19 April 2026

Wilde Wege - Bica da Cana und Paredes - Tour 14

Kurze Bergtour mit Kettenaufstieg


Die Rundwanderung am Fuße der Bica da Cana ist nicht nur sehr abwechslungsreich, sondern bietet mit der kettengesicherten Felskletterei über die Paredes auch eine besondere Herausforderung. Die auf dem Weg liegenden Ruinen der Casa do Caramujo liegen verwunschen unter hohen Bäumen. Der Wegabschnitt der stillgelegten Levada da Ribeira do Inferno zeugt von den Anfängen des Levadabaus und ist mit seinen kurzen Tunneln besonders reizvoll.


3.00 Std. ↗ 390 m ↘ 390 m


8,1 km - schwer


Die genaue Beschreibung findet ihr im Buch, deshalb gibt es hier nur ein paar aktuelle Fotos. 

Zum Zustand des PR 17: es gibt viel Baumbruch, der Weg ist aber gut machbar

Der kettengesicherte Aufstieg über die Paredes ist in gutem Zustand

Von Bica da Cana in Richtung Pináculo ist der Weg noch immer durch ein verschlossenes Tor versperrt. Weil mittlerweile der Draht in der unteren Hälfte weggeschnitten wurde, kann man den Rückweg nach dem Kettenaufstieg, wie im Buch beschrieben über den PR 17 machen. Viel schöner ist jedoch der neue Aufstiegsweg direkt zu den Balcoes. Dazu muss man auf dem PR 17 statt nach rechts nach links gehen. Nach 180 m ist der steile Aufstieg deutlich zu erkennen. 


der Wind von Afrika bringt Wärme und Sand

São Vicente - Tal

Chão das Poças - das Feuchtgebiet ist derzeit ein See

uralte, umgestürzte Baumheide

Dickblatt - Aichryson divaricatum - Ensaião - endemisch

Madeira-Goldlack - Erysimum bicolor - Goivo bicolor - endemisch

Rotkehlchen beim Casa do Caramujo

Paredes




Levada da Ribeira do Inferno

PR 17 nahe dem Casa do Caramujo



Projekt: Censo de Aves Comuns - Zählung der gewöhnlichen Vogelarten

Nachdem ich bereits im Winter an der Zählung von Zugvögeln (Projeto Arenaria) und im März an der Beobachtung und Zählung von Bussarden (Censo de Mantas) teilgenommen hatte, hatte ich mich in diesem Jahr auch erstmalig zur Zählung der gewöhnlichen Vogelarten gemeldet. Ein wenig überrraschend war, dass der Aufwand hierfür ungleich höher ist, als für die vergangenen Zählungen. Zwar ist die Artenvielfalt auf Madeira relativ gering, und deshalb konnte ich mir zutrauen die 18 Arten mithilfe von birdnet sicher bestimmen zu können. Aber es mangelte in den letzten Jahren an Freiwilligen, und so sollte ich zunächst für die ausgewiesene Route eine Lebensraumbestimmung an 20 Standorten durchführen. Das bedeutet, auf einer Strecke von ca. 40 Km die Habitate neu zu dokumentieren, um dann an einem Morgen im April (und ein zweites Mal im Mai) ab Dämmerung für etwa vier Stunden an den entsprechenden Standorten zu schauen und zu lauschen, was da singt und piept.



Außer dem Rotkehlchen waren noch folgende Vögel zu erwarten: Amsel, Mönchsgrasmücke, Canarienvogel, Mittelmeermöwe, Madeira-Buchfink, Weidensperling, Felsentaube, Türkentaube, Einfarb-Segler, Goldhähnchen, Turmfalke, Gebirgsstelze, Stieglitz, Grünfink, Wiedehopf, Wachtel, Canarenpieper.

Außer dem Weidensperling waren in dem von mir beobachteten Gebiet (siehe Karte) bei der ersten Zählung in Woche 16 alle Arten zu hören, bzw. zu sehen. Eine zahlenmäßige Auswertung wird es im Sommer auf der Seite https://spea.pt/censos/censo-aves-comuns/#relatorios geben.




