30 November 2018

Eine Levadarunde über die Lombos von Ponta do Sol

Levada Nova - Levada do Teixo - Lombo Jangão - Levada Nova - 8,5 km



Das Tal der Ribeira do Ponta da Sol ist immer einen Ausflug wert, wenn das Wetter nicht so eindeutig  ist. Meist hat man über die Mittagszeit Glück, dass sich die Wolken auf die Serra zurückziehen. Dann kann man ab Lombada auf der Levada Nova tief ins Tal hineinlaufen und klassischerweise auf der tieferliegenden Levada do Moinho wieder heraus.

Eine einsamere Variante ist es jedoch von der Levada Nova abzuzweigen und zur Levada do Teixo aufzusteigen. Wie weit man ihr aktuell folgen kann, wollte ich zusammen mit Chris herausfinden. 


der neu errichtete Abzweig an der Levada Nova

an der Materialseilbahn

Der Pfad über den Lombo ist frisch hergerichtet, zum Teil sind Stufen angelegt worden



Neben alten Natursteinmauern finden wir eine Zweikammer-Höhle, kleine Palheiros, ein paar bestellte Felder, Ziegen und Hühner - sehr idyllisch!


Wohnhöhle

mit "Bett" und Feuerstelle

und wunderbarer Aussicht

Palheiros

Kurz nach den kleinen Ställen kommen wir einer der wenigen Korkeichen, die es auf Madeira gibt, vorbei und erreichen die Levada do Teixo - ohne Wasser. 



mehrstämmig wachsende Korkeiche

leeres Wasserreservoir

ein bisschen gesammeltes Regenwasser wird abgeleitet

der Weg neben dem leeren Kanal ist weiterhin schön





Unwegsam wird es erst dort, wo die Forstpiste auf die Levada trifft und ein vielversprechendes Schild schon seit Jahren die Wiederherstellung der Levada do Teixo verspricht.




Wir versuchen noch ein Stück zur Madre weiterzugehen, brechen die Exkursion aber bald ab, denn hier war schon lange niemand mehr. Auf dichtes, nasses Gestrüpp und schwierigen Untergrund haben wir heute keine Lust.


ein Viehstall unter der Levada

hier sind wir noch einmal um die Ecke balanciert und dann umgekehrt

die Wolken kommen zurück 

Wir machen kehrt, gehen an der Forstpiste links bergauf und, sobald wir die Pflasterstraße erreichen, rechts bergab. In Jangão folgen wir nicht der Straße, sondern nehmen den Caminho do Jangão nach dem großen Reservoir der Levada da Serra um weiter bergab zu gehen. Auf dem Grat des Lombos erreichen wir wieder die Levada Nova. Jetzt geht es nur noch ein Stück nach Westen entlang des Kanals und wir sind nach 3 1/2 Stunden zurück beim Auto. In diesem Moment beginnt es zu regnen. Glück gehabt!

Fazit: eine kurzweilige Alternative zur vielbegangenen Nova/Moinho Runde. Der Pfad an der Levada do Teixo ist ab der Forstpiste zur Zeit nicht zu empfehlen.




Gehzeit: 3 h (ohne den zugewachsenen Levadaabschnitt)

Höhendifferenz: 380 m




Anfahrt: Funchal - Ribeira Brava - Ponta do Sol - Lombada (die Levada Nova ist bis zum Einstieg ausgeschildert)

28 November 2018

Streifzug an der Küste vor São Jorge

Farrobo - Farol - Calhau- São Jorge - 6,3 km



Irgendwo auf Madeira findet sich (fast) immer ein Platz an der Sonne. Am Sonntag war es bei São Jorge im Nordosten der Insel.
Ich würde gerne die verschieden Aufstiege von Rocha do Baixo, einer abgelegen Siedlung am Meer, erkunden. Doch schon die Fahrt auf der engen Serpentinenstraße hinunter zur Küste lässt erahnen, dass an einen Aufstieg entlang der Klippe über die Fajã Pequena nicht zu denken ist. Es liegt viel Geröll und Fels auf der Fahrbahn, der Boden ist weich, rutschig, glatt. Die zweite Möglichkeit über die Vereda do Serradinho fällt ebenso aus, weil ein Stück des Weges weggebrochen ist und der Rest sichtlich zugewuchert. 


