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02 November 2024

Caminho Real do Seixal

Die Associação do Caminho Real da Madeira - ACRM - hatte auch in diesem Jahr wieder eingeladen zum traditionellen Pão por Deus-Spaziergang auf einem Caminho Real.

Traditionell gehen in Portugal die Kinder an Allerheiligen von Haus zu Haus und bitten um „Pão por Deus“. Sie singen und sagen Gedichte auf, nachdem sie beschenkt wurden mit Brot, Keksen, Kuchen, Granatäpfeln und Nüssen oder Kastanien. Die Tradition hat ihren Ursprung 1756 in Lissabon, ein Jahr nach dem großen Erdbeben am 1. November 1755. Die Menschen gingen an diesem religiösen Feiertag  vom Hunger geplagt von Haus zu Haus und baten um Brot. Pão por Deus

Die Tradition lebte weiter und verbreitete sich über ganz Portugal, später auch auf die Azoren, Madeira und sogar nach Brasilien.

Leider verblasst diese Tradition unter lautem und grellen Halloween, das auch auf Madeira immer mehr Einzug hält. Doch die Kinder, die am heutigen Spaziergang dabei waren, hatten nicht nur ihren Spaß daran zu Fuß unterwegs zu sein, sondern freuten sich auch über ihr Pão por Deus-Säckchen, das am Ende des Spaziergangs alle Teilnehmer bekamen.

In diesem Jahr führte der Weg von Chão da Ribeira über den Caminho Real (Caminho da Vista da Igreja) hinunter nach Seixal. Dort wurde die Kirche besucht und anschließend eins der ältesten Häuser aus dem 17. Jahrhundert in Seixal. Rui Nelson erzählte dort interessante Heimatkunde. Seine Vorfahren gehörten zu den ersten Siedlern in Seixal Mitte des 16. Jahrhunderts. Die ehemalige Quinta beherbergte in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts die maßgeblichen Ingenieure für den Bau der Levada do Norte. 

Später stiegen wir durch die ehemaligen Weinterrassen wieder hinauf zu den Feldern im Hochtal. Im Talschluss von Chão da Ribeira gab es im Restaurant Laurissilva, das schon seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird und extra für uns aufmachte, eine Cozido à Portuguesa. Auch, wenn ich nicht so für deftiges Essen schwärme, dieses traditionelle Gericht schmeckte in der fröhlichen Gesellschaft ganz hervorragend. Danach ergab sich die Möglichkeit in dem sonst abgesperrten Gelände rund um das Restaurant ein bisschen herumzustreifen. 

















24 Oktober 2018

Museu Etnográfico da Madeira

Das Wetter hat ein paar Ruhetage verordnet. Wir gehen ins Museum in Ribeira Brava. Kultur und Genuss sind angesagt.





Die Ursprünge des heutigen ethnographischen Museums von Madeira gehen auf Ende des 17. Jahrhunderts zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden das ehemalige Wohnhaus und die Kapelle des Capitão, Luís Gonçalvez da Silva, zu einer Zuckermühle und Schnapsfabrik, Fábrica de Aguardente, umgebaut. Zunächst noch mit Ochsenkraft angetrieben, nutze man ab 1862 Wasserkraft für den Mühlenbetrieb und installierte zusätzlich zwei Getreidemühlen. Die Relikte dieser Mühlen lassen sich seit der Umgestaltung des Gebäudes zum Museum sehr anschaulich betrachten. 



Zuckerrohrmahlwerk

Levada mit waagerechten Wasserrädern

Getreidemühlen


Überhaupt ist das Museum sehr schön gestaltet. Die einzelnen Säle sind dem traditionellen Fischfang, den sehr speziellen madeirensischen Transportmitteln und dem textilen Handwerk gewidmet. Es lassen sich die antiken Einrichtungen der besseren Gesellschaft betrachten, die Einrichtung eines Krämerladens und  alles was mit der Herstellung und dem Transport von Wein zu tun hat. 



Kochstelle im Boot

Erntekarren

Ochsenschlitten

Webstuhl

Getreidesiebe



Beschlag einer Wäschetruhe

Weinpresse

Eine spezielle Handwerkskunst gilt dem Flechten von Palmblättern. Traditionell wurden daraus Puppen, Besen und religiöse Accessoires für den Palmsonntag gefertigt. Auf Porto Santo war für lange Jahre die familiäre Hutmanufaktur ein Einkommenszweig.




Hutmanufaktur mit Palmblättern

Erklärende Infos gibt es auf Deutsch, Englisch und Französich. Zu einigen Themenbereichen laufen begleitende Videos.

Wir haben uns eine gute Stunde für die Besichtigung Zeit gelassen.
Eintritt: 3 Euro


Und wenn man anschließend gut essen möchte, dann muss man ins Muralha gehen.
Unter den vielen Restaurants, die in Ribeira Brava in Strandnähe zu finden sind, ist dieses Restaurant unser Geheimtipp. 


Abendstimmung in Ribeira Brava