Das Projekt

Die Zählung der gewöhnlichen Vogelarten (Censo de Aves Comuns - CAC) ist ein Programm zur langfristigen Überwachung gewöhnlicher Brutvögel und ihrer Lebensräume in Portugal. Es wurde 2004 von der Portugiesischen Gesellschaft für Vogelkunde (SPEA) auf dem Festland und auf Madeira ins Leben gerufen.

Da Umweltpolitik die Bewirtschaftung und Nutzung des Territoriums beeinflussen, stellt die Erstellung eines „Index der gewöhnlichen Vögel“ in Portugal nach Lebensraumtyp (landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich usw.) ein wichtiges Instrument zur Messung der Nachhaltigkeit der politischen Entscheidungen selbst im Zeitverlauf dar. Die ersten (und wichtigen) Schritte in diese Richtung wurden bereits unternommen, da der vom CAC bereitgestellte Index für gewöhnliche Vogelarten in die Nationale Strategie für nachhaltige Entwicklung 2005–2015 als einer der zu berücksichtigenden Umweltindikatoren aufgenommen wurde. 

Die Bedeutung der Zählung der Feldvögel beschränkt sich nicht auf den nationalen Rahmen, da sie in das paneuropäische Überwachungsprogramm für Feldvögel (PECBMS, https://pecbms.info/) integriert ist, das von Birdlife International und dem EBCC (European Bird Census Council) koordiniert wird. Dies bedeutet, dass die in Portugal erhobenen CAC-Daten ebenfalls jährlich zu den Populationstrends von Wildvögeln auf europäischer Ebene beitragen.

Die Hauptziele dieses Projekts sind:

1. Informationen über die Populationsschwankungen einer Vielzahl von brütenden Vogelarten in einer Vielzahl von Lebensräumen auf dem gesamten portugiesischen Staatsgebiet (Festland und autonome Regionen) zu sammeln. Um geeignete Schutzstrategien festzulegen, ist es unerlässlich zu wissen, inwieweit die Vogelpopulationen zunehmen oder abnehmen. Ihre Überwachung bietet zudem den Vorteil, als wertvoller Indikator für den Erhaltungszustand anderer Tiergruppen und der Lebensräume im Allgemeinen zu dienen.

2. Jährlicher Beitrag zum paneuropäischen Überwachungsprogramm für häufige Vogelarten (PECBM) mit Daten zu den Bestandsentwicklungen der portugiesischen Arten.

3. Das Wissen über die Biologie der Populationen gewöhnlicher Vogelarten und insbesondere über die Faktoren, die für den Rückgang einiger Arten verantwortlich sind, zu verbessern.

4. Den Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume durch die direkte Einbindung einer großen Zahl von Freiwilligen in entscheidende Vogelüberwachungsprojekte zu fördern. 


18 April 2026

Auf dem Caminho Real da Calheta

Und schon wieder hatte uns die kalte Luft gezwungen unsere Wanderung in die tieferen Lagen zu verlegen. Immerhin schien die Sonne, und auch ganz nah lässt sich immer wieder etwas Neus entdecken.

Wir starten in Estreito da Calheta auf dem Caminho Real 23 durch die Schlucht der Ribeira de São Bartolomeu. In Estrela finden wir beim Brunnen "Fonte da Senhora" den Weg zur Capela de Santo Antonio, wo immer noch das Baumaterial zur Renovierung nutzlos herumliegt. So verfällt ein Jahrhunderte altes Kleinod. Weiter entlang der Straße, am Friedhof vorbei, kommen wir zur Vereda da Casa Nova. Dort beginnt der restaurierte Caminho Real da Calheta. Er zieht sich durch die Ribeira da Calheta bis zum Lombo do Doutor. 


