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21 Juni 2026

Gastronomische Wanderung in Ponta Delgada

Wir sind nach längerer Zeit mal wieder mit einer größeren Gruppe unterwegs gewesen: der Verein Associação do Caminho Real da Madeira hatte zu einer gastronomischen Wanderung in Ponta Delgada eingeladen. Das bedeutet, früh aufzustehen, um morgens um 8.30 h auf der Nordseite der Insel zu sein. 

Wir treffen uns im Garten des Museums "Solar do Aposento" ein sogenanntes Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, wie es für einen reichen ländlichen Grundbesitzer (morgado) typisch war. Die letzte Eigentümerin des Gebäudes war Maria Hilária Dinis Abreu de Freitas (1913–2003), die es testamentarisch der Autonomen Region Madeira vermachte — samt gesamtem Inventar — mit dem Wunsch, dort ein Museum einzurichten, das ihre Kunstsammlungen der Öffentlichkeit zugänglich macht. Nach mehrjährigem Leerstand wurde das Solar renoviert und am 19. Juni 2018 als Kulturraum eröffnet. 






Erst im Laufe des Tages wird uns klar, dass wir vor genau 8 Jahren am Eröffnungstag des Museums die ersten Besucher während unserer Inselumrundung auf dem Caminho Real 23 waren.

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2018/07/der-verflixte-7.html

Bei einer Einführung ins Tagesprogramm stellen sich zwei Veranstaltungsteilnehmer vor, die Oficina Itinerante FICAS, eine mobile Film- und Festival Lehrwerkstatt (genaueres siehe unten) und die Confraria Enogastronómica da Madeira, die uns am Ende der Wanderung bewirten wird.

Und dann ziehen wir erst mal los, kreuz und quer durch das ruhige und noch sehr ländlich geprägte Ponta Delgada, mit etlichen informativen Pausen.



Estrada Antiga und CR 23




Igreja de Bom Jesus




die Ruine der Quinta Corte do Norte



vom Caminho Real 23 entlang der Küste ist nichts mehr vorhanden


Wir verlängern unseren Dorfspaziergang mit einer einfachen Wanderung hinauf nach Terceira Lombada und zurück über Segunda und Primeira Lombada auf mehr oder weniger versteckten Caminhos, Veredas und Levadas.



Blick auf Terceira Lombada





Nach gut vier Stunden sind wir zurück am Solar, wo uns nun der kulinarische Teil des Tages erwartet. Die Confraria hat inzwischen mit einer improvisierten open air-Küche ein typisch madeirensisches Menü für alle Teilnehmer vorbereitet. Es gibt :

caldo da romaria, pão, lula guisada, atum salpresado, sobremesa, vinho da região (Pilgerfest-Eintopf, Brot, geschmorte Tintenfische, in Salz eingelegten Thunfisch, Nachtisch, Wein aus lokalem Anbau)


die Küche


Am Ende stellt sich noch die ganze Mannschaft der Confrario in Festbekleidung zum Fototermin



Die Confraria Enogastronómica da Madeira wurde am 30. April 2000 gegründet – von einer Gruppe von Liebhabern der traditionellen madeirischen Küche. Sie ist eine Vereinigung mit sozio-kulturellen Zielen: die Verteidigung und Bewahrung der gastronomischen Kultur und Traditionen der Autonomen Region Madeira. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das enogastronomische Erbe der Region zu fördern, zu schützen und bekannt zu machen. Sie setzt sich für lokale Produkte, traditionelles Wissen und die kulinarische Vielfalt Madeiras ein, und fördert gleichzeitig den Austausch zwischen nationalen und internationalen Bruderschaften. Funchal Notícias


Die Oficina Itinerante FICAS

Die Oficina Itinerante FICAS ist eine mobile Lehrwerkstatt für Filmfestivals, die praktische Begegnungen mit dem Territorium ermöglicht und die Beziehung zwischen Landschaft, Naturerbe, technologischer Innovation und nachhaltigeren Modellen der audiovisuellen Schöpfung und Produktion erkundet. Dabei teilen eingeladene Experten aus den Bereichen Umwelt, Audiovisual, Technologieinnovation, Kulturerbe und nachhaltige Gebietsplanung ihr Wissen und ihre Erfahrungen an verschiedenen strategischen Punkten entlang der Route. DNOTICIAS.PT

Das FICAS verbindet also Kino, Bildung und Natur auf eine lebendige, reisende Weise – es geht über den Vorführungssaal hinaus und bringt das Thema Nachhaltigkeit direkt in die Landschaft und die Gemeinschaft der Insel Madeira.




30 Juli 2022

BAM - Centro da Banana da Madeira

Zuckerrohr, Wein und Bananen - das ist Madeiras Erfolgsgeschichte in Sachen Landwirtschaft. Seit diesem Jahr ist den Bananen auch ein Museum in Lugar do Baixo gewidmet, das BAM.


