23 April 2018

Schlechtwetter-Runde in der Nachbarschaft

Arco da Calheta - Fonte do Til - Fajã do Mar - Banda de Além - Madalena do Mar - Moledos - Achada de Santo Antão - Travessa do Pombal - 8,5 km

Ein großes Tiefdruckgebiet hat sich über Madeira festgebissen und beschert uns absolut kein freundliches Wanderwetter. Bevor wir einrosten, nutzen wir eine nachmittägliche Wetterberuhigung für einen Wanderausflug in die Nachbarschaft. Arco da Calheta ist nicht gerade als attraktives Wandergebiet bekannt, umso überraschter waren wir auf welch urige Pfade wir trafen.



Am Ortseingang von Arco da Calheta starten wir auf dem Caminho Real 23 über die Vereda Fonte do Til hinunter zur Fajã do Mar.





Dort sind in einer Oase zwischen Bananen und Palmen reizende Ferienwohnungen in alten Madeirahäuschen entstanden. Ein Ort absoluter Ruhe für Erholungssuchende mit direktem Zugang zum einsamen Strand.





Durch den 600 m langen Tunnel, der für den Fahrzeugverkehr gesperrt ist, gelangen wir nach Madalena do Mar. Der Strand und auch der riesige Gummibaum vor der Bar von Dona Maria hatten in diesem Winter ziemlich zu leiden. Statt mit einem weiträumigen Blätterdach steht er ziemlich zerfusselt da.



Zurück nach Arco da Calheta geht es über den Berg. Durch Moledos über unzählige Stufen, vorbei an farbenfrohen Amaryllisgärten und laut bellenden Hunden. 



Bei 300 Höhenmetern enden die Bananenterrassen und auch die Treppen. Es geht über den alten, ziemlich zugewachsenen, aber noch deutlich erkennbaren Weg weiter. Die letzten Meter zur Achada de Santo Antão begleitet uns eine kleine Levada, die aus der Ribeira da Madalena kommt.


Blick ins Tal der Ribeira da Madalena

Blick nach Madalena do Mar

Der Abstieg nach Arco über die Vereda das Voltas ist keine einfache Angelegenheit. Der Weg ist grün und rutschig vom Dauerregen. Wir schaffen es ohne auf den Hintern zu fallen und sind am Ende froh wieder Grip unter den Sohlen zu haben.



Fazit: eine schöne Runde, die bei trockenen Bedingungen sehr viel reizvoller wäre.

Gehzeit: 3 Stunden



Blumenfest - Festa da Flor 2018



Tausende von Touristen sind nach Madeira gekommen, um das alljährliche Blumenfest und seinen Höhepunkt, den Festumzug durch die Straßen von Funchal zu erleben.

Es war nicht gewiss, ob er in diesem verregneten Frühling nicht "ins Wasser fällt". Tapfer warteten die Zuschauer im Regen und wurden belohnt. Rechtzeitig zum Start hörte der Regen auf und wer warm genug angezogen war, konnte die Blütenpracht genießen.

Wir waren nicht dabei, aber Fotos und ein Filmchen könnt ihr hier sehen:

https://funchalnoticias.net/2018/04/22/desfile-de-chapeus-de-chuva-substituiu-ontem-as-flores-no-largo-do-colegio/

https://www.youtube.com/watch?v=nWydK-CmFE4&t=170s

16 April 2018

Kirschblütenwanderung bei Jardim da Serra



Eira das Moças - Levada da Rouca ou Levada da Corrida - Boca dos Namorados

"Lass uns doch die kleine Levada bei Jardim da Serra mal gehen. Es ist gerade Kirschblütenzeit." 
Ich hatte unsere Idee schon fast wieder vergessen, als Regina sie in Erinnerung brachte. Wir sind also zu viert unterwegs - klar, Reginas Lucky war mit dabei, denn solche leichten Wanderungen sind mit Hund doppelt nett.
Zunächst fahren mit beiden Autos zur Boca dos Namorados und genießen den weiten Blick über die  nördliche und zentrale Bergkette und hinunter ins Nonnental.


im Hintergrund der Felskopf des Pico Grande

Dann geht es mit einem Auto weiter durch Jardim da Serra und den weißen Schaum der Kirschblüten, über die Estrada da Chote, vorbei am Hotel Quinta da Serra, bis zur Kreuzung mit der Verbindung von Fontaínhas und Terreiros. 



Ohne vorheriges Kartenstudium wäre die Levada bei Eira das Moças kaum zu finden. An besagter Kreuzung starten wir an einem Hohlweg, halten uns bei der ersten Gabelung rechts und entdecken nach ca. 100 m die schmale Wasserrinne, ganz unüblich, in der Mitte eines befahrbaren Wegs.




Dieser zieht sich sehr gemütlich dahin, mit schönen Ausblicken über blühende Wiesen und Bäume bis hinunter nach Funchal. 








Selten haben wir so große Bestände an Eselspetersilie gesehen. Hier wird die, für den Menschen giftige Pflanze, regelrecht kultiviert, um sie als Viehfutter zu ernten.






