29 April 2026

Pico do Facho - Machico

Es war MIUT (Madeira Island Ultra Trail) am letzten Wochenende. Obwohl wir daran ja nicht teilnehmen, ist jeder Trail, der auf Madeira stattfindet, eine Fundgrube für neue, noch nicht bewanderte Wege. Diesmal ist es der Abstieg vom Pico do Facho entlang der Klippe nach Machico in den Zieleinlauf. Da er auch als Trainingsstrecke für den Machico-Trail 17 km gilt, brauchen wir nur der fest installierten Beschilderung nachzugehen.



Wir starten an der Rua do Desembarcadouro und folgen der gleichnamigen Levada bis zur Klippe.Vor einigen Jahren war hier Schluss, doch nun können wir einem gut gesicherten Pfad bergauf folgen. Der Aufstieg über die Felspartien wird über Metalltreppen deutlich vereinfacht. Die Aussichten sind phantastisch.







Auf dem Miradouro des Pico do Facho ist natürlich immer ein bisschen was los, aber das können wir schnell hinter uns lassen. Ein kurzes Stück gehen wir entlang der Straße, um direkt nach der tollen geologischen Formation, wo die Frösche so herrlich quaken, rechts einen Pfad hochzusteigen. So kommen wir auf den bekannten Weg zum Pico da Nossa Senhora (gehört auch zum Machico-Trail 17km). Am höchsten Punkt nehmen wir den rechts abzweigenden Weg Richtung Osten. Bisher sind wir auf diesem Grat nur im Aufstieg gegangen, diesmal also im Abstieg nach Dregoal. Das ist bei den felsigen Abschnitten ein bisschen herausfordender, aber gut machbar. Am Ende gibt es einen Logenplatz für die Pause.










Auf breiter Piste gehen wir hinunter zur ER 214 und schauen uns am Tunneleingang noch die seltsame Freiluft-Kapelle an. An der parallel verlaufenden Levada do Caniçal könnten wir nun durch den Straßentunnel zurückgehen, wir ziehen aber den Weg über den Berg vor. Dazu müssen wir ein Stück auf der Betonpiste in den Gewerbepark, dann geht es auf schmalem Feldweg - eigentlich ist es eher ein Weg durch einen meist trockenen Bach - und dann nochmal über eine Piste weiter bergauf. An der "Kreuzung" Malhada beginnt ein gut präparierter Weg hinunter zur Levada do Caniçal. Gegen die Fließrichtung gehen wir bis zum Levadeiro-Haus und folgen ab hier wieder der Beschilderung des Machico-Trail, um über die kleine Levada und den weiten Wiesenhang hinunter nach Machico zu kommen.


die open-air-Kapelle von Caniçal

Fazit: eine abwechslungsreiche kleine Runde, die man am besten am Wochenende geht, um beim Übergang in Caniçal ungestört zu sein.

Länge: 8,5 km

Höhendifferenz: 600 m



GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/pico-do-facho-levada-do-canical-261850030

zur Beschreibung der Levada do Desembarcadouro:

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2019/05/levadas-entlang-der-ribeira-do-machico.html

19 April 2026

Wilde Wege - Bica da Cana und Paredes - Tour 14

Kurze Bergtour mit Kettenaufstieg


Die Rundwanderung am Fuße der Bica da Cana ist nicht nur sehr abwechslungsreich, sondern bietet mit der kettengesicherten Felskletterei über die Paredes auch eine besondere Herausforderung. Die auf dem Weg liegenden Ruinen der Casa do Caramujo liegen verwunschen unter hohen Bäumen. Der Wegabschnitt der stillgelegten Levada da Ribeira do Inferno zeugt von den Anfängen des Levadabaus und ist mit seinen kurzen Tunneln besonders reizvoll.


3.00 Std. ↗ 390 m ↘ 390 m


8,1 km - schwer


Die genaue Beschreibung findet ihr im Buch, deshalb gibt es hier nur ein paar aktuelle Fotos. 

