04 August 2017

Runde durch das Tal der Ribeira de Santa Cruz

Levada dos Tornos - Levada Nova - Levada da Serra Do Moinho - Ponte da Roma - Levada dos Tornos  - 12,4  km

Meine Freundin Uta ist wieder da und wir beide wollen gemeinsam durch die Wälder ziehen. Eine gemütliche Wanderung soll es sein, so eine Oma-Tour halt.

Nach einer unglaublich tollen Anfahrt von Santa Cruz über das, auf dem Grat zwischen der Ribeira  de Santa Cruz und der Ribeira da Boaventura führende schmale Sträßchen bis zur Kapelle "Coração de Jesus", stellen wir das Auto in der Rua Mary Jane Wilson ab. 



ab Sitio do Mosqueiro wird die Fahrspur ziemlich urig



Am verschlossenen Gartentor, wo die Treppe zum Hof der Kapelle hinunter führt, recken wir solange die Hälse bis uns eine Ordensschwester entdeckt und uns einlädt, doch herunterzukommen um alles anzusehen. Die Kapelle wird zwar gerade renoviert, dafür dürfen wir uns aber den Garten und das Haus von Mary Jane Wilson ansehen, und bekommen jede Menge erzählt über das Leben und Wirken dieser frommen Frau.



Das Schlafzimmer der "Mutter Teresa von Madeira"

Nach einer halben Stunde können wir uns der der freundlichen Schwester entziehen, um endlich auf der Levada dos Tornos (in Fließrichtung) loszuwandern. Beim Holzschild beginnen wir den Abstieg zur Levada Nova. Der trockene Waldboden mit dem vielen Laub ist ziemlich rutschig, ein oder zwei Wanderstöcke sind auf jeden Fall hilfreich. 






Unten führt eine einfache Holzbrücke über den Bach. Wir schauen uns noch die Madre der Levada an, drehen, und gehen in Fließrichtung weiter durch den schattigen Wald, bis wir eine Betonpiste passieren. Hier verlassen wir den Wasserlauf und kommen, bergab, an ein paar gefährlich kläffenden Hunden vorbei. Der wildeste, der Zähne fletschend angerannt kommt, hängt glücklicherweise an der Leine. Zum glück hält sie, obwohl er mächtig zerrt. Um so freundlicher sind die Leute, die wir bei der Feldarbeit antreffen.



Im Plauderton verpassen wir den Beginn der Levada Moinho da Serra und während wir auf dem bequemen Forstweg dahinspazieren, haben wir schon die alte Steinbrücke Ponte da Roma und damit die Madre der Levada erreicht. 


Blick über das Tal der Ribeira de Santa Cruz

Ponte da Roma

Das Bachbett der Ribeira de Santa Cruz ist unglaublich idyllisch und wir laufen über die Steine immer weiter, bis uns die Felswand mit dem Wasserfall stoppt.





Auf dem Rückweg entdecken wir einen Pfad, der steil durch den Wald nach oben geht und beschließen, mal zu schauen, wie weit wir kommen.
Ziemlich weit, jedenfalls so hoch, dass wir nicht mehr zurück wollen als uns Sturmbruch, Farn und leider auch Brombeeren den Weg versperren.
Wir sind uns einig, dass wir die wenigen Meter, die uns noch von der Levada dos Tornos trennen, schon schaffen werden.


bei dieser Hütte waren wir wieder auf dem Weg und die Qual hatte ein Ende

Haben wir auch, aber mit etlichen Blessuren. Es war eben doch keine Oma Tour. Und jetzt müssen die Kratzwunden gepflegt werden.

Fazit: wenn man auf den vorgegebenen Wegen bleibt eine einfache, überwiegend schattige Rundwanderung. Bei niedrigem Wasserstand kann man sehr schön im Bachbett der Ribeira de Santa Cruz bis zum Wasserfall gehen. 
Für den Aufstieg muss man unbedingt wieder zurück bis zur alten Steinbrücke!!!




Gehzeit: 4 Stunden (wir 6 1/2)

Ab- und Anstieg: 280 m

den Track für die gemütliche Variante findest du hier:
http://danishome.ch/2014.07.31_Tornos_Nova_Moinho_da_Serra.htm

Anfahrt: Variante 1 über Camacha - Richtung Santo da Serra bis Quatro Estradas - hier rechts in die Rua Mary Jane Wilson bis zur Kapelle/Schule

Spektakuläre Variante 2 (nur mit leistungsstarkem Auto) von Santa Cruz auf der Rua Morena - Sitio Mosqueiro - Madre de Água - Kapelle Coração de Jesus

01 August 2017

Summertime...

... and the living is easy ... Musical-Potpourrie über den Wolken

Ecomusicalis hat wieder eingeladen zu einem Klarinetten-Konzert auf der Fajã Redonda.



Dieser abgelegne Platz auf der Serra mutet ein wenig wie das Stonehenge von Madeira an. Tatsächlich dienten die steinernen Einfriedungen dazu, die Schafe zur Schur zusammenzutreiben, als die Serra noch beweidet wurde.



