19 Januar 2026

Ribeira da Ponta do Sol - ein Spaziergang

Dieser Winter macht mich fertig. Wie eine Madeira-Eidechse erstarre ich in der Kälte, bis mich die wärmenden Sonnenstrahlen wieder beweglich machen. Dann aber nichts wie raus, um zumindest einen Spaziergang zu unternehmen. 

Der Fahrweg entlang der Ribeira da Ponta do Sol gehört nicht unbedingt zu meinen Favoriten. Aber mit richtig viel rauschendem Wasser im Flussbett ist er gar nicht mehr so langweilig. Besonders, wenn man zuschauen kann, wie einige Wanderer nasse Füsse bekommen beim Versuch von einem Ufer zum anderen zu gelangen. 


Wir gehen diesmal ganz brav nur am sicheren Ufer entlang, da gibt es genug zu sehen.











Die Erdpiste führt vom Ende der Straße am linken Ufer 3,5 km an der Ribeira entlang. Es ist ein bequemer Spazierweg mit leichter Steigung. Am Ende lässt sich der Fluss überqueren, um zur Levada Nova zu kommen. Zur Zeit riskiert man jedoch mindestens nasse Füße dabei. 

Wie man dabei eine interessante Runde machen kann, ist hier beschrieben:






Boaventura Trail 2026



Es könnte ein Ritual werden im Januar mit unserem Wanderfreund Hans den kleinen Boaventura Trail zu wandern. Wir waren nun also zum zweiten Mal dabei, wie im letzten Jahr genau am Tag vor dem eigentlichen Lauf, nur dass wir diesmal die Runde in die Gegenrichtung laufen. Es war wie immer toll, die Wege waren gut hergerichtet, die Stimmung hervorragend, das Wetter ganz passabel - nur meine Beine wollten nicht so gerne bergab gehen. Für mich ist es zur Zeit einfach zu kalt. Deshalb haben wir uns die letzte bergauf/bergab Schleife gespart. 


Warum ist der Entrosa Hang so braun?

Wir sehen es jetzt aus der Nähe: es war der Orkan Emilia, der alles zerrissen hat


teilweise sind die Wege sehr verwunschen


noch blüht wenig in der freien Natur


Das Baujahr dieses großen Hauses entdecken wir zum ersten Mal:  1838


die Eingangsseite war mit Blütenornamenten geschmückt


das Tal der Ribeira do Porco ist aus jedem Blickwinkel faszinierend

Levada das Faias 

eins der vielen Seitentäler, durch die unser Weg führt



zurück in Boaventura

Egal, welche Runde man wählt, im Tal der Ribeira do Porco gibt es selbst für mich nach mehr als zehn Jahren immer noch etwas Neues zu entdecken. 



GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/boaventura-ribeira-do-porco-246601707

10 Januar 2026

Jardim Botánico da Madeira

Der botanische Garten in Funchal ist für Pflanzenliebhaber ganzjährig einen Besuch wert. Und im Moment sowieso, weil die Seilbahn für einige Wochen nicht in Betrieb ist, und der Garten nur wenige Besucher hat. Was mir am besten gefällt, ist der obere Teil des Areals mit den kleinen, gepflasterten Wegen und den großen alten Bäumen, den Grotten und Wasserbecken.


Im Januar ist der Garten natürlich nicht so blütenreich, trotzdem gibt es viel zu entdecken, Exoten und Endemiten.



Syzygium aqueum - Jambo branco - Java Apfel



Calendula incana - Margaridas - Ringelblume (endemisch)


Der Garten ist ganzjährig geöffnet, täglich von 9 - 18 Uhr

Eintrittspreis: 10 Euro
Residenten haben freien Eintritt gegen Vorlage des Ausweises







09 Januar 2026

Garganta Funda - ein seltenes Naturschauspiel

Im äußersten Westen Madeiras rauscht nach den heftigen Regenfällen ein beeindruckender Wasserfall durch einen 100 m tiefen Felsschlund. Üblicherweise sehen wir hier nur ein kleines Rinnsal. Wir wollen dem schlechten Wetter etwas Positives abgewinnen und machen eine kleine, einfache Wanderung von Ponta do Pargo zur Garganta Funda. 



Dabei frage ich mich: warum üben Wasserfälle so eine große Faszination aus?

Die Antwort darauf kennt chatGPT:

Wasserfälle üben auf viele Menschen eine starke Faszination aus, weil mehrere psychologische, biologische und kulturelle Faktoren zusammenwirken:

1. Evolutionäre und biologische Gründe
Wasser ist eine grundlegende Lebensressource. In der menschlichen Evolution bedeutete fließendes Wasser Nahrung, Fruchtbarkeit und Überlebenssicherheit. Ein mächtiger Wasserfall signalisiert Überfluss und Beständigkeit, was unbewusst positive Emotionen auslöst. Zudem reagieren Menschen auf bewegte, natürliche Muster – das stetige Fließen aktiviert nachweislich beruhigende Prozesse im Gehirn.

2. Sinnliche Wirkung
Wasserfälle sprechen mehrere Sinne gleichzeitig an: das visuelle Schauspiel der Bewegung, das tiefe Rauschen, die feuchte, kühle Luft und oft auch das Glitzern des Wassers im Licht. Diese Reizkombination erzeugt ein intensives, fast immersives Erleben, das Alltagsgedanken in den Hintergrund treten lässt.

3. Kontrast von Kraft und Harmonie
Ein Wasserfall verkörpert rohe Naturgewalt, gleichzeitig aber auch Ordnung und Rhythmus. Dieser Gegensatz – zerstörerische Energie bei gleichzeitiger Schönheit – wirkt auf viele Menschen emotional stark und erzeugt Ehrfurcht (das Gefühl von „Erhabenheit“).

4. Psychologische Effekte
Studien zeigen, dass Naturphänomene wie Wasserfälle Stress reduzieren und die Aufmerksamkeit regenerieren. Das gleichmäßige Rauschen kann ähnlich wirken wie weißes Rauschen und beruhigend auf das Nervensystem wirken.

5. Kulturelle und symbolische Bedeutung
In vielen Kulturen stehen Wasserfälle für Reinigung, Erneuerung, Übergang oder spirituelle Kraft. Mythen, Kunst und Literatur verstärken diese Bedeutungszuschreibungen und prägen unsere Wahrnehmung bis heute.

6. Gefühl von Zeitlosigkeit
Wasserfälle verändern sich kaum über menschliche Zeiträume hinweg. Das Erleben von etwas scheinbar Ewigen relativiert persönliche Sorgen und vermittelt ein Gefühl von Demut und innerer Ruhe.

Zusammengefasst faszinieren Wasserfälle, weil sie grundlegende menschliche Bedürfnisse (Sicherheit, Ruhe, Sinn) ansprechen und gleichzeitig starke emotionale Reaktionen durch ihre Schönheit und Macht hervorrufen.

Das kann ich alles unterschreiben, aber die Landschaft rundherum, die Wiesen, der Fluss, die Farben, das Licht ... sind für mich mindestens ebenso sinnlich, beruhigend und spirituell kräftigend.










27 Dezember 2025

Spaziergänge im Dezember

Mal ist es das Wetter, mal die Befindlichkeit, die richtige Wanderungen vereiteln. Was soll's?! Wir genießen jeden Sonnenstrahl, auch wenn es derzeit arktisch kalt ist - jedenfalls fühlt es sich so an. Die Berge müssen warten, bis es wieder wärmer und ich wieder beinig bin.


in Jardim do Mar


im Hafen von Funchal


auf dem Caminho real von Calheta


in Ponta do Sol