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22 Oktober 2026

Durch die Bananenterrassen von Madalena do Mar

Die Steilhangterrassen über Madalena do Mar sind für mich die eindrucksvollsten Bananenanbaugebiete auf Madeira. Unter einer 400 m hohen Felswand, die Schutz vor kaltem Nordwind bietet und einen idealen Wärmespeicher darstellt, reihen sich die Bananen auf schmalen Feldern, beinahe senkrecht zur Küstenlinie. 

Im letzten Winter kamen Sturm und Regen für die Bananen jedoch von der "falschen" Seite. Nicht nur, dass die Stauden mit ihren bis zu 50 kg schweren Fruchtständen umlgerissen wurden, sondern massive Felsabbrüche und Erdrutsche zerstörten viele der Anbauterrassen.

Wir wagten uns zunächst nicht mehr zum Wandern in diese Hänge, solange sich Felsmassen und Erdreich nicht stabilisiert hatten. Nachdem wir über den Sommer von unten beobachten konnten, wie sich Pflege und Ernte der Bananen normalisiert haben, machten wir Ende Oktober erstmals wieder eine kleine Runde.


unter dem Bananenlift auf der Vereda da Levada da Madalena

der freigeschnittene Schilftunnel


eine der zerstörten Schneisen mit großen Felsbrocken


die abgerutschten Hänge werden mit Kürbispflanzen vor weiterer Erosion geschützt



die Wege sind noch nicht überall wieder mit den kleinen Kettenfahrzeugen befahrbar

Abstieg mit Blick auf die Siedlung Anjos


einfache Blechdächer schützen vor den Wasserfällen

paradiesische Ferienanlage "Canto das Fontes"


Auf dem Rückweg über die alte Küstenstraße kommen wir noch an der Capela de Nossa Senhora dos Anjos vorbei. Mehr dazu im Blog: caminho-real-23




Fazit: Die höhergelegenen Bananenwege sind wieder begehbar und sicher. Im Gegensatz zu den offiziellen Spazierwegen durch die Gärten an der Küste, die als Rotas de Bananas ausgeschildert sind, bieten sie tolle Aussichten entlang der Südwestküste.














06 März 2025

Madalena do Mar für Bergziegen

"Lass uns noch eine kleine Runde in der Nachbarschaft wandern, bevor uns das bevorstehende Sturmtief nass erwischt!" Weil wir vorher noch etwas in Ribeira Brava zu erledigen hatten, fiel die Wahl auf Madalena do Mar. Ein Aufstieg durch die Bananenterrassen, bequem weiter auf gutem Weg und zurück über Anjos auf der alten Küstenstrasse. Das war der Plan. Man kann sich denken, dass es anders kam. Meine Neugierde "mal schauen, wohin diese Treppen führen" hat uns wieder eine ganz neue Runde eröffnet. Nicht bequem, aber beeindruckend.


Wir beginnen den Aufstieg an der Vereda da Levada da Madalena (die genaue Beschreibung findet ihr hier: bananenwege-im-sudwesten). Bananenwege sind kein Spaziergang, aber dieser Aufstieg ist mittlerweile in wirklich gutem Zustand und, wenn man sich Zeit lässt, leicht zu gehen. Sogar die Schilfpassage ist recht aufgeräumt.








im nassen Schilfgürtel wachsen Lebermoose ...

... und Brunnenkresse

Auf 180 hm treffen wir auf den bequemen, betonierten Weg, den wir in sanftem Auf und Ab durch die hochgelegenen Terrassen bis zum Teleférico in Outreiro gehen könnten. 





ein Bananentransporter

Aber dann sehen wir die Stufen, die weiter nach oben führen und dicke Wasserschläuche, die entlang dieser Stufen verlegt sind. Woher werden diese Wassermengen geholt, die die Bananen brauchen? Immerhin wachsen sie hier in steilen Südhängen, wo es nur wenige Tage im Jahr regnet. Wir steigen also dem Wasser durch verrutschtes Gelände hinterher, treffen auf die Reste der ehemaligen Levada und dann auf einen relativ breiten Weg. Hier reiht sich eine Höhle an die andere. Und in jeder wird eine Quelle angezapft. 
Neben diesen Entdeckungen sind die Aussichten einfach nur genial!

Achtung: dieser Abschnitt des Aufstiegs sollte nicht bei schlechten Wetterbedingungen begangen werden. Die Gefahr von Erdrutschen und Steinschlägen ist nicht unerheblich!


der gemütliche Weg durch die Bananen liegt bereits tief unter uns


mittig im Bild ist unser Boule-Platz zu erkennen









verfallene Levada




Die Wasserleitungen sind natürlich jüngeren Datums. Die ursprüngliche Levada da Madalena wird erst wieder deutlich sichtbar, als wir die Felstraverse verlassen, um weiter nach Canhas hinaufzugehen.







Wir kommen oben an der ER 222 direkt an der Kreuzung mit der ER 209 (nach Paúl da Serra) an. Um wieder nach Madalena do Mar zurückzukommen, müssen wir einen guten Kilometer entlang der Straße Richtung Westen. Nachdem wir die Ribeira do Carvalhal umrundet haben, können wir in Socorro über die Vereda do Lombo wieder absteigen. Diesen steilen Weg kennen wir von etlichen Aufstiegen, und stellen fest, dass er mit jedem Mal in besserem Zustand ist. 





Am Restaurant "A Poita" sind wir zurück in Madalena do Mar. Nun kommen wir doch noch zu unserem Spaziergang durch die Bananen und entlang der Küste.




Fazit: tolle Runde mit fantastischen Ein- und Ausblicken, aber kein Weg für Gelegenheitswanderer! Der Aufstieg zur Felstraverse ist steil, rutschig und ungesichert