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16 Juni 2021

Casa Caramujo, ein bisschen Klettern und großartige Aussichten

Bica da Cana - Casa Caramujo - Levada Plaino Velho - Paredes - Bica da Cana - 8,2 km

Ende Mai bis Mitte Juni sind Madeiras Höhen ein Blütenparadies. An den Südhängen der Serra leuchtet der sonnengelbe Ginster, im Norden blühen die Orchideen mit Storchschnäbeln, gefiederten Wucherblumen und großblättrigem Hahnenfuß um die Wette. Es ist die schönste Zeit für eine Wanderung auf dem PR 17. 



Wir wollen allerdings nicht die große Wanderung von 17 km machen, sondern nur eine Nachmittagstour, die wir mit dem Vertikal-Aufstieg über die Paredes abkürzen. Von Bica da Cana folgen wir also zunächst den Wegweisern Richtung Casa Caramujo.




Die Ruinen des Casa Caramujo liegen verwunschen unter hohen Bäumen. Alte Buchshecken säumen Blumenbeete, und im Walnussbaum zwitschern die Madeirafinken. Hier im hohen Gras könnte ich stundenlang liegen bleiben und in den Himmel schauen. 




Als wir uns zum Weiterwandern aufraffen, geht es zunächst durch das Baumheide-Labyrinth bis wir an der Kreuzung mit der Ginjas-Piste die verfallene Levada do Plaino Velho erreichen. An solch einem sonnigen Junitag ist diese Strecke märchenhaft mit ihren kleinen Tunnels, Brücken und Felseinschnitten.






Am Abzweig Richtung Norden, hinunter und hinauf zum Grat Amazonia, verlassen wir den Hauptweg und nehmen den vertikalen Aufstieg Richtung Süden (keine Beschilderung, aber eindeutiger Pfad!) Zunächst hangeln wir uns zwischen den Bäumen nach oben, dann folgt eine Passage mit moderatem Anstieg. Die folgenden Felspassagen sind über fünf Etappen mit Kettensicherungen für geübte Wanderer, die gerne kraxeln, gut zu erklettern. 

Amazonia

die erste Ketten-Etappe der Paredes





Senkrecht lässt sich die Höhendifferenz schnell überwinden und bald stehen wir wieder auf dem PR 17. Weil es so schön ist, drehen wir noch eine kleine Runde unterhalb des Bica da Cana-Gipfels. Dazu gehen wir kurz vor Erreichen der Straße links durch eine Öffnung im Zaun und folgen dem verschlungenen Weg.
Auf dem aussichtsreichen Plateau, das wir kurz danach erreichen, muss man einfach verweilen, auch wenn man nicht wandermüde ist. Folgt man diesem Weg, kommt man direkt am Forsthaus wieder heraus. Vorsicht! die Spuren verraten, dass hier auch immer mal wieder Biker unterwegs sind.




São Vicente Tal

Ginjas Piste

zentrale Bergkette

Fazit: eine abwechslungsreiche Runde für ambitionierte Wanderer. Auch bei gutem Wetter können schnell Wolken aufziehen! Kombiniert man die Tour mit dem PR 27 auf der Südseite, wird daraus eine schöne Tageswanderung PR-27-ein-geologischer-wanderweg.html


Gehzeit: 3 h

Höhendifferenz: 390 m


Anfahrt: Funchal - VR 1 - Ribeira Brava - VE 4 - Serra de ´Água - ER 228 - Encumeada - ER 105 -Bica da Cana



Alternativroute:

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2018/09/bica-da-cana-eine-neue-runde-im-norden.html

der ganze PR 17:

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2017/06/wie-im-garten-eden.html

als Rundkurs:

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2020/02/percurso-recomendado-nr-17-als-rundkurs.html








10 Februar 2020

Percurso Recomendado Nr 17 als Rundkurs

Boca da Encumeada - Levada das Rabaças - Lombo do Mouro - Levada da Serra da Bica da Cana - Pináculo - Casa do Caramujo - Amazonia - Levada do Norte - Boca da Encumeada - 21,9 km




Der Percurso Recomendado 17 ist ein wunderschöner Berg- und Levada-Wanderweg, der bei gutem Wetter phantastische Aussichten mit einem einsamen Wandererlebnis verbindet. 

