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29 März 2026

Im Tal der Ribeira do Porco

Fajã do Penedo - Levada das Faias - Serra de Água - Falca de Baixo - Fajã do Penedo - 8 km

Nach etlichen Wochen Sturm und Regen sind wir mal wieder im Norden, in Boaventura, wandern gewesen. Es war schon klar, dass wir auf etliche "Unwegsamkeiten" in Form von Erdrutsch, Baumbruch, etc. stoßen könnten. Und so war es dann auch. 

Der Weg von Fajã do Penedo hinauf zur Levada das Faias war gut in Ordnung und die Levada anfänglich ebenso. 




Der erste abgerutschte Hang war bereits weitestgehend bereinigt und ganz unproblematisch zu passieren. Danach ging es bis Lamaceiros sehr gemütlich weiter.









Wir gingen ein Stück über den Caminho da Levada dos Tornos bergauf, um zu inspizieren, ob der alte Verbindungsweg runter nach Quebrada noch begehbar ist. Ja, ist er., wenn auch ein bisschen durchgegrünt und stellenweise sehr nass. Er sollte öfter mal begangen werden!




Wieder an der Levada das Faias angekommen, begegnete uns nach der ersten Bachpassage ein weiterer Erdrutsch. Hier war noch nicht aufgeräumt worden, aber die Erdmassen auf dem Levadabett waren schon fest, der größte Teil des Baumbruchs lag unten im Bach. Etliche große Steine hingen noch oben, was uns veranlasste ziemlich zügig durchzugehen.






Bis zu unserem Abstieg nach Serra de Água war wieder alles bestens, sauber und frisch gemäht. Weiter nach Falca mussten wir über große Steine einer eingebrochenen Feldsteinmauern kraxeln. Und überall sprudelte das Wasser aus den Wänden.

In Falca de Baixo, wo wir immer auf einen Kaffee einkehren, zeigte uns Dona Ilda Fotos der letzten Woche, als in Falca Schnee! auf der Straße lag. 

Kein Wunder, dass unser weiterer Weg, über den Caminho da Achada Grande, gesperrt war. Hier mussten wir nun tatsächlich passen und eine etwas kürzere Alternative für den Rückweg wählen. Hinunter zur Ribeira do Porco konnten wir ohne Hindernisse die Frühlingswiesen genießen.






Fazit: eine sehr schöne, abwechslungsreiche kleine Runde - sobald alle Schäden wieder beseitigt sind





GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/faja-do-penedo-falca-256628525











05 Februar 2024

Boca da Lapinha/Boaventura

Boaventura/Pastel - Ribeira do Moinho - Boca da Lapinha - Achada da Madeira - Lombo do Urzal - Ribeira do Porco - Falca - Achada Grande - Levada da Achada Grande - 14,6 km


Sommer im Februar? So fühlt es sich an. Fast wolkenloser Himmel inselweit, Temperaturen über 20 Grad. Da fällt es fast schwer sich zu entscheiden, wo wir wandern wollen. Boaventura ist immer eine gute Entscheidung bei gutem Wetter. Den Aufstieg zur Boca da Lapinha haben wir schon lange nicht mehr gemacht und der Weg durch die Ribeira do Moinho ist so schön, dass er mich jedesmal beglückt - egal, ob bergauf oder bergab.

Also starten wir im Ortsteil Pastel, tanken auf diesem Weg hoch zur Madre der Levada da Achada Grande ganz viel Energie und bleiben so lange es geht im Bachbett der Ribeira. Dann steigen wir aus auf den guten Bergweg. Die rechts abzweigenden Wege schauen wir uns heute nur kurz an - keine Experimente solange mein Knie zickt!






Auf dem Höhenrücken des Pico do Meio Dia angekommen haben wir kurz einen Blick ins Tal der Ribeira do Porco auf Falca do Baixo. Dann gehts nochmal ein Stück bergab, bevor wir zur Boca da Lapinha aufsteigen. Es ist kein Gipfel, und trotzdem haben wir einen genialen Rundblick auf all die Berge und Aufstiege, die wir schon bewältigt haben. Heute ist einfach nur Genuss auf guten Wegen.



Der Abstieg nach Achada da Madeira ist zwar steil, aber gut gepflegt, denn im Dezember und Januar fanden zwei Trailrun-Events auf diesen Wegen statt. Der große Erdrutsch vom vorletzten Winter ist schon wieder begrünt, der Eukalyptus (der hier eigentlich garnicht wachsen sollte) duftet, und die Kastanien beginnen schon zu treiben - Frühlingsstimmung! 