Wir haben es uns mal angeschaut. Spannend, lehrreich und unterhaltsam waren die zwei Stunden, die wir durch das klimatisierte, hochmoderne Gebäude und die - natürlich nicht klimatisierten - Außenanlagen geführt wurden. Zunächst wird Geschichtliches interaktiv vermittelt, dann gibt es jede Menge Fakten rund um die Banane und der Höhepunkt ist ein 3D- Film á la Disney, aber mit portugiesischer Poetik unterlegt. Zum Schmunzeln!


blaue Bananen wachsen nur auf Hawai - alle anderen auf Madeira

ehemaliger Transport zu den Booten für den Schiffstransport

Für alle, die auf Madeira selbst Bananenstauden haben, war der anschließende Exkurs durch das Freigelände äußerst informativ: ein Rundgang durch das 7 ha große Gelände auf dem alle Fragen zu Sorten, Bewässerung, Pflege und Ernte fachkundig beantwortet wurden.


Sorte Robusta

Aufzucht neuer Sorten

biologische Reinigung von Levadawasser mit Wasser-Hyazinthen

Bananen sind nicht die einzige Frucht, die auf dem Gelände wachsen

zwei uralte Mangobäume (älter als 200 Jahre) 

Aber auch Nicht-Bananen-Anbauer kommen auf ihre Kosten. Im Bistro wird nach der Führung Bananenbier und Bananen-Aguardente angeboten. Schmeckt!



Fazit: ein Besuch, der sich lohnt! 

Der Eingang zum Museum liegt direkt an der VE 3 in Lugar de Baixo, Parkplätze gibt es vor und neben dem Gebäude

täglich geöffnet von 9 h bis 18 h (Montag geschlossen)

Führungen können telefonisch vereinbart werden: 291 106 090

Wer nach dem Museumsrundgang noch Lust hat auf einen Spaziergang durch die Bananengärten, fährt mit dem Auto noch ein bisschen weiter westwärts bis Madalena do Mar. Wir haben diese schönen Wege schon vor etlichen Jahren gern erkundet, seit zwei Jahren sind vier verschiedene Routen offiziell als Rota da Banana für Spaziergänger beschildert:


oder hier für die Wanderer:







 


24 Oktober 2018

Museu Etnográfico da Madeira

Das Wetter hat ein paar Ruhetage verordnet. Wir gehen ins Museum in Ribeira Brava. Kultur und Genuss sind angesagt.





Die Ursprünge des heutigen ethnographischen Museums von Madeira gehen auf Ende des 17. Jahrhunderts zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden das ehemalige Wohnhaus und die Kapelle des Capitão, Luís Gonçalvez da Silva, zu einer Zuckermühle und Schnapsfabrik, Fábrica de Aguardente, umgebaut. Zunächst noch mit Ochsenkraft angetrieben, nutze man ab 1862 Wasserkraft für den Mühlenbetrieb und installierte zusätzlich zwei Getreidemühlen. Die Relikte dieser Mühlen lassen sich seit der Umgestaltung des Gebäudes zum Museum sehr anschaulich betrachten. 



Zuckerrohrmahlwerk

Levada mit waagerechten Wasserrädern

Getreidemühlen


Überhaupt ist das Museum sehr schön gestaltet. Die einzelnen Säle sind dem traditionellen Fischfang, den sehr speziellen madeirensischen Transportmitteln und dem textilen Handwerk gewidmet. Es lassen sich die antiken Einrichtungen der besseren Gesellschaft betrachten, die Einrichtung eines Krämerladens und  alles was mit der Herstellung und dem Transport von Wein zu tun hat. 



Kochstelle im Boot

Erntekarren

Ochsenschlitten

Webstuhl

Getreidesiebe



Beschlag einer Wäschetruhe

Weinpresse

Eine spezielle Handwerkskunst gilt dem Flechten von Palmblättern. Traditionell wurden daraus Puppen, Besen und religiöse Accessoires für den Palmsonntag gefertigt. Auf Porto Santo war für lange Jahre die familiäre Hutmanufaktur ein Einkommenszweig.




Hutmanufaktur mit Palmblättern

Erklärende Infos gibt es auf Deutsch, Englisch und Französich. Zu einigen Themenbereichen laufen begleitende Videos.

Wir haben uns eine gute Stunde für die Besichtigung Zeit gelassen.
Eintritt: 3 Euro


Und wenn man anschließend gut essen möchte, dann muss man ins Muralha gehen.
Unter den vielen Restaurants, die in Ribeira Brava in Strandnähe zu finden sind, ist dieses Restaurant unser Geheimtipp. 


Abendstimmung in Ribeira Brava