08 März 2026

Von Jardim do Mar nach Jardim Pelado

Vom Meeresgarten (Jardim do Mar) zum kargen Garten (Jardim Pelado) zu gehen, heisst, durch eine Steilwand vom Meer auf 500 m hinaufzusteigen. Das geht eigentlich nur im Winter, denn die Sonne brennt erbarmungslos an die Felswand. Gerade deshalb haben wir uns diese Wanderung ausgesucht, denn alles andere hüllte sich in eine feuchte, windig-kalte Wolkendecke. Dass die Wanderstrecke offiziell als gesperrt gilt, konnte uns ausnahmsweise nicht beeindrucken, denn wir wussten, dass der Weg gefahrlos, wenn auch in manchen Passagen nass und grün überwuchert, und deshalb wenig komfortabel zu begehen ist. Es ist halt ein Bergweg und kein Spazierweg.










Wir beginnen unsere kleine Wanderung am Portinho von Jardim do Mar, gehen entlang der breiten Uferpromenade und schauen ganz irritiert auf die Wellenreiter, bis uns klar wird, dass das Meerwasser einige Grade wärmer ist als die Luft. Uns wird erst nach etlichen Aufstiegsmetern so warm, dass wir eine Schicht ausziehen können. 
Bis zu den letzten Feldterrassen im Hang ist der Weg gut gepflegt, danach verdient er die Bezeichnung "Percurso recomendado" wirklich nicht mehr. Warum dieser Weg (PR 20) seit Jahren so vernachlässigt wird, bleibt uns ein Rätsel, denn ausser dem Beseitigen der wuchernden Pflanzen, wären nur ein paar Felsstufen im Schilfgürtel auszubessern. Würden sich nicht immer wieder Wanderer über das Wegeverbot hinwegsetzen, wäre diese Verbindung zwischen dem Meer und den Weiden von Prazeres schon längst so verwachsen, dass man nicht mehr ohne Werkzeug durchkommen würde.

Nach ein und einer halben Stunde sind wir am Miradouro von Referta angekommen und müssen nur noch die hässliche Betonsiedlung - am besten mit geschlossenen Augen - durchqueren, bis wir  zu einem kleinen Picknick in Jardim Pelado empfangen werden. Danach geht´s - zum Glück mit dem Auto - wieder runter ans Meer.



21 Februar 2026

von Ribeira da Janela in den Fanal

Ribeira da Janela/Igreja - Levada de Baixo - Vereda da Ribeira da Janela - Pico das Varas - Cabeço da Esmoitada - Fanal - 7 km - ↗ 840 m ↘ 45 m

Den Veranstaltern von Trailrunning Events sei Dank, dass immer wieder schöne, alte Bergwege geöffnet und gepflegt werden. Nach der Veranstaltung des Porto Moniz Ultratrails konnten wir deshalb einen neuen Aufstieg von Ribeira da Janela zum Fanal erkunden. Natürlich laufen wir keine 45 km, deshalb habe ich ein bisschen gebastelt, damit es eine abwechslungsreiche Route zum Genießen wird.

Wir sind mit Hans unterwegs, haben zwei Autos und lassen eins im Fanal stehen, und mit dem anderen fahren wir hinunter nach Ribeira da Janela. Vom Parkplatz vor der Kirche gehen wir los, ein kurzes Straßenstück bergauf bis zum Abzweig der Vereda da Murteira.



Entlang der Levada de Baixo, vorbei an Feldern und Ruinen umrunden wir das Dorf. Zunächst über Betontreppen, später auf alten Steinstufen geht es ziemlich steil in den Wald hinauf.








Bei einem Zaunübertritt treffen wir auf die Vereda da Ribeira da Janela / PR 15, folgen ihr bis zur Forstpiste und gehen links weiter zur Fanalstraße / ER 209. Das ist ein sehr flaches Wegstück Richtung Pico das Varas, das gut tut, um nach dem Anstieg zu verschnaufen.


Dann beginnt der Aufstieg zum Fanal durch lichtes Baumheidegehölz, stetig ansteigend, nicht zu steil, aber - jetzt im Winter - an vielen Stellen sehr nass und matschig. Bald tauchen wir ein in den Lorbeerwald und je näher wir dem Cabeço da Esmoitada kommen, werden die Lorbeerbäume gigantischer. Das ist ganz großes Baumtheater! 





Wir werden immer stiller - diese Bäume machen uns ehrfürchtig.













Am Ende kommen wir dort an, was die meisten für den Fanal halten: auf der grünen Kuhwiese mit großen Baumsilhouettten - auch schön! Weil nun die Sonne richtig wärmt, strecken wir uns am trockenen Lagoa do Fanal noch für eine halbe Stunde aus. Wunderschöööööön!





Fazit: eine Wanderung bei der ich die Höhenmeter nicht spüre. Der Lorbeerwald spendet mehr Energie, als ich verbrauche - und mit meinen Knien gab es heute auch überhaupt keine Probleme. 



20 Februar 2026

Levada do Barreiro

Ribeira das Cales - Centro de Recepção do Parque Ecológico do Funchal - Levada do Barreiro - Poço da Neve - 6,5 km

Bei all dem Olympia-Gegucke (wobei es mir richtig in den Füßen juckt, besonders bei den alpinen Sportarten) geraten die eigenen Bergaktivitäten ganz in den Hintergrund. Aber weil unsere Wanderung so schön war, oder besser gesagt, das Wetter so herrlich war, muss ich doch noch ein paar Worte zu der Tour vom letzten Wochenende schreiben. Es ist schon ein paar Jahre her, dass wir an der Levada do Barreiro entlang gewandert sind, damals bergab, und ich erinnere mich, dass Wolken aufzogen. Am Sonntag sind wir diesmal bei schönstem Sonnenschein nur bergauf, mit einer etwas veränderten Route, weil ein Teil der Levada gesperrt ist.

Wir starteten vom Parkplatz des Centro de Recepção do Parque Ecológico do Funchal an der ER 103 und folgen dem gut ausgeschilderten Wanderweg "Ligação ao PR 4" bis zur Levada do Barreiro. Jetzt wissen wir also endlich, wo die angekündigte Sperrung beginnt. Es ist der untere Teil des PR 4, den wir mit der neuen Verbindung umgangen haben.


Was diese eigentlich recht einfache Wanderung so herrlich macht, sind die tollen Aussichten, die man bei klarem Himmel genießen kann. Es geht moderat ansteigend an der östlichen Bergflanke hoch über der Ribeira de Santa Luzia dem Pico do Areeiro entgegen. Wasserfälle, uralte Treppenwege aus dem Tal herauf, und natürlich das ständige Fließen der neben uns begleiten uns ein paar Stunden lang.











hier spielten Riesen Mikado










Wir haben das Glück, dass uns am Poço da Neve eine Freundin abholt, so bleibt mir der Abstieg erspart. Stattdessen sitzen wir gemütlich in Monte zum Kaffee trinken. Ich muss mich wohl langsam daran gewöhnen "kleinere Brötchen zu backen" 👵

GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/pr-4-poco-da-neve-251219648

Eine ausführlichere Beschreibung als Rundwanderung findet ihr hier:

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2020/10/bergwanderung-zum-pico-do-areeiro.html