Von Achada da Madeira nach Lombo do Urzal sind ein paar der alten Häuser wieder hergerichtet - Quintinhas dos Avós - sehr idyllisch. Für den weiteren Weg entscheiden wir uns auf dem Caminho Real 27 entlang der Ribeira do Porco bis Falca zu gehen. Zum einen ist dieser Weg viel schöner als die verkrautete Levada und zum anderen lockt die Bar in Falca de Baixo für einen Kaffee. Dafür nehmen wir noch ein paar Höhenmeter mehr in Kauf.



Nach der Einkehr geht es dann hoch zur Levada da Achada Grande. Ab Tanque ist der Weg an der im Winter trockenen Levada in gutem Zustand. Das Felsentor ist im Nachmittagslicht ganz besonders schön. Für den Abstieg zurück nach Pastel nutzen wir den uns bekannten Shortcut. Der Weg über den Grat ist zwar erkennbar, wächst aber allmählich wieder zu, und sollte nur gegangen werden, wenn man sich auskennt.









Fazit: für trittsichere, konditionsstarke, schwindelfreie Wanderer eine Genussrunde 

Gehzeit: 5 h

Höhendifferenz: ↗↘ 920 m

GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/boca-da-lapinha-160369262

08 Oktober 2023

Vereda do Bailante



Auf den Geschmack gekommen und die Gelegenheit beim Schopf gepackt: die caminheiros kündigten eine „caminhada do ano“ an, und das sollte die Vereda do Bailante sein. Ein Weg, der aus dem Tal der Ribeira do Porco heraus, 40 Jahre im Dornröschenschlaf verschwand, jetzt aber wieder freigelegt wurde. Für mich war es sicher die Wanderung des Jahres, Noch nie hatte ich eine solche Herausforderung. Die technischen Schwierigkeiten des Aufstiegs sind eine Sache, aber die Höhenmeter! Steile 1100 m gehen erst in die Beine, solange es durch den Wald hochgeht, und im oberen Drittel sind die Arme dran, wenn es gilt, sich an den Baumheiden hoch zu hangeln oder sich an den Knotenseilen am Fels hinauf zu ziehen. Also am schwierigsten wird es, wenn man schon müde ist.

Nach der letzten Kletterpartie bin ich ziemlich am Limit. Dann noch ein paar harmlose Höhenmeter und es ist geschafft. Es hat mich so sehr angestrengt, dass ich während der Pause nicht mal in mein Brot beißen konnte. Wer mich kennt, weiß, dass das so gut wie nie passiert. Man könnte ja vermuten, dass es am Alter liegt, Ich glaube eher es lag an der Hitze. 😜

Die Pause machen wir am also etwas unterhalb des Pico Canário. Dann beginnt der lange Abstieg über den Höhenweg Richtung Ribeira Funda. Damit es nicht langweilig wird, schlagen wir immer wieder kleine Wege rechts und links davon ein. So vermeiden wir auch die Piste, auf die Quat und Jeeps Richtung Boca das Voltas hinauf brettern. 

Ohne technische Schwierigkeiten auf dem Weg wird der Turbo eingeschaltet und quasi im Laufschritt gehts bergab. Das ist etwas, was ich garnicht mag an den Gruppenwanderungen. Aber andererseits könnte ich diesen Aufstieg nicht ohne einheimische Begleitung machen. Zwei der drei herausforderde Felskraxeleien haben keine fixe Aufstiegshilfe, d.h. das Seil wird angebracht und wieder eingezogen - und ohne Seil wäre es sozusagen Free Solo.


kleine Viehtränke


Saharastaub "vernebelt" die Sicht

Blick auf Falca

die Levada dos Tornos ist erreicht


die Levada dos Tornos ist auf der anderen Schluchtseite zu sehen

und immer wieder tolle Tiefblicke



über dem Tal der Ribeira do Porco thront die Bergkette und die Boca das Torrinhas

die letzten Lorbeerbäume bevor es felsig wird

die Quelle ist nur noch ein winziges Rinnsal




der Chaminé von oben

der letzte Miradouro vor dem Schlussanstieg



Die Geschichte hinter dem Bericht:
Wie alle anderen Aufstiege im Norden Madeiras wurde auch die Vereda do Bailante Jahrhunderte lang von Brennholzsammlern und Ziegenhirten genutzt. Als Mitte des letzten Jahrhunderts mit dem Bau der Levada dos Tornos begonnen wurde, war der untere Teil des Weges einer der Zugänge für Arbeiter und deren Kinder!!! von Falca, die ihnen das Mittagessen brachten.