15 Januar 2019

Kleine Baustellenexpedition




Eigentlich wollten wir nur Quellwasser aus den Bergen holen, doch das Wetter war mal wieder so genial, dass wir gleich die Wanderstiefel mitgenommen haben, um eine kleine Runde unter dem stahlblauen Himmel zu drehen. Neugierig waren wir auch. Welche Fortschritte machen die Rekonstruierungsarbeiten an der Levada Lombo do Mouro? Vorsichtshalber starten wir nicht an den Baufahrzeugen und dem Container, sondern "schleichen" uns von oben heran.



Casa do Abrigo do Lombo do Mouro

Start also oberhalb des Casa do Abrigo do Lombo do Mouro. An der Levada sind die Spuren eines eines kleinen Kettenfahrzeugs erkennbar, aber heute ist Sonntag und die Baustelle verlassen. Wir wandern erstmal Richtung Osten.






Welch ein Sonntagsglück! Seit Jahren schaue ich mir von oben dieses Loch in der Felswand an und möchte da einfach mal durch gehen. Endlich gibt es einen Zugang!






Wir gehen weiter hoch bis zur Passstraße ER 110 und wieder zurück, vollkommen begeistert, dass dieser Abschnitt der Levada endlich wieder hergestellt wird. Dann nehmen wir den westlichen Teil unter die Füße. Das ist erstmal nicht so richtig toll, weil wir durch Matsch und über Baustellenbretter balancieren müssen.






Aber dann: nach dem letzten Casa do Abrigo der Bauarbeiter wird es schön. So schön, dass wir gar nicht mehr aufhören wollen zu laufen. Die Levada und der Weg sind in einem top Zustand. 












Doch dieser Tag hat leider kein open end für uns und wir müssen umkehren. Das nächste Mal starten wir in Ribeira Brava oder in Furnas - mal sehen.







Fazit: im Baustellenbereich kann man zur Zeit nur sonntags gehen


 osm-mitwirkend-alternativeslibres.org/53: Baustellenende
   


  
Anfahrt


13 Januar 2019

Homem em Pé



Der steinerne Kerl im Fanal ist nicht so ganz einfach zu finden. Bei trockenem, windstillen Wetter machen wir uns auf die Suche. Dank GPS Track ist der Einstieg auf den schmalen Pfad direkt an der Fanalstraße ER 209 nicht zu verfehlen. Die Spur ist jetzt im Winter "ziemlich" deutlich (das könnte mit dem Austrieb der Farne und Brombeeren im Frühling schwieriger werden)


"ziemlich" deutlich

Ein kurzer Abstieg auf dem Grat zur Felsnase beschert schöne Ausblicke. Dann steigen wir zurück zum Abzweig in westlicher Richtung. Dieser Pfad ist schon allein dadurch erkennbar, dass links eine Felswand ist und rechts der Abgrund. Nach dem Überklettern eines recht frischen Felssturzes stehen wir recht plötzlich vor dem markanten Felsen.



Blick auf Chão da Ribeira

Blick auf Terra Chã

Felsnase

"Urwald"pfad

teils sehr abgründig


mit ein wenig Kletterei

Homem em Pé - ein Männlein steht im Walde ...

Der weitere Weg in westlicher Richtung wird immer spannender. Es geht auf und ab, bisweilen ziemlich eng an der Felswand. Die Hackspuren helfen bei der Suche nach dem richtigen Pfad.


fast verloren



und wiedergefunden




Als wir den Wanderweg PR 13 erreichen, sind wir für gute zwei Kilometer knapp zwei Stunden unterwegs gewesen. Obwohl langsam Wolken aufziehen, gehen wir noch bis zum Aussichtspunkt am Fio, machen dort eine kleine Pause und gehen über den PR 13 zum Auto zurück.


Aussichtspunkt Fio mit blick auf Chão da Ribeira


Fazit: eine kurze, sehr beeindruckende Runde, nicht anstrengend, aber keinesfalls für Gelegenheitswanderer geeignet. 

Gehzeit: 2,5 Stunden
Höhendifferenz: 200 m gesamt







11 Januar 2019

Levada dos Piornais - durch die Stadt Funchal

Sie ist eine der ältesten intakten Levadas von Madeira und seit 1562 bewässert sie Zuckerrohr- und Bananenplantagen. Bis in die 70 er Jahre des letzten Jahrhunderts erfüllte sie noch weitere Aufgaben im Stadtgebiet von Funchal. Im Winter, wenn die landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht bewässert werden mussten, wurden die Mühlsteine mehrerer Wassermühlen bewegt. Fast noch wichtiger war die Levada jedoch für die Waschplätze. 

Es ist wirklich schade, dass die Stadt Funchal nichts unternommen hat, den ethnographischen Wert dieser öffentlichen Wäschereien zu erhalten. Jahrhundertelang waren sie sowohl Anziehungspunkt als auch Arbeitsplätze. Hier wurde nicht nur die eigene Wäsche gewaschen, sondern auch die Kleidung der "feinen Städter", womit sich viele Frauen ihr tägliches Brot verdienten.

Bis zur Einführung des Leitungswassers (um 1930) sorgte die Levada dos Piornais für sauberes Wasser, das sie aus dem Tal der Ribeira dos Socorridos befördert.

Den parallel zum Flusstal verlaufenden und sehr beeindruckenden Abschnitt haben wir vor einigen Wochen besucht. 



Nun wollten wir uns gerne mal den städtischen Teil anschauen. Ohne große Erwartungen, denn Hotels und Appartement-Blöcke bestimmen die Ausblicke.
Es wurde ein überraschend schöner Spaziergang.

Los ging's am Marítimo Fussballstadion Richtung Westen durch die Stadtteile Barreiros, Ajuda, Casa Branca, Piornais, Areeiro, Papagaio Verde, Santa Rita - 5 km

Fussballstadion

Rua Levada dos Barreiros







heruntergekommener öffentlicher Waschplatz




Gründach-Appartements



öffentlicher Waschplatz






Kabelsalat



nach 5km Blick auf das Cabo Girão