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07 September 2026

Larano und die Serra das Funduras

Porto da Cruz/Maiata - Levada da Portela - Vereda das Funduras - Degolada - Larano



Wir waren lange nicht mehr in der Serra das Funduras zwischen Porto da Cruz und Machico unterwegs. Und weil es in Machico vormittags ganz unerwartet regnete, versuchten wir es von Porto da Cruz aus. Dort war es zwar bewölkt, aber trocken, und während wir noch einen Kaffee tranken, lichteten sich auch die Wolken in den Bergen. Wir fuhren noch ein Stück den Caminho do Maiato hinauf, und starteten über den Caminho do Mostardal hinein in die Ribeira do Seixo. Leider versperrte uns bald ein Erdrutsch nebst umgestürzter Bäume und viel wildem, stacheligen Gewucher den Weg. Während wir noch etwas unschlüssig in einem Weinhang herumstanden, hörten wir jemanden rufen. Es galt uns. Der Besitzer des Weinhangs wollte uns ein paar reife Trauben schenken und fragte, wohin wir wollten. Wir erklärten den geplanten Weg und er bot sich an, erstmal zu schauen, ob der Rutsch zu umgehen wäre. Wir warteten also, Trauben essend, bis er wieder auftauchte, und uns dringend davon abriet es zu versuchen. Da er mit seiner Arbeit fertig war und auch zurück zur Straße ging, hatten wir ein bisschen Zeit für eine nette Unterhaltung. Und dann bot er uns auch noch an, ins Auto einzusteigen und mit ihm den Caminho Mostardal hinunter und den Caminho do Lombinho bis zur Levada da Fajãzinha wieder hinaufzufahren (was wir sonst hintenherum durch die Ribeira gewandert wären). Er beklagte sich, dass er schon mehrmals bei der Gemeinde darum gebeten hätte den Weg durch die Ribeira aufzuräumen, aber angeblich wäre dafür kein Geld da. Wohin die vielen Einnahmen aus dem Tourismus gehen, zeigte er uns mit der typischen Handbewegung in die Hosentasche. Diese herzliche Begegnung sollte für unsere nächsten vier Stunden auch fast die einzige bleiben.



Die eigentliche Wanderung beginnt also an der Levada da Fajãzinha am Wassertank. Weil die folgenden Wege alle Teil von offiziellen Trainingstrails sind, hatten wir keine weiteren Einschränkungen zu befürchten.  


Levada da Fajãzinha

Levada da Fajãzinha

Levada da Fajãzinha


Am Ende der Levada treffen wir wieder auf den Caminho da Maiata und steigen gleich ein paar Meter weiter über Treppenstufen an der Levada da Portela hinauf. Irgendwann enden die Betonstufen, dann ist auch die Levada in einem Rohr verschwunden und es geht steil durch den Wald bergauf bis wir auf der Funduraspiste herauskommen. Rechts 300 m Piste, dann tauchen wir in den "Regenwald" ein. Die Vereda das Funduras ist immer dunkel und feucht, und zwischen den großen Lorbeerriesen drängen unzählige Baumfarne hoch ins Licht. Ein schöner Weg für heiße Sommertage!


Levada da Portela



Vereda das Funduras


Wir treffen nach 2 km wieder auf die Piste und biegen kurz darauf nach links zum Picknickplatz ab. Der kurze Aufstieg zum Höhenweg Cabeça da Lapa - Pico da Coroa ist schnell geschafft. Der folgende Abstieg nach Larano geht zwar in die Knie, ist aber mittlerweile gut ausgebaut und gesichert. Da unser Weg einem Teil des GR 1 Richtung Caniçal entspricht, brauchen wir nur der Beschilderung zu folgen. Die Ausblicke sind grandios.




In Larano verlassen wir die Straße kurz nach der stillgelegten Seilbahnstation und folgen der schmalen Levada do Poço do Arvoredo bis wir auf dem Caminho do Boquerão treffen. Er mündet in den Caminho do Cabo do Larano, dem wir jetzt nur noch ein paar Meter bergab zu unserem Auto folgen können.



Levada do Poço do Arvoredo

Fazit: Falls der Caminho do Mostardal irgendwann mal wieder freigemacht wird, ist dies eine interessante Runde. Der Aufstieg über die Levada da Portela ist aber ein bisschen langweilig. Schöner geht man über den Lombinho hinauf zur Vereda das Funduras. 