Nach 3,5 km kommen wir an die Verzweigung der Levada da Rouca Oueste und Este. Unser Abstecher am Hauptast, der vom Lombo da Partilha herunterkommt, endet leider ziemlich schnell im Brombeer- und Stechginsterdickicht. Nur Lucky setzt seine Erkundung noch ein Stückchen fort bis er zurückgerufen wird.




hier war Schluss


Wir spazieren nach dem Überqueren der Estrada da Corrida an den Hängen der Serra da Eira da Laje am östlichen Levada-Ast weiter bis zu einer Kirschplantage, wo er vertikal abbiegt und endet.





Am kreuzenden Forstweg halten wir uns links. Auf dem Weg bis zur Boca dos Namorados freuen wir uns an der Entdeckung von weißen Zistrosen und den seltenen großen Madeirawacholderbäumen.





Weniger erfreulich sind die "Safari-Jeeps", die diesen Weg benutzen. In jedem dieser Fahrzeuge sind ein paar Hundert Lebensjahre dicht zusammengedrängt, und wohl deshalb entsprechend langsam und vorsichtig, rumpeln die Fahrzeuge über die Schotterpiste.
Wir Wanderer werden beäugt als wären wir im Zoo. 

Nach gemütlichen knapp 7 km sind wir zurück und werfen noch einen letzten Blick ins Nonnental. Ein paar Wolken haben sich über die Bergkette geschoben, doch uns war die Sonne war treu geblieben.



Fazit: eine wunderschöne Wanderung ohne echte An- oder Abstiege, auch für Kinder oder nicht schwindelfreie Menschen gut geeignet. 

Wer mit nur einem Fahrzeug unterwegs ist, sollte nur den einsamen West-Ast der Levada hin und zurück bewandern. Dazu startet man am besten auf der Estrada da Corrida direkt bei den letzten Häusern Richtung Westen.

Gehzeit: 2 1/2 bis 3 Stunden




Anfahrt: Funchal - Estreito da Câmara de Lobos - Jardim da Serra - Boca dos Namoradas oder Corrida/Bar Mario


Levada dos Tornos im Südosten





Camacha - Lombo Grande - Ribeira das Vinhaticos - Rua/Capela da Mary Jane Wilson - 13 km

Das letzte Ende der über 100 km langen Levada des Tornos wollen wir mit Freunden als einfache Streckenwanderung mit zwei Fahrzeugen in Angriff nehmen. Wir möchten den Madeira-Neulingen gerne die phantastische Gratstraße von Santa Cruz bis Sítio das Quatro Estradas zeigen. Das Sträßchen verläuft auf dem schmalen Bergrücken zwischen der Ribeira da Boaventura und der Ribeira de Santa Cruz. Wer Bergstrecken liebt, kommt hier auf seine Kosten. Ein motorstarkes Fahrzeug sollte man aber schon haben, falls doch mal was entgegenkommt.




Wir stellen nach der abenteuerlichen Fahrt ein Auto an der Kapelle der Mary Jane Wilson ab und fahren mit dem zweiten nach Camacha, dem Ausgangspunkt unserer Levadawanderung. Der absteigende Weg zur Levada wird mit Holzschildern ausgewiesen (Caminho Municipal das Salgados). 
Nach 10 Minuten haben wir die Levada erreicht. 








Nach den schweren Stürmen und starken Regenfällen des Winters musste hier viel aufgeräumt werden: Bäume, die auf die Levada gestürzt waren, Erdreich und Felsbrocken, die ins Rutschen kamen. Der Weg an der Levada ist gangbar, doch der Kanal ist noch nicht überall freigeschaufelt. Über weite Strecken steht nur Regenwasser in der Levada. Die kleinen Wasserfälle sind nur mit großer Vorsicht zu passieren. Die mächtigen können über Brücken gequert werden.





Die zarten Blümchen entlang des Weges dürfen nicht ablenken,  die Levadawanderung erfordert volle Konzentration.

Pantoffelblümchen

Passionsblume

Immergrün

Wasserdost





Die beiden Tunnel sind ein wenig nass, aber mit Lampen ohne Probleme zu passieren.
Interessant ist der Deckeneinbruch am Ende des zweiten Tunnels und die Aushöhlungen mit Wasserbecken und Fenstern.



Die folgenden Siedlungen verstecken ihre Ärmlichkeit hinter einem farbenprächtigen Blütenreichtum.

Lilienwiese

Ranunkeln


Dann schwenken wir ein in das Tal der Ribeira dos Vinhaticos ein. Hier braucht es etwas mehr Vorsicht, denn die Levadamauer ist nass und Baumstämme ragen über den Weg. Danach wird es wieder harmlos und wir beenden die Wanderung ganz bequem bis zur Rua Mary Jane Wilson.







Fazit: nur für Wanderer, die schwindelfrei und ohne Höhenangst laufen können. Bei den Wasserfällen und in der Ribeira dos Vinhaticos muss man derzeit besonders vorsichtig sein.

Gehzeit: 4 h

Anfahrt: Funchal - VR 1 - Santa Cruz - Caminho Moreno - Sítio Mosqueiro - Capela da Mary Jane Wilson