07 Juni 2026

Waldwanderung an den Nordhängen von Paúl da Serra

Wieder einmal haben wir - diesmal in Begleitung von Christina - eine Runde auf Paúl da Serra mit einem neuen Weg komplettiert. Wir wollten auf der Vereda dos Paredões, die sich südlich der Riberia do Seixal dahinzieht, bis zur Vereda Nova do Fanal, unterhalb des Pico da Fajã da Lenha. Der Weg ist anspruchsvoll, es gibt einiges zu entdecken und bestaunen und wir ließen uns viel Zeit. Da war es naheliegend einen Shortcut zur Vereda Velha do Fanal zu machen. Dieser neue Weg ist zwar um einiges steiler im Aufstieg, aber durchaus gut gangbar. Damit wird das Netz der Wege auf Paúl da Serra, wo man stundenlang wandern kann ohne jemanden zu treffen, immer dichter. Ortsunkundige sollten sich jedoch für diese Touren einen Wanderführer nehmen.



Für alle, die sich solche Wege nicht zutrauen, gibt es ein paar Fotos, die die stille Schönheit dieser Wildnis zeigen.



Ginsterblüte auf der Hochebene


Felswände - Paredões - begleiten den Weg

Canyoning-Paradies in der Ribeira do Seixal






unser Pausenplatz


manchmal verschwindet der Weg unter Blütenwogen


"herausragende" Felsformationen

Aufstiegshilfe




Ribeira do Seixal und Lombo Queimado

Wegekreuzung an der Urzeira Grande

auf dem Rückweg über den Pico dos Assobiadouros

GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/vereda-dos-paradoes-268273547


01 Juni 2026

Waldwanderung unterhalb der Boca da Encumeada

Nach vielen Wochen und Monaten mit steifer und schmerzender Muskulatur, besonders in den Beinen, dachte ich schon, dass meine Zeit der Entdeckungen auf Madeira vorbei wäre, Wanderungen nur noch möglich auf Wegen, die ich kenne, möglichst nur bergauf, bloß nie bergab und nicht länger als zwei bis drei Stunden. Aber nun hat mich das Wärmewunder der letzten Tage - spät in diesem Jahr! - doch wieder aus der Erstarrung erlöst. Nach ein paar vorsichtigen längeren Touren, konnte ich ich endlich mal wieder etwas Neues wagen und meinen Pfadfindergeist richtig ausleben. Begleitet haben mich Piet und Chris.



Wir starten erstmal ganz harmlos auf dem Oma/Enkel Weg, PR 22, der rund um Chão dos Louros führt. Am Posto Florestal gehen wir noch ein Stück auf dem PR 21 weiter bergauf und suchen einen Abzweig nach links - ohne Track kaum zu finden. Nach ein paar Schritten wird der Pfad eindeutiger, aber nur weil die Baummarkierungen sehr eng gesetzt sind. Eine dicke Schicht trockenes Laub knirscht unter den Füßen und versteckt den Weg. Ohne Anstrengung, einfach nur konzentriert zwischen den Lorbeerbäumen gehen, dem Vogelgezwitscher zuhören - einfach schön. Nach einer guten halben Stunde treffen wir auf die bekannte Vereda do Rosto Branco mit ihren senkrecht aufragenden weißen Felsen. 



Baumfarne am Posto Forestal

eng gestzte Markierungen

Vereda do Rosto Branco

die weiße Felswand


Dann beginnt der Aufstieg. Die Gruppe, die diesen Weg vor einer Woche zum Encontro de Pedestrianismo gegangen war, hat hier zum Glück sehr eindeutige Spuren hinterlassen. Der steile Pfad windet sich zwischen den Felsen hinauf und, weil es viele markierte Abzweigungen gibt, müssen wir uns immer mal wieder mit dem Garmin neu verorten. Es ist schon sehr erstaunlich wie viele alte Wege in diesen nordseitigen Hängen verlaufen.








einer der seltenen Ausblicke ins São Vicente Tal


Ganz unerwartet kommt der plötzliche Ausstieg in ein blau-gelbes Farbspektakel am Barracão, dem aufgegebenen Steinbruch oberhalb der Boca da Encumeada. Immer mal wieder werden dünne Wolken über den Pass geblasen, die sich innerhalb von Minuten wieder auflösen. Der Himmel bleibt blau.



