23 Juni 2018

Caminho Real 23 - Tag 9

Tag 9

Porto Moniz - Portas da Vila - Achadas da Cruz - Cabo - Ponta do Pargo - 22 km

Ein wunderschöner Morgen, aber ich bin müde. Es dauert ewig bis ich mein Frühstücksmüsli gegessen habe und die Beine wollen heute nicht so richtig loslaufen.

Zum Glück ist der erste Weg des Tages wunderschön. Über den Caminho do Pico aus Porto Moniz hinaufzusteigen gleicht einer Panoramatour. Schritt für Schritt wird alles unter uns kleiner und kleiner. Dabei weitet sich der Himmel und wir schauen fasziniert in Richtung Osten unserer gelaufenen Strecke nach.

Dann folgt ein ziemlich langweiliges Stück Straße durch Santa bis Portas da Vila. Hier haben bereits die Vorbereitungen für den großen Bauernmarkt im Juli begonnen. Wir überqueren das Areal und steigen auf die Levada do Moinho ein. Die Levada verläuft mehr oder weniger parallel zur Straße, die den Caminho Real ersetzt hat.

Bis Achadas da Cruz bleiben wir auf der malerischen Levada, die mit richtig viel Wasser dahin rauscht. Nach einer Picknickpause auf der grünen Wiese und der Abholung unserer Wandermarke in einem Krämerladen, geht es auf der Straße weiter.
Es ist die ER 101, die sich in unzähligen Windungen über die Lombos und durch die Täler zieht. Anfangs ist es noch ganz reizvoll ohne nennenswerten Autoverkehr im Schatten von Eichen, Zedern und Ahornbäumen dahinzuwandern. Wir zählen die Kilometersteine am Straßenrand mit. Dann kommt endlich der Abzweig nach Cabo, der jedoch kein bisschen besser ist, weil steil und nicht enden wollend. Schlussendlich sind wir an der Capela da Nossa Senhora da Boa Morte auch dem schönen Tod ganz nah.
Wir liegen eine Viertelstunde völlig platt auf den Bänken vor der Kirche, dann sind wieder ein paar Reserven mobilisiert für die letzten fünf Kilometer.

Beim Einlaufen in Ponta do Pargo fragen uns zwei Holländerinnen, ob wir heute tatsächlich zu Fuß von Porto Moniz gekommen wären. Sie hätten uns dort gestern gesehen. Klar, wir fallen schon auf mit dem großen Rucksack.
Nach einem großen Shandy am Ortseingang und einer weiteren Wandermarke stolpern wir einfach querfeldein über die Wiesen von Ponta do Pargo bis zum Hotel "O Farol", wo wir die letzte Nacht on Tour verbringen werden.

24 km vom Ziel entfernt



22 Juni 2018

Caminho Real 23 - Tag 8

Tag 8

Seixal - Ribeira Funda - Eira da Achada - Ribeira da Janela - Porto Moniz - 18 km

Will man den Chinesen glauben, dann ist 8 eine Glückszahl. Für uns galt das heute auf jeden Fall. Nach der gestrigen Hindernistour war heute ein "Dia de Alegria"

Der Tag begann klar und sonnig. Eine gute Voraussetzung um die gefürchtete Vereda da Tranquada anzugehen. Wir laufen uns an der Küste über Ribeira da Laje ein (abweichend vom CR 23). Die folgende Estrada Antiga sieht noch wilder aus als beim letzten Mal. Außer viel Gestein tut sich mitten auf der Fahrbahn ein riesiges Loch auf. Vier Meter im Durchmesser und mindesten fünf Meter tief. Interessanterweise konnten wir durch das Loch hindurch aufs Wasser schauen. Noch ein Sturm mit hohen Wellen und die Straße ist weg. Wir sind jedenfalls froh, als wir den Tunnel, der hoch nach Ribeira Funda führt, erreicht haben. Außer Wasser kommt hier nichts von oben und nach unten ist alles fest.

Ribeira Funda bei Sonnenschein ist zauberhaft. Ein paar Häuser, blühende Gärtchen, ein paar bestellte Felder. Hier wohnen gerade noch 8 Menschen, die diesen schwer zugänglichen Ort nicht verlassen wollen.
"Es ist heiß heute" meint eine der Bewohnerinnnen, als wir unsere Wasserflaschen am Brunnen vor der Tranquada-Strecken nochmal auffüllen. Stimmt, doch für die bevorstehende Strecke ist uns Sonne lieber. Schon zweimal mussten wir die Wanderung über die Vereda da Tranquada abbrechen. Heute sollte es gelingen.
Die Strecke ist eine echte Herausforderung, sowohl mental als auch physisch.