Zum Zustand des PR 17: es gibt viel Baumbruch, der Weg ist aber gut machbar

Der kettengesicherte Aufstieg über die Paredes ist in gutem Zustand

Von Bica da Cana in Richtung Pináculo ist der Weg noch immer durch ein verschlossenes Tor versperrt. Weil mittlerweile der Draht in der unteren Hälfte weggeschnitten wurde, kann man den Rückweg nach dem Kettenaufstieg, wie im Buch beschrieben über den PR 17 machen. Viel schöner ist jedoch der neue Aufstiegsweg direkt zu den Balcoes. Dazu muss man auf dem PR 17 statt nach rechts nach links gehen. Nach 180 m ist der steile Aufstieg deutlich zu erkennen. 


der Wind von Afrika bringt Wärme und Sand

São Vicente - Tal

Chão das Poças - das Feuchtgebiet ist derzeit ein See

uralte, umgestürzte Baumheide

Dickblatt - Aichryson divaricatum - Ensaião - endemisch

Madeira-Goldlack - Erysimum bicolor - Goivo bicolor - endemisch

Rotkehlchen beim Casa do Caramujo

Paredes




Levada da Ribeira do Inferno

PR 17 nahe dem Casa do Caramujo



Projekt: Censo de Aves Comuns - Zählung der gewöhnlichen Vogelarten

Nachdem ich bereits im Winter an der Zählung von Zugvögeln (Projeto Arenaria) und im März an der Beobachtung und Zählung von Bussarden (Censo de Mantas) teilgenommen hatte, hatte ich mich in diesem Jahr auch erstmalig zur Zählung der gewöhnlichen Vogelarten gemeldet. Ein wenig überrraschend war, dass der Aufwand hierfür ungleich höher ist, als für die vergangenen Zählungen. Zwar ist die Artenvielfalt auf Madeira relativ gering, und deshalb konnte ich mir zutrauen die 18 Arten mithilfe von birdnet sicher bestimmen zu können. Aber es mangelte in den letzten Jahren an Freiwilligen, und so sollte ich zunächst für die ausgewiesene Route eine Lebensraumbestimmung an 20 Standorten durchführen. Das bedeutet, auf einer Strecke von ca. 40 Km die Habitate neu zu dokumentieren, um dann an einem Morgen im April (und ein zweites Mal im Mai) ab Dämmerung für etwa vier Stunden an den entsprechenden Standorten zu schauen und zu lauschen, was da singt und piept.



Außer dem Rotkehlchen waren noch folgende Vögel zu erwarten: Amsel, Mönchsgrasmücke, Canarienvogel, Mittelmeermöwe, Madeira-Buchfink, Weidensperling, Felsentaube, Türkentaube, Einfarb-Segler, Goldhähnchen, Turmfalke, Gebirgsstelze, Stieglitz, Grünfink, Wiedehopf, Wachtel, Canarenpieper.

Außer dem Weidensperling waren in dem von mir beobachteten Gebiet (siehe Karte) bei der ersten Zählung in Woche 16 alle Arten zu hören, bzw. zu sehen. Eine zahlenmäßige Auswertung wird es im Sommer auf der Seite https://spea.pt/censos/censo-aves-comuns/#relatorios geben.




Das Projekt

Die Zählung der gewöhnlichen Vogelarten (Censo de Aves Comuns - CAC) ist ein Programm zur langfristigen Überwachung gewöhnlicher Brutvögel und ihrer Lebensräume in Portugal. Es wurde 2004 von der Portugiesischen Gesellschaft für Vogelkunde (SPEA) auf dem Festland und auf Madeira ins Leben gerufen.

Da Umweltpolitik die Bewirtschaftung und Nutzung des Territoriums beeinflussen, stellt die Erstellung eines „Index der gewöhnlichen Vögel“ in Portugal nach Lebensraumtyp (landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich usw.) ein wichtiges Instrument zur Messung der Nachhaltigkeit der politischen Entscheidungen selbst im Zeitverlauf dar. Die ersten (und wichtigen) Schritte in diese Richtung wurden bereits unternommen, da der vom CAC bereitgestellte Index für gewöhnliche Vogelarten in die Nationale Strategie für nachhaltige Entwicklung 2005–2015 als einer der zu berücksichtigenden Umweltindikatoren aufgenommen wurde. 

