20 November 2017

Boaventura - Entdeckung einer neuen Runde

Boaventura - Eirinha - Levada do Achada Grande - Madre - Ribeira de Lá - Boca da Lapinha - Vereda da Lapinha - Achada da Madeira - Achada Grande - Tanque - Levada da Achada Grande - Boaventura - 13,6 km

Am 17. November wurde das letzte Tunnelstück zwischen São Vicente und Boaventura offiziell geöffnet. Damit ist das schöne Wandergebiet im Norden sehr viel schneller erreicht.



Wir wollen sehen, wieviel Wandern das unbeständige Wetter zulässt und starten in Boaventura mit der Idee zur Quelle der Levada da Achada Grande zu gehen und dann mal zu schauen, was geht.
Die kleine Gruppe (drei Frauen, ein Mann, zwei Hunde) startet an der Kirche. Der Weg führt durch den Ort, vorbei an wild kläffenden Hunden, über Treppen durch den Ortsteil Eirinha, nach einem sehr komfortablen Picknickplatz über ein kurzes Straßenstück, dann über Felder hoch in den Wald. Die Wegführung ist mit kleinen Schildern (Levada) und blauen Punkten und Pfeilen markiert. Bei Erreichen einer stillgelegten Levada mit idyllisch überhängenden Fuchsien geht's nach rechts und 75 m weiter wieder nach oben. Nach einer kurzen, steilen und ziemlich rutschigen Passage erreichen wir die Levada da Achada Grande in Richtung "Origem da Levada". 










Der Weg entlang der Levada ist ziemlich rutschig und teilweise ausgesetzt. Nach einem kleinen Felsdurchbruch eröffnet sich ein schöner Blick auf Boaventura. Nach einer knappen halben Stunde erreichen wir die wunderschöne Madre.








Während die Hunde plantschen,entdecken wir den ominösen Weg links an der Madre vorbei. Die beiden Vierbeiner sind begeistert und preschen voraus über den Bach. Wir Menschen sind noch am überlegen, da bricht die Sonne durchs dichte Geäst und gibt den Impuls weiterzugehen.Es geht anfangs mehr durch den Bach als rechts oder links davon. Dann wird unter dem Laub der alte Weg mit Resten von Pflastersteinen und Stufen erkennbar. Es ist ein wirklich schöner Waldweg mit mäßiger Steigung, der viel Muße zum Schauen und Fotografieren lässt. Und was wir da nicht alles entdecken in diesem Zauberwald: Moose, Farne und reichlich Pilze in allen Farben.





















Bei einigen Abzweigungen helfen Markierungen an den Bäumen oder Flaschen auf Ästen weiter. Unser Kompass gibt weitere Gewissheit, dass wir uns in Richtung Achada da Madeira bewegen.


Bei Erreichen des Bergrückens sehen wir das erste Mal ins Tal und gehen davon aus, dass wir noch ein Stück auf dem Grat laufen, um dann einen Abstieg zu finden. Aber es geht erstmal auf der "falschen" Seite wieder bergab, der Weg windet sich Richtung Osten, alles sehr verwirrend! Die Sonne hat sich auch schon wieder verabschiedet, die Wolken sinken tiefer und bei uns stellt sich allmählich ein "Hänsel und Gretel-Gefühl" ein. Wir geben uns noch einen weiteren Anstieg, sollte der nicht zielführend sein, müssen wir den gleichen Weg zurück, damit wir vorm Dunkelwerden wieder in Boaventura sind. Und genau da taucht die "Gipfelfahne" auf - und es beginnt leicht zu regnen. 

der letzte Anstieg

dann können wir durch die Wolken abtauchen


frisch gespurt



Im Steilhang führen frisch angelegte Serpentinen hinunter zum Weiler Achada da Madeira. Eine ärmliche Siedlung mit hässlichen, unverputzten Betonflachbauten, aber Blumen vor jeder Tür. 

Achada da Madeira ist erreicht!





Nach zwei Straßenkilometern treffen wir in der Ansiedlung Tanque wieder auf die Levada. 







Auf dem letzten sehr ursprünglichen Abschnitt schließen wir die Runde und steigen auf dem gleichen Weg nach Boaventura ab, wo wir wieder auf Menschen treffen.

Fazit: eine schöne Entdeckung für einen neuen Rundweg, empfehlenswert nur für geübte Wanderer ohne Höhenangst, die Levada ist nicht gesichert und zum Teil etwas ausgesetzt



Gehzeit:  5 1/2 Stunden





Anfahrt: Funchal - São Vicente - Boaventura (parken an der Kirche)

13 November 2017

Kastanienfest in den Bergen - Festa da Castanha da Serra



Immer noch ein Geheimtipp!
Das Kastanienfest, das im November hoch in den Bergen der Gemeinde Campanario veranstaltet wird, war in diesem Jahr vom Wettergott gesegnet. Bei schönstem Sonnenschein fand am Vormittag auf der Lichtung im Kastanienwald eine Messe unter freiem Himmel statt. 

Der Altar der Waldkirche am Ende der Messe

Währenddessen wurden schon die Öfen angefeuert, um die Kastanien zu rösten. Die Kastaniensuppe dampfte in großen Kesseln, Kastanienbrot und -kuchen waren aufgebaut. Kastanienponcha wurde ausgeschenkt? Man traf sich zum Mittagessen.






Die Besucherzahl ist um die Mittagszeit noch recht überschaubar
Wir wollten noch ein bisschen laufen. Die Idee war, bis Boca da Corrida und über Chão dos Terreiros zurück zu wandern. Das mussten wir aber schnell verwerfen, als wir beim Forsthaus Trompica die Brandschäden des Sommers sahen. Zum Glück konnten die Kastanienbäume unterhalb von Trompica weitgehend gerettet werden.
Also sind wir auf den westlichen Hängen direkt zum höchsten Punkt der Serra gestiefelt, haben uns ins Gras gesetzt und uns viel Zeit genommen, um die einmalige Kulisse und vollendete Stille an diesem herrlichen Platz auszukosten. Es fiel - wie immer - schwer, von dort wieder wegzugehen.

verbrannte Erde bis Boca da Corrida
 zum Vergleich: so sah es hier im letzten Sommer aus:

http://paradies-goes-madeira.blogspot.pt/2016/06/grun-gelb-blau.html

die zentrale Bergkette im Norden



Am späten Nachmittag trafen wir auf der Festwiese auf gute Stimmung. Viele Besucher hatten ein Instrument dabei und machten in spontanen Gruppen Musik, einige tanzten. Die klassischen Spiele, Kreiseln und Seilspringen, begeisterten jung und alt. Ein Fest, so schlicht, so fröhlich und frei von Kommerz - einfach schön!




blauer Kastanienhimmel


Wo das ist? Chão do Boieiro, unterhalb dem Forsthaus Trompica zwischen Fontes und Lugar da Serra

Wie man hinkommt? Funchal - Campanário - Lugar da Serra - dann der aktuellen Beschilderung folgen

Wann? Einmal sonntags im November