Besonders die Querung der Bachläufe, zumal mit Gepäck. Außerdem lauern an jedem  sonnigen Abschnitt die üblichen Verdächtigen, die den Weg versperren: Farn und Brombeeren. Wir haben leider morgens nicht richtig nachgedacht und Shorts angezogen - keine gute Idee! Die Beine sind nun ziemlich zerkratzt.
Dort, wo die Vereda dos Castanheiros vom Fanal herunterkommt, ist die Anstrengung ganz plötzlich vorbei. Was folgt, ist ein Wald- und Wiesenspaziergang. Eine gute Erholung vor dem anstrengenden Abstieg nach Ribeira da Janela.
Am Meer angekommen, müssen wir wieder über die kribbeligen Strecken auf der Estrada Antiga. Die vorletzte Passage vor Porto Moniz ist ok, die letzte sieht auch passierbar aus und wir sind froh den Tunnel meiden zu können. Doch hundert Meter vor Ende versperrt ein großer Erdrutsch die Straße über etwa dreißig Meter. Nur loses Geröll, wir müssen zurück und doch den Tunnel nehmen.
Zur Belohnung winkt in Porto Moniz ein Sprung in die Piscinas Naturais. Bei fast 30 Grad Luft- und 21 Grad Wassertemperatur ist ein Bad in diesem genialen Meeresschwimmbad ein gelungener Abschluss eines phantastischen Wandertages.

Zum Übernachten sind wir mal wieder in der Jugendherberge, auch hier die einzigen Gäste. Gleich hinter der Kirche von Porto Moniz mit Meerblick. Was will man meer.

Morgen haben wir bis Ponta do Pargo zwar eine einfache Strecke, aber viele Höhenmeter vor uns.

21 Juni 2018

Caminho Real 23 - Tag 7

Der verflixte 7. Tag

Ponta Delgada - 1a, 2a, 3a Lombada - ... Ende und zurück mit dem Bus ... São Vicente - Seixal - ca. 20 km

Ponta Delgada wollte uns nicht loslassen. Zunächst fanden wir keinen Mini-Mercado um etwas zum Frühstück einzukaufen. Nach einem Papp-Käse-Brötchen irrten wir durch die Veredas, entdeckten ein paar Kleinode (darüber später mehr) und wurden unversehens in gerade eröffnetes Museum (Solar do Aposento) mit Privatführung gebeten.
Trotz des verbummelten Vormittags wollten wir an unserem Plan festhalten und den alten Weg über die Lombadas gehen. Der Aufstieg nach Primeira Lombada ist eher ein Bergpfad, der manchmal knapp am Grat entlang führt und uns natürlich wieder in den Nieselnebel bringt. Dann geht es entlang der Levada do Lombo tief ins Camisa-Tal hinein. Auf der schmalen, sehr rutschigen Levadamauer war es nicht angenehm zu gehen und wir wichen auf die Straße aus. Der Bogen über Segunda Lombada ist wieder auf einem gepflegten Caminho zu machen. In der winzigen Siedlung von Terceira Lombada schauten wir wohl ein wenig verloren aus, als wir den weiteren Weg suchten. Eine alte Frau wollte uns wieder zurückschicken, ihr Nachbar zeigte auf den versteckten Zugang zur Vereda da Quebrada. Sie schüttelte heftig den Kopf und meinte, das wäre viel zu gefährlich, er wünschte uns "boa viagem".
Wir versuchen es. Und stellen fest: es ist gefährlich! Viel zu gefährlich, um sich mit schwerem Rucksack an den bröseligen Felswänden auf fußbreitem Pfad entlang zu schieben. Also drehen wir um, steigen wieder hoch zur Siedlung, um zu erfahren, dass der nächste Bus erst in eineinhalb Stunden fährt. Man muss wissen, dass in Terceira Lombada die Welt zu Ende ist.
Wir essen unseren Notproviant und gehen zurück nach Primeira Lombada. Die einzige Bar dort hat geschlossen. Inzwischen ist es drei Uhr Nachmittag und wir sitzen immer noch oberhalb von Ponta Delgada.
Also rein in den Bus, als er endlich kommt, und gleich bis São Vicente ein Ticket gelöst, dort Essen und weiter auf der Via Expresso. Es gibt keinen Caminho Real auf dieser Strecke.
Der erste Abzweig auf die Estrada Antiga ER 102 vor dem Tunnel ist noch recht gut zu gehen. Die Reste des Caminho sehen wir nur noch bei der Überquerung der Ribeira do Inferno.
Der zweite Abzweig auf die Estrada Antiga ist prekär. Steine, Bäume und viel Wasser auf der Fahrbahn. Dann kommt der lange Tunnel. Es gibt keine Alternative, man muss knapp eineinhalb Kilometer durch den Schnellstraßentunnel.
Auf dem letzten Stück der alten Küstenstraße vor Seixal muss es vor Kurzem einen Erdrutsch gegeben haben. Wir klettern darüber, danach ist die Straße frei und sauber.
In Seixal nächtigen wir in einem Casa de Pedra muito pequena. Es ist ein winziges Steinhäuschen, das als Ferienobjekt wieder hergerichtet wurde. Sehr gemütlich.