Rocha do Baixo


Damit wird auch die dritte Variante uninteressant und wir fahren wieder hoch, um das zweite Auto am Miradouro da Vigia abzustellen. Hier kommt Klippenweg, Vereda da Rocha de Baixo gut sichtbar oben an, d.h. Bei besseren Witterungsbedingungen scheint diese spektakuläre Variante machbar.


Blick vom Miradouro da Vigia zum Leuchtturm

Vereda da Rocha do Baixo


Heute begnügen wir uns mit einer kurzen Wanderung und beginnen mit einer Feld- und Wiesentravesse über den Leuchtturm von São Jorge bis zum Küstenabstieg zum Calhau. 


im Hintergrund der Caminho Real 23 nach Santana





Serpentinenabstieg zum Cais de São Jorge




Hier sind nur die Aussichten spektakulär, der Abstieg selbst ist ungefährlich und gut unterhalten. 

Wie wohl der Weg zur Ponta de São Jorge aussieht? Das "Gesperrt" Schild, das vor dem Betreten des alten Schiffsanlegers warnt, ist nicht mehr da, vermutlich weggerissen. Und das gleiche ist mit dem Rest des Küstenpfades passiert. Für die Wagemutigen - es sind immer Angler draußen am Cais - hat man Seile angeknüpft, an denen man sich über den bröseligen Abhang schwingen kann. Wir haben keine Lust die Stabilität zu testen, der Weg ist ohnehin eine Sackgasse.






Viel schöner wandert man in Richtung Osten zu den Ruinen des Calhau. Kaum zu glauben, dass jahrhundertelang hier ein reger Betrieb herrschte. Die alten Mauern beherbergten Warenlager der Güter, die mit dem Schiff von Funchal gebracht wurden, um dann nach São Jorge oder Santana über den Caminho Real 23 auf dem Rücken weiterbefördert zu werden. 




Corrego do Farrobo



Ruinen im Calhau



Ribeira de São Jorge mit Brücke und kleinem Schwimmbad



Nach einer Pause am Strand beginnen wir unseren Aufstieg auf eben diesem CR 23.
Eine kleine Variante muss dann aber doch noch sein: schon im Sommer fiel mir dieser kleine Pfad auf, der zum Corrego da Igreja durch eine dichte Vegetation führt. 




Aufstieg auf dem CR 23 nach São Jorge



Corrego da Igreja






Und wir kommen tatsächlich links des Wasserfalls weiter. Nach einem sehr kurzen, knackigem Aufstieg geht es wieder über schmale Feldwege. Wir erreichen die Rua de São Pedro neben einer kleinen Kapelle und haben uns damit ein Stück Teerstraße zu wandern gespart.
Dann sehen wir schon die barocke Kirche von São Jorge von 1761, mit einem Turm der ein wenig maurisch aussieht und einem Altar, der im krassen Gegensatz zur schlichten Hülle steht. So viel Gold!






Nicht weniger besuchenswert  ist die Snackbar/Restaurant "Casa da Palha" direkt hinter der Kirche. Ein echtes São Jorge-Strohdach-Haus und eine vielversprechende Speisekarte. Leider hatten wir keinen Hunger. Beim nächsten Mal!


Fazit: einfache und gemütliche Küstenwanderung mit schönem Panorama 



Gehzeit: 2 - 3 h
Höhendifferenz: 330 m



Anfahrt: Funchal - Machico - Santana - São Jorge Kirche/Miradouro da Vigia