Wir gehen entlang der - für Autoverkehr - gesperrten Straße hinunter zum Encumeada-Pass und folgen dem Canal do Norte, um zu sehen, ob nach den umfangreichen Bauarbeiten alles wieder frei zugänglich ist. Ja, das Tor zum Reservoir und Druckrohr steht offen und wir können den schönen Ausblick über das Ribeira Brava-Tal genießen.

 


Canal do Norte Süd


Zurück am Pass nehmen wir für den Rückweg nach Chão dos Louros nicht den PR 22 mit seinen unangenehmen Blockbohlenstufen, sondern suchen uns einen Pfad, der etwas weiter unten von der Straße abzweigt. Auch hier gibt es wieder unzählige Wege, die es uns schwer machen die Richtung zu halten. Nach etlichen Schleifen treffen wir wieder auf den PR 22, der zum Parkplatz auf Chão dos Louros zurück führt. 


irgendwo versteckt liegt ein Weg



Fazit: sehr interessante Waldwanderung, die aber nur Menschen mit einigermaßen Ortskenntnis, gutem Orientierungssinn und Pfadfindergeist zu empfehlen ist. Es gibt keine technisch schwierigen oder riskanten Passagen.

Höhendifferenz: 440 m

GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/chao-dos-louros-boca-da-encumeada-267330939

29 April 2026

Pico do Facho - Machico

Es war MIUT (Madeira Island Ultra Trail) am letzten Wochenende. Obwohl wir daran ja nicht teilnehmen, ist jeder Trail, der auf Madeira stattfindet, eine Fundgrube für neue, noch nicht bewanderte Wege. Diesmal ist es der Abstieg vom Pico do Facho entlang der Klippe nach Machico in den Zieleinlauf. Da er auch als Trainingsstrecke für den Machico-Trail 17 km gilt, brauchen wir nur der fest installierten Beschilderung nachzugehen.



Wir starten an der Rua do Desembarcadouro und folgen der gleichnamigen Levada bis zur Klippe.Vor einigen Jahren war hier Schluss, doch nun können wir einem gut gesicherten Pfad bergauf folgen. Der Aufstieg über die Felspartien wird über Metalltreppen deutlich vereinfacht. Die Aussichten sind phantastisch.







Auf dem Miradouro des Pico do Facho ist natürlich immer ein bisschen was los, aber das können wir schnell hinter uns lassen. Ein kurzes Stück gehen wir entlang der Straße, um direkt nach der tollen geologischen Formation, wo die Frösche so herrlich quaken, rechts einen Pfad hochzusteigen. So kommen wir auf den bekannten Weg zum Pico da Nossa Senhora (gehört auch zum Machico-Trail 17km). Am höchsten Punkt nehmen wir den rechts abzweigenden Weg Richtung Osten. Bisher sind wir auf diesem Grat nur im Aufstieg gegangen, diesmal also im Abstieg nach Dregoal. Das ist bei den felsigen Abschnitten ein bisschen herausfordender, aber gut machbar. Am Ende gibt es einen Logenplatz für die Pause.










Auf breiter Piste gehen wir hinunter zur ER 214 und schauen uns am Tunneleingang noch die seltsame Freiluft-Kapelle an. An der parallel verlaufenden Levada do Caniçal könnten wir nun durch den Straßentunnel zurückgehen, wir ziehen aber den Weg über den Berg vor. Dazu müssen wir ein Stück auf der Betonpiste in den Gewerbepark, dann geht es auf schmalem Feldweg - eigentlich ist es eher ein Weg durch einen meist trockenen Bach - und dann nochmal über eine Piste weiter bergauf. An der "Kreuzung" Malhada beginnt ein gut präparierter Weg hinunter zur Levada do Caniçal. Gegen die Fließrichtung gehen wir bis zum Levadeiro-Haus und folgen ab hier wieder der Beschilderung des Machico-Trail, um über die kleine Levada und den weiten Wiesenhang hinunter nach Machico zu kommen.


die open-air-Kapelle von Caniçal

Fazit: eine abwechslungsreiche kleine Runde, die man am besten am Wochenende geht, um beim Übergang in Caniçal ungestört zu sein.

Länge: 8,5 km

Höhendifferenz: 600 m



GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/pico-do-facho-levada-do-canical-261850030

zur Beschreibung der Levada do Desembarcadouro:

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2019/05/levadas-entlang-der-ribeira-do-machico.html