Das war die zweite Etappe auf unserer Runde, die ich aus der Empfehlung herausnehmen würde
Morgen wandern wir nach Porto Moniz über die "berüchtigte" Vereda da Tranquada.

20 Juni 2018

Caminho Real 23 - Tag 6

Tag 6

Santana - Achada do Gramacho - Calhau de São Jorge - São Pedro - Ribeira Funda - Arco de São Jorge - Boaventura - Ponta Delgada - 20,3 km

Auf die heutige Etappe habe mich die letzten fünf Tage gefreut, nein schon viel länger: seit wir beschlossen haben den Caminho Real 23 zu laufen. Denn meine erste Begegnung mit diesem alten Weg fand vor fünf Jahren statt, an der Brücke über die Ribeira de São Jorge. Dort gibt es ein Schild mit der Aufschift "Caminho Real No. 23".
Was ist das, habe ich mich damals gefragt. So fing jedenfalls alles an, und jetzt sind wir unterwegs, und ich hoffe nur, dass meine Knie die vielen Abstiege gut mitmachen.

Der Himmel über Santana ist uns gnädig, die Unheil verkündenden Wolken ziehen ab und es bleibt erstmal trocken.
Die Strecke von Santana nach Ponta Delgada ist zu 90 Prozent alter Caminho. Es beginnt mit dem grandiosen Abstieg zum Calhau de São Jorge, geht weiter mit dem nicht weniger schönen Aufstieg nach São Pedro. Hier begegnen uns zum ersten Mal Wanderer auf unserer gesamten bisherigen Strecke. Nach einem kurzen Wegstück durch das Dorf nähern wir uns wieder einer nassen Nebelsuppe. Das bleibt auch dabei während wir auf dem Caminho de Achada durch den Wald weiterziehen bis der lange, aber wunderschöne Abstieg nach Arco de São Jorge beginnt. Durch die Nässe ist der Weg sehr rutschig und wir brauchen Zeit.

Bevor wir den spektakulären Entrosa-Küstensteig weitergehen, gibt es eine längere Pause in der Bar Arco. Die hat sich leider zur Touri-Abzocke entwickelt, schade.

Der Abstieg entlang der Steilküste hinunter zur Ribeira do Porco ist immer wieder ein tolles Erlebnis. Es wird fast noch ein wenig sonnig am späten Nachmittag und mit ein bisschen Stolz schauen wir zurück bis zur Quinta do Furão, die wir winzig klein in der Ferne noch erkennen können.

Nach dem kurzen Aufstieg nach Boaventura laufen wir ohne jeglichen Verkehr (dank des neuen Tunnels) entlang der Küstenstraße bis zum kurzen Tunnel von Ponta Delgada. Dort wartet eine schöne Überraschung: der alte Abstiegsweg ist nicht mehr gesperrt, von wucherndem Schilf befreit und gut gangbar.

Nach knapp neun Stunden erreichen wir unsere heutige Unterkunft, die Casa da Capelinha, wo ich die angestrengten Muskeln endlich mal im Swimmingpool lockern kann.
Unsere Freunde Uschi und Karl treffen uns hier zum Essen und bringen eine Tüte Wäsche für die verbleibenden vier Tage mit. Frisch geht es morgen bis Seixal.




