09 November 2025

Zwischen den Levadas im São Vicente-Tal

Levada do Poio - Levada da Fajã do Rodrigues   -   9 km   -   ↗↘ 320 m   -   leicht

Ich bin immer noch etwas eingeschränkt beim Wandern, aber: wer rastet, der rostet! Also ziehe ich zwei Tage nach der Caniçal-Tour wieder los, und habe mit Chris eine treue Begleiterin. Nachdem es am Vortag ziemlich kräftig geregnet hat, bleiben wir weiterhin in tieferen Lagen. Die Idee ist, die Levada do Poio, beginnend in Vargem, mit der Levada da Fajã do Rodrigues zu verbinden. Welchen Aufstiegsweg wir nehmen, werden wir nach Augenschein entscheiden.




Die Levada do Poio ist eine saisonale Levada mit Madre in der Ribeira do Vargem zur Bewässerung der Felder in Feiteiras. Wir starten in Rosário, unterqueren die Schnellstraße VE 4 und beginnen ab dem Gartencenter dem aktuell trockenen Kanal zu folgen. Schöne Ausblicke über das Tal entschädigen für das durchgängige Verkehrsrauschen. 






Schön wird es, sobald wir eintauchen in die tiefere Vegetation. Bald sehen wir den sauber geputzten Aufstieg, den Caminho do Curral dos Burros, und verlassen hier die Levada. Der schöne Bergweg mündet nach einem moderaten Aufstieg in einen breiten Wirtschaftsweg. Zwei Schleifen weiter gäbe es eine weitere Levada zu erkunden, aber dafür bräuchte es den Mann mit der Machete. Sie ist in beide Richtungen sehr zugewachsen. 




Wir folgen dem Wirtschaftsweg bis zur Straße, gehen naserümpfend (vermutlich Silage für die Viehhaltung) die nächsten 200 m weiter hoch und verlassen nach einer Autoschrott-Verwertung (was sich nicht alles mitten im Wald ansiedelt!) den Fahrweg Richtung Levada da Fajã do Rodrigues. An der Levada angekommen, halten wir uns links in Fließrichtung. 





Nach Durchquerung des sehr komfortablen, aber dunklen Tunnels gehen wir weiter bis zur Wassertreppe, schauen uns noch den verschlossenen Tunneleingang in Pacinho an und steigen dann über kleine Veredas nach Vargem ab. Die ehemals verlassene, abgelegene Siedlung erlebt einen Bauboom (wie fast überall auf der Insel) und es entstehen immer mehr Ferienhäuser. Zum Glück können wir noch abseits der Straße über die alten Wege gehen.



Papaya-Staude in Blüte



Fazit: es lässt sich immer wieder was Neues entdecken!


weitere Infos zur Levada do Poio:
 






03 November 2025

Caniçal - Wandern über Flugzeugen

Levada do Caniçal - Dregual - Ilhéu - Praia do Ribeiro do Natal - 7 km

Im Frühling hatten wir den schönen Weg über den Grad des Dregual schon einmal unternommen. Da kamen wir von Süden her und es war ein sehr schwer zu findender und elend zugewachsener Pfad.

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2025/03/kleine-runde-zwischen-machico-und.html

Diesmal wählten wir den Percurso de Treino Machico, der über die Levada do Caniçal von Norden her zum Dregual führt. 

Weil meine Knie zur Zeit nicht ganz so gut mitmachen, wollten wir die Runde etwas abkürzen und stellten ein Auto ans Ende des Walfängersteigs am Praia do Ribeiro do Natal. Für den Wanderstart fuhren wir hinauf zu den Wassertanks bei Eirinha. Ein breiter Weg bringt uns bis zur Levada. Ab hier können wir den Wegweisern des genannten Trainings-Trails folgen. Wir verlassen die Levada vor dem alten Caniçal-Tunnel und gehen auf dem Wirtschaftsweg weiter hinauf zum Dregual. 


