17 November 2019

Kastanien und alte Pfade

Jardim da Serra - Boca da Corrida - Chão dos Terreiros - Trompica / Festa da Castanha - Casas do Dr. Alberto - Pico do Trevo - Levada da Rouca - Jardim da Serra - 16,5 km



Das Wanderwetter ist immer noch wunderbar. Ich verabrede mich mit Chris zu einer Wanderung rund um das Kastanienfest von Campanário. Dazu muss man wissen, dass der Festplatz am obersten Rand der Gemeinde Camapanário, also nicht an der Küste, sondern in den Bergen liegt.

Wir beginnen unsere Tour bei den letzten Häusern von Jardim da Serra und gehen die Pflasterstraße hoch zur Boca da Corrida. Dort ist der Parkplatz voll mit energiegeladenen Pico Grande-Stürmern.
Wie schön, dass wir einen anderen Weg einschlagen können. Ein paar hundert Meter Schotterpiste, dann gehts rechts auf schmalem Pfad Richtung Chão dos Terreiros - immer schön mit Aussicht.




Kurz vor oben wächst uns eine Pilzmahlzeit in den Weg. Wir lassen die Champignons stehen und begnügen uns mit in die Landschaft schauen. 






Runter gehts wieder über eine Piste bis zum Forthaus Trompica und noch ein Stück weiter auf der Straße zur Festwiese. Pause mit Kastaniensuppe, Bolo do Caco, gerösteten Kastanien, Poncha und Musik  - spontan und handgemacht. Wer ein Instrument oder seine Stimme dabei hat, spielt und singt mit.





Gestärkt und erheitert gehen wir zurück zum Forthaus. Gegenüber gibt es einen Pfad zu einem Zauntürchen. Dahinter wird es nett. Fern von Straße und Piste führt der Weg entlang der mehr oder weniger steilen Grashänge um die Zuläufe der Ribeira do Campanário herum. Es ist wieder grün, doch die Brandschäden sind noch sichtbar.



kein Wandergenuss: so sah es vor zwei Jahren aus



ehemals zugeginsterst, jetzt durchs Feuer freigelegt



Bei den Ruinen der Casas Dr. Alberto kommen wir kurz auf eine breite Graspiste, bis zu einem markanten Zaunübertritt. 







Ab hier sind wir wieder auf einem Trampelpfad bergab unterwegs. 




Noch ein Stück durch den Kastanienwald, dann beginnt die Forstpiste durch Eukalyptus. Eine kleine Gemeinheit wartet noch: der Pico do Trevo präsentiert sich mehr wie ein Erdrutsch, denn wie ein Fahr- und Gehweg. Bergab lege ich mich prompt hin, weil es so rutschig ist. 

Als wir die Levada da Rouca erreichen, haben wir zwar noch einen langen, aber sehr bequemen  Spazierweg zurück zum Startpunkt vor uns. 






Fazit: abwechslungs- und aussichtsreiche Runde; nicht bei schlechtem Wetter ohne Sicht gehen, die Wege sind nicht immer deutlich erkennbar




Gehzeit: 5 h

Höhendifferenz: 525 m



Anfahrt:



mehr Bilder und infos zum Kastanienfest:

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2017/11/kastanienfest-in-den-bergen-festa-da.html

an der Küste unterhalb Santana

Santana / Achada do Gramacho - Pico das Murtas - und zurück - 2,5 km
Santana / Teleférico Rocha do Navio - Quebrada Grande

Zweimal Meer an einem Tag, einmal zu Fuß und einmal mit der Seilbahn. Ein Ausflug, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.




Wir waren zu dritt unterwegs, Chris, Jason und ich. Jason hatte die Idee mit dem Abstieg von Achada do Gramacho zum Strand. Schon zweimal musste er den Plan, in diesem steilen Gelände nach unten zu kommen aufgeben. An diesem Oktobertag waren die Wetterbedingung dafür gut.  Chris fühlte sich nicht ganz wohl, wollte aber mitwandern.
Der Weg beginnt am Hotel Quinta do Furão etwas verwachsen, lange Hosenbeine oder besser noch Gamaschen sind sinnvoll. Dann wird es steil. Nur an der Felsnase mit darunter liegender Höhle können wir entspannen. Ansonsten scheint es, als ob wir in engen Serpentinen fast senkrecht über der Brandung sind.












Alles geht gut bis wir unten sind. Jason und ich erkunden noch ein Stück den Strand, bis uns der hohe Wellengang den Weg versperrt. Chris ruht sich derweilen aus, fühlt sich aber weiterhin nicht gut. Der folgende steile Aufstieg macht ihr sichtlich zu schaffen.
Wir erreichen die Felsnase, und da passiert, was sonst auf dem ganzen Weg nicht hätte passieren dürfen: sie wir ohnmächtig und stürzt. Es war der einzige Platz auf diesem Weg, wo ein Mensch der Länge nach hinpasste, ohne in die Tiefe zu stürzen. 
Nach wenigen Sekunden wieder wach und unverletzt, kann sie sich aufrichten, muss sich danach übergeben  - und ab da geht es ihr wieder besser.
Wir bringen langsam unseren Aufstieg zu Ende, gehen etwas trinken und überlegen was wir mit dem angebrochenen Wandertag noch anfangen wollen.
Erstaunlicherweise will die "Patientin" nicht nach Hause und ins Bett, sondern noch ein bisschen Seilbahn fahren. Der Teleférico Rocha da Navio ist gleich um die Ecke und so gondeln wir nochmal hinunter zum Meer, gehen ein bisschen spazieren - São Pedro passt auf - und gut!






















Fazit: mehr als Glück gehabt! Dieser Abstieg braucht absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, sonst lieber Seilbahn fahren