19 Juni 2018

Caminho Real 23 - Tag 5

Tag 5

Porto da Cruz - Faial - Cortado - Santana - 14,2 km

Kein Sonnenaufgang in Porto da Cruz, sondern dicke, graue Wolken. Wir können heute nochmal trödeln und warten bis es etwas aufklart.

Die erste Etappe führt um den klotzigen Adlerfelsen herum, der zwischen Porto da Cruz und Faial thront. Der Caminho Real führt geteert bis hinauf nach Maçapez und als gepflasterter Rundstufenweg wieder hinunter bis Sítio do Moinho. Danach gehen wir an der Ribeira do Faial auf einem sehr versteckten Caminho an den Häusern  vorbei, die sich hier am Flussufer aneinder reihen. Es ist ein Jammer, was die Zementfabriken aus diesem schönen Flusstal gemacht haben. Wir versuchen es auszublenden, müssen uns aber spätestens an der Brücke den Realitäten stellen: Lärm und Verkehr.
Es gibt keine Ausweichmöglichkeit, die alte Verbindung wurde unterbrochen als die ehemals größte Brücke Madeiras, die "Ponte das Sete Bocas", 1984 einstürzte. Der Fluss ließ von der 130 m langen Bogenbrücke nur noch vier Pfeiler stehen.

Wir sind froh als wir den Caminho für den Aufstieg nach Faial wieder unter den Füßen haben. Ab der Kirche windet sich der Weg ziemlich steil hoch zum Fortim do Faial und weiter über Tojal zur alten Estrada Regional - und damit Richtung Wolken. Hier zu laufen ist fast entspannend: kaum Autos und eine ganz sanfte Steigung. Dazu die phantastischen Ausblicke. Die Küstenlinie präsentiert sich zwar nicht so fotogen, wie im Sonnenschein, doch zum Wandern ist das Wetter ideal. Außerdem haben wir heute viel Zeit zum stehenbleiben und schauen.

Bei Cortado kommen wir wieder auf den idyllischen Pflasterweg, der fast bis ins Zentrum von Santana führt.
Zum Übernachten sind wir heute in der Jugendherberge von Santana - als einzige Gäste. Es ist ein schönes Haus, direkt am Caminho Real 23 gelegen.
Wir beschließen mal die Küche zu nutzen und uns selbst zu versorgen, denn der Continente Supermarkt ist gleich gegenüber: es gibt Spaghetti mit Tomatensoße, eine Flasche Rotwein und Schokolade. Und morgen früh mal wieder ein richtiges Müsli.
Dann warten weitere 20 km bis Ponta Delgada auf uns.

Camino Real 23 - Tag 4

Tag 4
Machico - Santo António da Serra - Portela - Cruz da Guarda - Portoda Cruz - 16,8 km

Der Wind, der gestern alle Wolken vertrieb, hat über Nacht neue heran geblasen. Der Tag beginnt grau und nieselig, die Wolken hängen tief. Wir hoffen auf Wetterbesserung und schlafen noch eine Stunde länger. Die heutige Etappe ist auch ab spätem Vormittag gut zu schaffen.

Unser Weg beginnt entlang der Ribeira do Machico, und weil uns sowieso der Wind den Regen ins Gesicht hat bläst, ist es egal, ob das jetzt schön ist oder nicht. Gegenüber dem Stadion holen wir uns in der Bar "Chupa" unsere Marke fürs Wanderbüchlein. Eine liebenswerte Bar mit Mini-Mercado, die etwas größer als ein Wandschrank ist, fällt ein wenig aus der Zeit.

Wir verlassen hier das Ribeira do Machico-Tal und folgen dem Caminho Real zunächst auf kleinen Straßen, dann auf noch schmaleren Wegen hinauf in die Immer dichteren Wolken. Hätten wir keinen verlässlichen Track, wüssten wir in dieser Nebelsuppe überhaupt nicht mehr, wo es hingeht. Es ist genau das Wetter, das für das satte Grün verantwortlich ist, das uns hier umgibt. Santo da Serra eben!
Still ist es in den Tälern, die wir durchwandern. Wasserrauschen und Vogelgezwitscher - welch ein Unterschied zu den drei letzten Tagen.