Meine Empfehlung: besser gleich die Tour 31 aus dem Wanderbuch Wilde Wege Madeira machen, wenn man in dieser Gegend unterwegs sein möchte.

Wegstrecke: 11 km

Höhendifferenz:  ↗↘650 m

GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/larano-282890398




14 April 2022

Portela - Lombinho

Portela - Caminho Real 23 - Pinheiro - Levada da Nozelha - Maiata de Cima - Levada da Fajãzinha - Lombinho - Estrada Florestal da Serra das Funduras - Portela - 9 km

Der Nordosten Madeiras ist den beständigen NO-Passatwinden und damit häufigen Niederschlägen ausgesetzt. Das erklärt die fast dschungelartig bewaldete Bergkette der Serra das Funduras mit den imposanten Baumfarnen. Bevor wir uns aber in die niedere Botanik versenken, drehen wir noch eine Ab und Auf-Runde über zwei Levadas, die aus den Bächen dieser wasserreichen Gegend gespeist werden.

Wir starten in Portela auf dem Caminho Real 23, der als Caminho Municipal beschildert ist. Während des Abstiegs auf dem überwiegend breiten, manchmal auch steilen Weg, eröffnen sich bei gutem Wetter schöne Ausblicke auf den Adlerfelsen und auf Porto da Cruz. An einem großen Wassertank verlassen wir den Caminho nach rechts auf einem schmalen Betonweg und weiter auf einem Treppenweg. Am nächsten (verlassenen) Haus gehen wir rechts - durch ein Loch im Zaun - kurz auf einer Betonpiste, die nach 150 Metern einen schmalen Pfad kreuzt, dem wir rechts folgen. Er begleitet eine kleine namenlose Levada, die mehr Graben als Wasserkanal ist. Nach 200 Metern teilt sich der Pfad, wir bleiben auf dem unteren und kommen nach weiteren 200 Metern an ein Palheiro. Dort fällt die Levada durch einen dichten Bambusdschungel steil bergab und trifft dann auf den Caminho da Capela de São Francisco de Borja. 










Wir gehen rechts weiter und überqueren nach 100 Metern den Corgo do Lombo da Cura und den Tunnelausgang der Schnellstraße VE 1. Gleich nach den ersten zwei Häusern taucht auf der rechten Straßenseite das Schild „Lombinho - Percurso de Treino“ auf. Der Weg, der hier von der Straße abzweigt, begleitet die kleine Levada da Nozelha bis zum beschilderten Abstieg zum Bach. Wir wollen noch in das verwunschene Tal weiter hineinlaufen und bleiben an der Levada bis zur Madre. 



Madre der Levada da Nozelha

versuchter Übergang kurz vor der Madre

Auf gleichem Weg geht es zurück, denn auf der anderen Seite des Bachs sind nur noch ein paar Felder, aber kein Weg mehr sichtbar.  Nach der  ausgeschilderten Bachquerung begleiten wir die Levada da Fajãzinha. Hier ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt, denn die ausgesetzten Stellen sind nur mit einem rot-weißen Flatterband „gesichert“ und mehrfach müssen wir auf der schmalen Levadakante balancieren. Nach 800 Metern sehen wir den Wegweiser für unseren Aufstieg.

Rückweg auf der Levada da Nozelha


Bachquerung zur Levada da Fajãzinha






Der sehr schöne Bergweg über die Bergflanke, den Lombinho, beschert uns in der Rückschau immer wieder wunderbare Aussichten, bis wir in den Wald eintauchen. Es geht weiterhin steil bergauf. Auf 580 m haben wir die Estrada Florestal da Serra das Funduras erreicht. 



Wir halten uns rechts und gehen auf der breiten Erdpiste ohne größere Höhendifferenzen etwa 3 km zum Ausgangspunkt zurück. Die an sich etwas langweilige Piste lässt sich durch eingehende Betrachtung der Botanik aufwerten. Hier wachsen Farne in allen Größen, vom zartgliedrigen Frauenhaarfarn bis zum 5 m hohen Baumfarn. Und die Moose und Flechten, die die hohe, felsige Böschung begrünen, sind auch für Nichtbotaniker eine besondere Beachtung wert.  













Fazit: eine interessante Halbtagesrunde mit wenigen, aber knackigen Höhenmetern. Für die Levada da Fajãzinha braucht es Trittsicherheit.



Gehzeit: 4 h 



Anfahrt: Funchal - VR 1 - Machico - ER 212 - Portela