach dem Frühstück losfahren Richtung Westen, immer in Meernähe und nach Nase immer mal wieder einer kleinen Straße folgen - so ist der Plan. Das Wetter meint es wirklich gut mit uns und wir können uns wirklich treiben lassen. Die Fahrt an diesem fast wolkenlosen Sommertag durch die wunderschönen Platanenalleen ist einfach herrlich.



Die Miradouros von Capela, ehemalige Walbeobachtungsposten, locken zu einem ersten Spaziergang.





indisches Blumenrohr

Feldrittersporn

Sichelfarn


Unser zweiter Stop ist die herausgeputzte Windmühle in Bretanha. (Später werden wir noch einige weitere Mühlen sehen, aber bei fast allen existiert nur noch der Korpus. In Aktion ist keine einzige mehr.) Dort entdecken wir auch den Zugang zum ehemaligen Hafen Porto de Ajuda. Wir steigen den steilen Weg hinunter und sitzen lange ganz alleine mitten in der Gischt, die sich über die bizarren Lavabecken ergoss. 







Dann geht es weiter nach Mosteiros. Wir sind ziemlich erstaunt, dass dieses Dorf am äußersten Westend ein gut besuchter Touristenort ist. Schon interessant, dass ein paar sehr markante Felsen vor der Küste einem total abgelegenen Dorf soviel Aufmerksamkeit bescheren können. 







Die Thermen von Ferraria sind nicht minder stark besucht. Wir haben zwar die Badesachen dabei, aber keine Lust mit so vielen Leuten in der kleinen Bucht zu planschen, bloß weil dort ein bisschen heißes (stinkiges!) Wasser aus dem Meeresboden aufsteigt. Die Therme selbst ist geschlossen und sieht nach Renovierungsbedarf aus. Total interessant sind jedoch die Lavafelder mit dem niedrigen Strandflieder - übrigens die einzige Pflanze, die sich in der schwarzen, zerklüfteten Masse behaupten kann.





Strandflieder


Am frühen Abend erreichen wir dann den berühmten Krater von Sete Cidades mit dem berühmten Lagoa Azul und Lagoa Verde. Nach einem kurzen Spaziergang am Seeufer fahren wir hinauf zum Miradouro Vista do Rei  - und es stimmt: das ist wirklich der schönste Blick auf den See. 




Vista do Rei