Auch die Passagen auf den befahrbaren Straßen sind einsam und still. Die letzen zwei Kilometer bis Portela ziehen sich mal wieder unendlich lange dahin.
Im Restaurante do Miradouro müssen wir erstmal trocknen und essen und trinken. Zum Glück ist es warm!

Dann beginnen wir den schönen Abstieg nach Cruz da Guarda durch den Regenwald. Mystisch! Bei den ersten Häusern tauchen wir aus den Wolken heraus und können endlich die Regenponchos ablegen.

Nach einem kurzen Stück "Straße" steigen wir auf einem sehr verfallenen Caminho hinunter zur Ribeira do Juncal. Falls es mal eine Brücke gab, dann ist sie weggerissen. Über eine provisorische Leiter klettern wir die Uferböschung runter und  balancieren auf ein paar Brettern über den ersten Wasserlauf, barfuß danach durch den zweiten. Endlich  gibt es mal Abwechslung zum stoischen Gehen - ein kleines Abenteuer für die gute Laune! Und den Füßen tut die erzwungene Erfrischung vor dem letzten Steilabstieg nach Porto da Cruz auch gut. Die Pflaster auf den Fersen haben gut gehalten, die Blasen verhalten sich ruhig.

In Porto da Cruz werden wir von unserer Freundin Elke in Empfang genommen und genießen mit ihr den milden Abend am stürmischen Meer.





17 Juni 2018

Caminho Real 23 - Tag 3

Tag 3

Funchal Sé - Santa Maria Maior - São Gonçalo - Cancela - Caniço - Porto Novo - Gaula - Santa Cruz - Água de Pena - Machico - 30,2 km

Die Nacht in der Pousada de Juventude war laut.
Das Gebäude liegt sehr zentral und ist wunderschön, die Zimmer sind gut ausgestattet (wir logierten imDoppelzimmer mit eigenem Bad), aber wir hörten die ganze Nacht den Verkehrslärm der Stadt.

Ganz gegen unsere Gewohnheit sind wir früh auf den Beinen, um in der ruhigen Sonntagsfrühe die Stadt zu verlassen. Gefrühstückt wird am Largo dos Barreirinhas, dann wandern wir über die Rua do Lazareto entlang der Klippen bis São Gonçalo. Obwohl Verkehrsstraße, ist dies ein sehr schöner Spazierweg, zumindest am Sonntagmorgen.
Dann geht es weiter, mal rechts, mal links der Estrada do Aeroporto und wir sind immer wieder erstaunt, wo wir den alten Caminho plötzlich wieder unter den Füßen haben. Selbst in Cancela und in Caniço, für uns bislang no-go-areas, finden wir gut erhaltene, alte Wege auf unserer Route.

Der Abstieg zum Porto Novo ist bizarr: über uns die Autobahnbrücke, unter uns Zementfabriken, die Straße menschenleer - und zu hören ist nur Vogelgezwitscher.
Der Aufstieg geht wieder über den vor kurzem freigelegten Caminho.

Durch Gaula müssen wir wohl oder übel auf der Regionalstraße gehen. Dann windet sich der Weg runter nach Santa Cruz. Und immer wieder stört die Autobahn. Abenteuerlich geht es auch mal knapp unter durch.

Der Flughafen fordert die nächste Entscheidung: entlang der Autobahn am Meer oder nördlich der Start-und Landebahn mit auf- und Abstieg. Wir entschieden uns fürs Spotting! Zweieinhalb Kilometer Flugzeuge gucken. Am Ende der Landebahn beginnt wieder ein Teilstück des Caminho, dann geht es rauf nach Água de Pena. Meine Blasen an den Fersen machen mir ziemlich zu schaffen und brauchen kurz vor Ende nochmal eine Behandlung. Das Compeed Spezialblasenpflaster hielt keine 30 km aus und hat mehr Schaden angerichtet als geschützt. Die letzten Kilometer muss die offene Ferse mit einem normalen Heftpflaster auskommen.
Und plötzlich liegt die Bucht von Machico unter uns. Der Abstieg über den Caminho das Voltinhas ist das Sahnehäubchen dieser langen Tour und die schmerzenden Füße sind fast vergessen.
Mit unserer Ankunft ziehen Wind und Wolken auf - wir haben es geschafft!
Wie gut, dass wir mit einem Appartement im "Edifício Paz" wieder ein festes Dach über dem Kopf haben.