Meia Legua/Ribeira Brava - Vereda do Espigão - Espigão - Levada do Norte - Eira do Mourão - 6,5 km
Es ist fast sechs Jahre her, dass wir den Treppenweg aus dem Ribeira Brava Tal in das abgelegene Nest Espigão gegangen sind. Und jedes Mal, wenn wir auf der Schnellstraße durchs Tal brausen, schaue ich ganz sehnsüchtig zu diesem bizarren Grat hinauf, auf dem sich der Weg hochwindet. Jetzt war es soweit.
Die Treppenwege sind wie eine Zeitreise in die Vergangenheit und besser als folgendes Zitat lassen sie sich kaum beschreiben:
Eine Wohltat in der Anstrengung. Eine Brutalität in der Schönheit.
Ein Luxus in der Härte vergangener Leben. Ein weiteres geschlossenes Buch, in dem die wahren Nöte vergangener Leben widerhallen.
Ein dramatischer Zauber von Geschichten, erzählt von denen, die mit widerstandsfähigen Seelen, mit starkem Bartwuchs und guten Beinen, zusammenlebten und versichern, dass auf diesen Wegen Kranke auf Tragen, Verstorbene in Särgen und Schränke auf den Schultern transportiert wurden.
Eine winzige Seite eines Buches mit rauem Inhalt. Ein Freilichtmuseum. Eine stoische und mutige Anthologie!
Felipe Teixeira
Auf dem Weg kommen wir vorbei an Höhlenwohnungen und Behausungen, die verlassen wurden, als würde man wiederkommen wollen, aber auch an bewohnten Häusern, deren beschwerlicher Zugang für die meisten von uns kaum noch möglich erscheint.
Angekommen am Miradouro do Espigão blies uns der feuchte Wind von Norden kommend durch die Glieder. Es gibt nur wenige Häuser in diesem abgelegenen Ort, einige werden renoviert, andere verfallen, sind aber immer noch bewohnt. Alte Frauen sitzen zusammen und schwatzen. Wir suchten uns schnell ein sonniges, windstilles Plätzchen für unsere Pause und hielten Ausschau: die Frage war, ob wir den Abstieg zur Levada do Norte wiederfinden und wenn ja, in welchem Zustand.
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| Blick Richtung Ribeira Brava |
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| dunkle Wolken ziehen über den Encumeada-Pass |
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| Blick auf die Levada do Norte von unserem sonnigen Rastplatz |
Der Trampelpfad entlang der bewirtschafteten Feldterrassen war noch einigermaßen erkennbar, aber die Abstiege schon etwas kritisch. Die Gelenkigkeit wurde mal wieder ziemlich auf die Probe gestellt. Und der Schlussabstieg durch die felsige Passage direkt über dem Tunnel war durch Erosion wirklich schwierig. Ohne Klettererfahrung wäre er auch gefährlich.
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| über diese bröselige Felspartie muss man herunter |
... und dann ist zu allem Überfluss fünf Meter vor der Levada eine Metallgitter-Barrikade. Direkt daneben rauscht ein kleiner Wasserfall. Eine echte Schikane!
Geschafft! am Tunneleingang der Levada stehen wir wieder auf festem Boden. Dieser Teil der Levada do Norte ist mit dem Bau des Túnel do Pedragal aufgegeben. Hier steht nun nur noch Regenwasser im Kanal, wo sich die "Entengrütze" wohl fühlt und ausbreitet. Erst ab dem Seitenausgang dieses Mega-Tunnels wird die Levada in den Sommermonaten zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen östlich von Ribeira Brava wieder befüllt.
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| Seitenausgang des Túnel do Pedragal |
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| und noch ein verschlossenes Tor. |
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| in die Ribeira do Espigão kann man noch hineinklettern ... |
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| ... und wieder heraus |
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| die Schleuse für die alte Norte |
Nach all den Hindernissen, die wir zu überwinden hatten, weil wir quasi durch den "Hintereingang" kamen, beginnt ab der Ribeira do Espigão der entspannte Gang entlang der Levada mit den wunderschönen Aussichten.
In Eira do Mourão war für uns diesmal Schluss. Unsere Freundin Elke hatte sich wieder angeboten uns als Lift zu unterstützen. Damit blieb meinen Knien, der Abstieg erspart. Stattdessen gönnten wir uns noch einen Poncha und ein bisschen Regenbogen-Theater.
Fazit: diese Wanderung lässt sich leider nicht mehr empfehlen. Zu riskant im Abstieg und in der Überwindung der Absperrungen.
vor 6 Jahren:
https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2020/07/treppenwege-im-ribeira-brava-tal-uber.html