Die Idee, diesen Weg zur Runde zu machen, um die Straßenbenutzung zwischen Start und Ziel, sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto zu vermeiden, trieb mich schon lange um. Nach einem schlimmen Brand, Felsstürzen und monatelangen Erneuerungsarbeiten auf der Südseite des Weges ist er nun endlich wieder freigegeben, und das sonnige Winterwetter war wie geschaffen für die lange geplante Rundwanderung.


freundliche Hühner an der Levada do Norte

Blick auf den Lombo do Mouro

Levada das Rabaças

Levada das Rabaças

Vertikallevada zur Levada das Rabaças

Wir drei (Chris, Piet und ich) starten im Süden. Zunächst entlang der Levada do Norte und ab der Verzweigung weiter entlang der Levada das Rabaças bis zum zweiten (gesperrten) Tunnel. Dort beginnt unser Aufstieg zum Lombo do Mouro. Das relativ kurze Stück bis zur Felsnase „Sergio“ verleiht der Runde das Prädikat „schwer“, denn auf dem schmalen Pfad ist absolute Trittsicherheit ein Muss. Teilweise ist er extrem rutschig und ist gibt selten einen sicheren Griff.

Ab Sergio ist alles gut.

zweiter Tunnel an der Levada das Rabaças

Steinmännchen markieren den versteckten Pfad

das verbrannte Tor am schwach erkennbaren Pfad

Aufstieg zum "Sergio"

unser erster Miradouro "Sergio"

Levada das Rabaças mit Levadeiro-Haus unter dem Lombo do Mouro



Nach dem weiteren Aufstieg zum Casa do Lombo do Mouro erreichen wir die gleichnamige Levada und folgen ihr gegen die Fließrichtung. Sie ist bis zur ER 110 aufwendig saniert worden. Das wird so manche Levada-Spazierwanderer freuen, allerdings muss die Natur noch mit ein wenig Grün gegen die Ödnis nachhelfen. 


Casa do Lombo do Mouro

Felsentor an der erneuerten Levada do Lombo do Mouro


Nach Überquerung der Straße sind wir auf dem PR 17. Der präsentiert sich anfangs ähnlich unromantisch.  Erst ab dem Levada-Wasserfall hat der Weg wieder seinen Reiz. 



Levada do Lombo do Mouro

der Leveda"Wasserfall"

Übergang von Süd nach Nord

Übergang von Süd nach Nord

Übergang von Süd nach Nord - die Levada da Serra "fällt" ein Stockwerk tiefer

Ende der Levada da Serra da Bica da Cana

Lombo do Mouro

Der Weg an der erneuerten Levada da Serra wird sicher auch ein bis zwei Jahre brauchen, bis er wieder richtig schön sein wird. Dafür sind die „Dusch“-Passagen jetzt ganz sicher.


Pause am Pináculo

Levada da Serra da Bica da Cana

Levada da Serra da Bica da Cana


Der lange Abstieg zum Casa do Caramujo und weiter durch den „Zauberwald“ ist in gutem Zustand. Entlang der stillgelegten Levada do Plaino Velho passieren wir kleine Tunnels, Felsdurchbrüche und Levadabrücken im dunklen Laurissilva.


Blick zurück zum Pináculo

Casa do Caramujo


Levada do Plaino Velho


Wie schön, dass die Sonne auf den Amazonia-Grat scheint. Wärme und eine tolle Aussicht! Dann geht es 862 (sofern ich mich nicht verzählt habe) Blockbohlen-Stufen bergab und glücklicherweise nur 209 wieder hinauf.


der "Amazonia"-Grat

São Vicente - Tal

Levada do Norte

Levada do Norte

An der Levada do Norte müssen wir jetzt noch knapp 5 km und zwei Tunnels bis zum Encumeada-Pass zurückzulegen. Nach dem letzten Tunnel empfangen uns die obligatorischen Hühner und die typische Milchsuppe, die über den Encumeada quillt.


Blick aus dem Norte-Tunnel auf den Pico Grande

Wolkenfall am Encumeada-Pass

und die Hühner haben auf uns gewartet 

und auch der schöne Hahn

Levada do Norte

Fazit: eine anspruchsvolle Runde, die bei gutem Wetter eine der Highlight-Wanderungen auf Madeira ist




Vorsicht: bei nassem Wetter ist der Übergang von der Levada das Rabaças zum "Sergio" sehr gefährlich!

Gehzeit: 6 h 30

Höhendifferenz: 640 m (Differenzen kommen durch Fehlmessung in den Tunnels zustande)





Anfahrt und Start: VE 4 Boca da Encumeada




und so sieht der PR 17 im Frühling/Sommer aus:


die Levada do Lombo do Mouro vor der Sanierung: