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10 November 2024

einfache Wanderung im Südwesten

Estreito da Calheta - Prazeres - Maloeira - Raposeira - São João

Der Himmel ist grau und wir sind sehr unentschlossen, wo wir wandern wollen. Die Levada Nova, 200 m über unserem Haus bietet sich bei solchen Gelegenheiten am besten an. Aber weil sie nicht sehr eindrucksvoll ist - besonders im November - braucht es ein attraktives Ziel. Also reservieren wir im Sunshine Pub in Raposeira einen Tisch, wo wir uns mit einer Freundin treffen wollen, und gehen direkt los. Es ist schon Nachmittag und, um anzukommen bevor es dunkel wird, sind wir mal ein bisschen schneller unterwegs als üblich. 

Auf den Veredas geht es zunächst hinauf zur Levada. Ein paar Kilometer ziehen sich die Schleifen, dann sind wir in Prazeres. Wir bleiben noch bis Maloeira an der Levada, und bevor diese sich wieder in den Wald windet, gehen wir erst links, dann rechts bergab auf den schön restaurierten alten Kirchenweg nach Raposeira. Weiter auf der Travessa da Escola Velha erreichen wir den ebenfalls restaurierten Weg, der nach Fajã de Ovelha führt. Diese Caminhos sind gerade erst fertiggestellt und rechts und links davon sieht es noch ein bisschen nüchtern aus. Das wird sich aber in den nächsten Monaten begrünen.
Am Ende könnten wir wieder auf die Levada Nova für den Rest des Weges bis São João, nehmen aber lieber die Regionalstraße, damit uns die Freundin für den letzten Kilometer noch mit ins Auto nehmen kann. 

Belohnt werden die 15 km mit einem Glas Wein und einem sehr guten Essen.

Levada Nova


Ribeira da Cova




wie schön, dass der große Lorbeerbaum, ein echtes Relikt in dieser Gegend, den Brand im letzten Herbst überlebt hat.



Ribeira das Galinhas



Fazit: eine leichte Wanderung für Schlechtwettertage mit schönen Aussichten auf den alten restaurierten Caminhos






27 April 2024

Wandern in der Nachbarschaft

... an einem sonnig-nieseligen Wochenende. Von Estreito da Calheta auf dem Caminho Real 23 nach Prazeres. Weiter auf der Levada Nova bis Maloeira - kleine Pause in der Bar "O Moinho" - und Abstieg in die Ribeira Seca. Aufstieg auf dem Caminho Real nach Lombo da Rocha und über Jardim Pelado in die Ribeira Funda. Zurück in Estreito da Calheta erwartet uns ein Regenbogen. 






















Fazit: 15 abwechslungsreiche Kilometer in unserer Nachbarschaft!

21 August 2023

Eine botanische Exkursion ...

... im August im Südwesten Madeiras, wo es im Sommer wochenlang nicht regnet, verspricht nicht den großen Blütenrausch. Zu entdecken gibt es jedoch trotzdem eine ganze Menge, besonders wenn man mit einer Expertin unterwegs ist. Die bekannte Botanik-Professorin Susana Fontinha hatte eine Exkursion im Naturschutzgebiet "Parque Natural do Paúl do Mar" angeboten, zu welchem auch der Caminho Real 23 oder Caminho Real do Paúl do Mar gehört. ihre Spezialität sind natürlich die endemischen und heimischen Pflanzen, von denen es in den Steilhängen der Ribeira Seca sehr viele gibt - man muss nur wissen, wie sie aussehen. Getreu dem Motto: man sieht nur, was man kennt.

So konnte unsere kleine Gruppe (9 botanisch Interessierte) mehrere Exemplare eines eher seltenen endemischen Baums entdecken, der auf den ersten Blick zur Gruppe der Lorbeerbäume zu gehören scheint. Es ist jedoch eine völlig andere Spezies und gehört zu den Sapotengewächsen, auch als Breiapfelgewächse bezeichnet: Sideroxylon mirmulans - Marmulano.


Sideroxylon mirmulans - Marmulano


Die Bäume stehen kurz vor dem Eingang zum kleinen Tunnel in die Ribeira Seca. Falls sich jemand schon mal gefragt hat, warum man dort sofort von zig Eidechsen überfallen wird, sobald man vor dem Tunnel stehen bleibt, ist die Antwort: es leben Hunderte dieser Tierchen in diesen Bäumen.

Auf unserem Weg von Prazeres hinunter nach Paúl do Mar ließen sich noch zahlreiche Besonderheiten der Pflanzen entdecken, die uns nicht nur verzaubern, sondern für das Gleichgewicht der Ökosysteme und das Überleben der menschlichen Spezies von grundlegender Bedeutung sind. In Anpassungsfähigkeit und daraus entwickelten Überlebensstrategien sind uns Pflanzen auf jeden Fall weit voraus. Wir können viel von ihnen lernen, wie man beispielsweise mit Wassermangel umgeht.

der Tüpfelfarn - Polypodium macaronesium - wartet nur auf ein kleines Nass, um sich wieder zu entfalten

Sämlinge der Weidenartigen Kugelblume - Globularia salicina - siedeln sich in Felsspalten an


auch zahlreiche Moose - Bryophyten - können in extremer Trockenheit überleben

Hungerkünstler oder Wasserspeicher? - Klebaeonium - Aeonium glutinosum

die Ringelblume - Calendula madeirense - schützt sich mit einem Wachsfilm gegen Verdunstung

das Meeres-Leimkraut - Silene uniflora - besiedelt Rutschhänge

Christusauge - Tolpis succulenta

Gänsedistel, im trockenen Süden macht sie sich klein - Sonchus ustulatus

Meerkohl - Crambe fruticoso

Fischfangwolsmilch - Euphorbia piscatoria

noch ein Hungerkünstler - Madeira-Mauerpfeffer - Sedum nudum

sehr selten: gelber Jasmin - Jasminum odoratissimum

Madeira-Steinbrech - Saxifraga maderensis - ist eigentlich in höheren Lagen zuhause

und dem Lorbeer genügen schon ein paar nebelfeuchte Nächte, um auch im heißen August mit frischem Grün auszutreiben


Natürlich gibt es noch viel mehr Spezialisten zu entdecken, wie z.B den madeirensischen Olivenbaum, den Madeira-Sorbenstrauch, den Madeira-Blaustern (nur im Winter!), die sehr seltene Schmerwurz (war jetzt leider fast nur noch "Papier").  Der Weg - am besten bergab - lohnt sich also zu jeder Jahreszeit. 




Viele Fotos der endemischen Pflanzen Madeiras findet ihr mittlerweile auch auf https://madeira.flora-on.pt/#/1madeira

Wer sich für eine dieser Exkursionen, die regelmäßig angeboten werden interessiert, schaut einfach mal auf die Facebook-Seite von: querida natureza