Brücke über die Ribeira de São Bartolomeu

Bananenplantage in der Ribeira de São Bartolomeu




Brücke in der Ribeira da Calheta



Nach überqueren der Regionalstraße führen Treppenstufen hinauf zum Caminho und dann weiter auf einer schmalen Vereda, hinter der Igreja de João Baptista herum, bis zum Lombo do Atougia. Den zugehörigen Caminho sind wir noch nie zu Fuß hinuntergegangen. Das ist ziemlich nett und abwechslungsreich bis wir zur Klippe kommen. Dort entstehen viele scheußliche Betonburgen. Direkt über der Marina von Calheta wechseln wir wieder zum Lombo do Doutor und wandern hinunter nach Calheta Vila.





das interessante Hotel "Socalco" in Calheta

zurück geht es wieder über den Caminho Real 23


Länge: 11,5 km

Höhendifferenz: 600 m

Das Tal der Ribeira da Água Negra

... gehört seit einiger Zeit zu unserem Standardprogramm, wenn wir auf der Hochebene Paúl da Serra eine schöne, nicht allzu anstrengende Rundtour machen wollen. Jetzt im April hat die Vegetation den Weg entlang der Ribeira noch nicht erobert und der Farn ist niedrig. Wasser gab es genug diesen Winter, sodass es wunderschöne Wasserfälle zu bewundern gibt.














auf dem Rückweg schauen wir hinüber zum großen Wasserfall der Ribeira da Água Negra


ER 209 - Levada do Lajeado - Ribeira da Água Negra -Vereda dos Balcões - Vereda do Pico Fernandes - ER 209

Länge: 8 km

Höhendifferenz: 340 m


29 März 2026

Im Tal der Ribeira do Porco

Fajã do Penedo - Levada das Faias - Serra de Água - Falca de Baixo - Fajã do Penedo - 8 km

Nach etlichen Wochen Sturm und Regen sind wir mal wieder im Norden, in Boaventura, wandern gewesen. Es war schon klar, dass wir auf etliche "Unwegsamkeiten" in Form von Erdrutsch, Baumbruch, etc. stoßen könnten. Und so war es dann auch. 

Der Weg von Fajã do Penedo hinauf zur Levada das Faias war gut in Ordnung und die Levada anfänglich ebenso. 




Der erste abgerutschte Hang war bereits weitestgehend bereinigt und ganz unproblematisch zu passieren. Danach ging es bis Lamaceiros sehr gemütlich weiter.









Wir gingen ein Stück über den Caminho da Levada dos Tornos bergauf, um zu inspizieren, ob der alte Verbindungsweg runter nach Quebrada noch begehbar ist. Ja, ist er., wenn auch ein bisschen durchgegrünt und stellenweise sehr nass. Er sollte öfter mal begangen werden!




Wieder an der Levada das Faias angekommen, begegnete uns nach der ersten Bachpassage ein weiterer Erdrutsch. Hier war noch nicht aufgeräumt worden, aber die Erdmassen auf dem Levadabett waren schon fest, der größte Teil des Baumbruchs lag unten im Bach. Etliche große Steine hingen noch oben, was uns veranlasste ziemlich zügig durchzugehen.






Bis zu unserem Abstieg nach Serra de Água war wieder alles bestens, sauber und frisch gemäht. Weiter nach Falca mussten wir über große Steine einer eingebrochenen Feldsteinmauern kraxeln. Und überall sprudelte das Wasser aus den Wänden.

In Falca de Baixo, wo wir immer auf einen Kaffee einkehren, zeigte uns Dona Ilda Fotos der letzten Woche, als in Falca Schnee! auf der Straße lag. 

Kein Wunder, dass unser weiterer Weg, über den Caminho da Achada Grande, gesperrt war. Hier mussten wir nun tatsächlich passen und eine etwas kürzere Alternative für den Rückweg wählen. Hinunter zur Ribeira do Porco konnten wir ohne Hindernisse die Frühlingswiesen genießen.






Fazit: eine sehr schöne, abwechslungsreiche kleine Runde - sobald alle Schäden wieder beseitigt sind





GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/faja-do-penedo-falca-256628525