Mit einem Konzert zum Sonnenuntergang wird dieser Platz neu belebt und wir verbinden den Hörgenuss mit einer kleinen Wanderung.

Am Parkplatz bei Bica da Cana ziehen am frühen Abend noch die Wolken über die Serra.



Entlang der kleinen Levada da Serra, die sich ganz versteckt durch die Ebene südlich der Bica da Cana windet, marschiert die Gruppe der Konzertbesucher los. Und schon bald lichtet sich der Himmel.










Mit dem letzten Licht verlassen wir diese phantastische Kulisse und nachtwandern zu unseren Autos zurück.

Das war ein weiteres Highlight dieses Sommers!

Die Konzerte von Ecomusicalis findest du hier:

https://www.facebook.com/Ecomusicalis/

30 Juli 2017

Die Magie des Sommers

Porta da Cruz - im Sommer ein Traum


Wer mediterranes Urlaubsgefühl liebt ist von Juli bis September hier genau richtig. Es gibt kaum einen besseren Ort auf Madeira, wo es sich so herrlich chillen lässt, wie in den Strandkneipen von Porto da Cruz. Anders als in den überfüllten Restaurants, Bars und Stränden im Süden geht es hier am Tage wie am Abend noch sehr entspannt zu. 



Du sitzt wenige Meter vor der Brandung an dieser atemberaubenden Küste und hörst wirklich gute Musik zu deinem Drink. 
Egal, ob du den Tag im Wasser, am Strand oder in den Bergen verbracht hast - hier klingt er perfekt aus.



Vor der Küste fliegen die Paraglider



In der Sandstrandbucht von Porto da Cruz ist die Surfschule aktiv. 



In der geschützten Bucht von Faial können die Schwimmer und Springer mit den Wellen tanzen.




In den Bergen und auf Küstensteigen kannst du tagesfüllende Wanderungen unternehmen



Klar, im Norden ist die Sonnengarantie nicht 100%ig, doch Porto da Cruz bekommt immer ein paar Strahlen mehr als der Rest der Nordküste.

Mein Tipp: erleben, bevor der Dornröschenschlaf vorbei ist 

28 Juli 2017

Der grüne Kessel der Levada D'Agua do Alto

Eine Wanderung oberhalb der Gemeinde Faial im Nordosten der Insel führt uns zu einer der schönsten Quellgebiete einer Levada. An der Levada D'Agua do Alto erwartet uns ein phänomenaler grüner Kessel von mehr als 100 Metern Höhe. 




Wir beginnen unsere Wanderung ganz harmlos im Ortsteil Tojal der Gemeinde Faial auf der Vereda  da Leveda D' Água do Alto. Nach wenigen hundert Metern beginnen die Balanceakte auf der schmalen Levadamauer, weil der Weg entweder weggerutscht ist oder uns nicht mehr sicher erscheint. 




Nach der zweiten Straßenquerung wird es feucht und üppig: meterhohe Schachtelhalme, spanisches Rohr, Girlandenblumen und Kürbispflanzen die aus den Feldern vagabundieren








Kurz nachdem sich die Levada zwischen zwei Häusern durchwindet treffen wir zwei Männer, die erstaunt feststellen, dass sie hier noch nie Wanderer gesehen hätten. In einer kurzen Unterhaltung erfahren wir, dass einer der beiden, im Jugendalter am Bau dieser Levada beteiligt war und jetzt ein größeres Stück Land hier besitzt, das wieder kultiviert werden soll. Er berichtet noch von der Schönheit der Felsformationen an der Quelle und rät uns zu besonderer Vorsicht.




Tatsächlich kommen wir bald an eine kritische Stelle, wo die Levada in den Felsen eingebettet ist und wir überlegen, entweder ohne Stiefel im Levadabett weiterzugehen oder einen kleinen Abstieg zur Umgehung zu machen. Der Ab-  und Wiederaufstieg sieht gut aus und das machen wir dann auch. Kurz darauf sehen wir auch schon den gewaltigen, tropfenden, plätschernden, rauschenden Kessel, der das Wasser für die Levada und das Trinkwasserrohr zusammenträgt.

die Madre

erbaut 1975?








Das Quellgebiet ist ein wundervoller Platz um eine längere Pause zu machen. Auf dem Rückweg gehen wir noch ein Stück weiter an der Levada - über eine schmale Brücke - bis ans Ende, wo wir einen wunderbaren Blick auf den Adlerfelsen im Osten und die Cais von Faial im Westen haben. 





Start und Ende


Fazit: Hin und Zurück-Wanderung für "Levadafreaks" 
viele ausgesetzte  Passagen, teilweise zugewachsen, nur mit Vorsicht und guter Einschätzung der eigenen Möglichkeiten zu begehen. Ziel ist die Madre/Quelle
Wer sich's zutraut, wird absolut belohnt! Einsam!

Länge: 8,4 km hin und zurück

Gehzeit (ohne Pausen): 2.30 Stunden



Anfahrt: Funchal - VE 1 Richtung Machico / Santana - Faial - Tojal - Auto am Ende der Straße abstellen und auf dem Caminho Pinheiro Grande bis zur Levada hochgehen.