Levada do Caniçal


Die folgende Wanderung über den Grat ist nicht schwierig, an den Felspartien ist Handeinsatz aber öfter notwendig. Der Blick über Caniçal hinweg zur Halbinsel São Lourenço ist wunderschön. Die Auto- und Menschenmassen sind ja nur mit dem Fernglas erkennbar.







Wir treffen auf den Weg, der vom Pico da Senhora herunterkommt, und steigen hier wieder ab - Richtung Pico do Facho. Während unserer Wanderung sind wir immer über den Flugzeugen, die heute ihren Landeanflug im 15 Minutentakt von der Ostseite machen. Erstaunlicherweise hören wir sie überhaupt nicht, es ist eine sehr stille Wanderung.





Erfreulich: es gibt eine neue Wegführung über Ilhéu hinunter zum Walfängersteig. Wir müssen nicht mehr am Gehöft vorbei und am Feldrand entlang (was immer etwas unangenehm war, weil man über Privatgelände lief), sondern können oberhalb der Hütte und der Felder auf einem frisch gemähten Wiesenweg absteigen. 



Zurück geht es ganz entspannt auf bekanntem Weg zum Ribeiro do Natal - und anschließend mit dem Auto nach Caniçal in die Tasquinha do Pescador, um knusprige Chicharros zu essen.



Fazit: eine spannende und aussichtsreiche Tour für Wanderer, die auch gerne mal ein bisschen kraxeln

Höhendifferenz:  ↗315  ↘ 475 

GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/canical-238858079

26 Oktober 2025

Rund um Boaventura

Wir flüchten vor tiefhängenden Wolken und Regen im Süden, und schon am Ausgang des Encumeada-Straßentunnels lacht uns die Sonne entgegen. Laut Wettervorhersage haben wir bis 15 h Zeit, bevor uns der Regen auch im Norden einholen wird. Wir fahren nach Boaventura, um dort eine Wanderung entlang der Levada da Cima und Levada da Achada Grande zu machen.

Die Tour ist im Wanderbuch "Wilde Wege Madeira" ausführlich beschrieben (Tour 21).

Entgegen der Beschreibung starten wir nicht oben in Lombadinho, sondern unten am Kreisel (Ortseingang von Boaventura), für den Fall, dass wir doch früher vom Regen überrascht werden. Und so ist es dann auch: bis zu unserem Abstecher zum Geodésico auf dem Lombo do Pico do Meio Dia begleitet uns herrlicher Sonnenschein. Wir machen dort Picknick, schauen uns den Himmel im Süden an und überlegen, ob wir die Runde wie geplant weitergehen sollen, da beginnt es schon zu tröpfeln. Es ist immer gut einen Plan B im Hinterkopf zu haben: wir kürzen die Runde ab, indem wir über Pastel nach Boaventura absteigen. Der Regen ist harmlos, aber die Wege sind jetzt extrem glatt und rutschig. Vor dem letzten Stück über den gepflasterten Caminho Real 23 machen wir noch eine kurze Kaffeepause in einer kleinen Bar abseits des "Zentrums" und halten einen Schwatz mit der Dona da Casa, die sich freut Gäste zu haben. 


Blick auf Ponta Delgada

Blick auf den Pico do Arco

Levada da Cima

Levada da Cima

in der Ribeira do Moinho

in der Ribeira do Moinho

Fuchsia boliviana

in der Ribeira do Moinho

in der Ribeira do Moinho

Madre der Levada da Achada Grande

Levada da Achada Grande

Fazit: diese abwechslungsreiche Runde kann man in jeder Jahreszeit immer wieder gehen

Wegstrecke: 9 km (11,8 km im Original)

Höhendifferenz: ↗↘ 370 m (520 m im Original)