Die Bedeutung der Zählung der Feldvögel beschränkt sich nicht auf den nationalen Rahmen, da sie in das paneuropäische Überwachungsprogramm für Feldvögel (PECBMS, https://pecbms.info/) integriert ist, das von Birdlife International und dem EBCC (European Bird Census Council) koordiniert wird. Dies bedeutet, dass die in Portugal erhobenen CAC-Daten ebenfalls jährlich zu den Populationstrends von Wildvögeln auf europäischer Ebene beitragen.

Die Hauptziele dieses Projekts sind:

1. Informationen über die Populationsschwankungen einer Vielzahl von brütenden Vogelarten in einer Vielzahl von Lebensräumen auf dem gesamten portugiesischen Staatsgebiet (Festland und autonome Regionen) zu sammeln. Um geeignete Schutzstrategien festzulegen, ist es unerlässlich zu wissen, inwieweit die Vogelpopulationen zunehmen oder abnehmen. Ihre Überwachung bietet zudem den Vorteil, als wertvoller Indikator für den Erhaltungszustand anderer Tiergruppen und der Lebensräume im Allgemeinen zu dienen.

2. Jährlicher Beitrag zum paneuropäischen Überwachungsprogramm für häufige Vogelarten (PECBM) mit Daten zu den Bestandsentwicklungen der portugiesischen Arten.

3. Das Wissen über die Biologie der Populationen gewöhnlicher Vogelarten und insbesondere über die Faktoren, die für den Rückgang einiger Arten verantwortlich sind, zu verbessern.

4. Den Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume durch die direkte Einbindung einer großen Zahl von Freiwilligen in entscheidende Vogelüberwachungsprojekte zu fördern. 


18 April 2026

Auf dem Caminho Real da Calheta

Und schon wieder hatte uns die kalte Luft gezwungen unsere Wanderung in die tieferen Lagen zu verlegen. Immerhin schien die Sonne, und auch ganz nah lässt sich immer wieder etwas Neus entdecken.

Wir starten in Estreito da Calheta auf dem Caminho Real 23 durch die Schlucht der Ribeira de São Bartolomeu. In Estrela finden wir beim Brunnen "Fonte da Senhora" den Weg zur Capela de Santo Antonio, wo immer noch das Baumaterial zur Renovierung nutzlos herumliegt. So verfällt ein Jahrhunderte altes Kleinod. Weiter entlang der Straße, am Friedhof vorbei, kommen wir zur Vereda da Casa Nova. Dort beginnt der restaurierte Caminho Real da Calheta. Er zieht sich durch die Ribeira da Calheta bis zum Lombo do Doutor. 


Brücke über die Ribeira de São Bartolomeu

Bananenplantage in der Ribeira de São Bartolomeu




Brücke in der Ribeira da Calheta



Nach überqueren der Regionalstraße führen Treppenstufen hinauf zum Caminho und dann weiter auf einer schmalen Vereda, hinter der Igreja de João Baptista herum, bis zum Lombo do Atougia. Den zugehörigen Caminho sind wir noch nie zu Fuß hinuntergegangen. Das ist ziemlich nett und abwechslungsreich bis wir zur Klippe kommen. Dort entstehen viele scheußliche Betonburgen. Direkt über der Marina von Calheta wechseln wir wieder zum Lombo do Doutor und wandern hinunter nach Calheta Vila.





das interessante Hotel "Socalco" in Calheta

zurück geht es wieder über den Caminho Real 23


Länge: 11,5 km

Höhendifferenz: 600 m

Das Tal der Ribeira da Água Negra

... gehört seit einiger Zeit zu unserem Standardprogramm, wenn wir auf der Hochebene Paúl da Serra eine schöne, nicht allzu anstrengende Rundtour machen wollen. Jetzt im April hat die Vegetation den Weg entlang der Ribeira noch nicht erobert und der Farn ist niedrig. Wasser gab es genug diesen Winter, sodass es wunderschöne Wasserfälle zu bewundern gibt.














auf dem Rückweg schauen wir hinüber zum großen Wasserfall der Ribeira da Água Negra


ER 209 - Levada do Lajeado - Ribeira da Água Negra -Vereda dos Balcões - Vereda do Pico Fernandes - ER 209

Länge: 8 km

Höhendifferenz: 340 m