Parque Ecológico do Funchal

Um dem Wolkengrau zu entfliehen, musste man in der letzten Woche hoch hinauf. Ab 1000 m +/- war der Himmel blau. Nach einer längeren Wanderpause begannen wir ganz sachte mit einer Runde durch den ökologischen Park oberhalb von Funchal. Seit unserem letzten Besuch vor vier Jahren hat sich doch einiges verändert. Wie überall gibt es ein Parkplatzproblem auch an der ER 103. Verständlich, denn mittlerweile sind dort oben Ferienchalets und eine Hütte zur Einkehr. Waren wir damals noch alleine auf dem PR3 unterwegs, so kommen uns nun jede Menge Leute von oben her entgegen. Wir vermuten, sie fahren mit dem Bus zum Pico do Areeiro und steigen dann über den Wanderweg ab. Nicht alle sehen glücklich aus, obwohl der Weg in einem wirklich guten Zustand ist.



Kurz vor dem Casa do Burro biegen wir nach links ab, es reicht mit dem "Gegenverkehr"! Auf den Wegen, die kreuz und quer den Parque Ecológico durchziehen, sind wir nun wieder alleine unterwegs. Allerdings haben wir eine Menge summender Begleiter: Wespen! Deshalb meiden wir die schmalen Pfade, die ja unweigerlich durchs Ginstergestrüpp führen, und bleiben auf den breiten Wegen - bergab ist das garnicht so unangenehm. 









Fazit: eine schöne Runde zum Genießen und durch die Bäume schauen

Wegstrecke: 6,5 km

Höhendifferenz: ↗↘ 350 m



Levada da Senhora - wo Rabaçal noch wirklich schön ist

Wenn wir nur mal eine kleine Runde nicht weit von zuhause drehen wollen, dann lockt natürlich Rabaçal. Um Himmels willen - werden viele denken, die die Massen von Menschen und die verdreckten Wege in den letzten Jahren dort erlebt haben. Aber es gibt eben auch noch viele versteckte Wege, wie beispielsweise die stillgelegte Levada da Senhora, wo wir alleine unterwegs sein können und von den Tausenden von Touristen allenfalls mal Stimmen hören. 

Eine kurze Wanderung beginnen wir am Parkplatz Caldeira, steigen von dort über den Zickzack-Weg (PR 6.7) hinauf zum Speicherbecken. Im oberen Bereich ist der Wanderweg sehr mit Stechginster zugewachsen. Die Pflege der offiziellen Wanderwege lässt sehr zu wünschen übrig. Wir weichen aus auf die Trasse des Druckrohrs, wo regelmäßig gemäht wird. An der Straße angekommen, bahnen wir uns einen Weg durch die wild parkenden Autos, reihen wir uns für 300 m in die Menschenkolonne ein und tauchen dann naserümpfend ab in unseren versteckten Weg, der auf den ersten Metern als open-air-Toilette missbraucht wird. Danach ist es nur noch schön, vorausgesetzt man liebt wilde Wege.

Über den Pico Gordo wandern wir auf einem aufgegebenen Fahrweg zurück zum Parkplatz.










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Eine zweite Variante, die besser im Winter zu begehen ist, beginnt an der ER 209 (Wandertafel PR 6.5). Über die alte Trasse der ER 105 kommt man zur Madre der Levada do Lajeado. Sie wird auch nur spärlich begangen. Vom großen Speicherbecken führt ein Weg hinunter zur Levada do Alecrim und weiter zum Lagoa do Vento (PR 6.3) Dieses kurze Wegstück ist leider wieder zum Grausen, lässt sich aber nicht vermeiden. Dort, wo das noch gut sichtbare Levadabett den Weg kreuzt, können wir zum Glück ohne den ganzen Trubel weitergehen. Bei den matschigen Stellen oder spätestens beim Felsdurchbruch in der Ribeira Grande kehren alle Touristen um. Das ist auch gut so, denn für den weiteren Weg braucht man im Sommer ein Gertel, um sich den Weg durch das wuchernde Brombeergestrüpp freizuhacken. 

Zurück geht es dann über den Pico do Fernandes auf dem  PR 6.5