Die vermutlich letzte Tour von meiner bucket list 2026: Ich wollte für den Aufstieg von Chão dos Louros zum Sattel des Pico do Tapeiro unbedingt einen sonnigen Tag und wolkenfreien Himmel. Irgendwie passten die Bedingungen und meine Wanderzeiten nie so richtig zusammen. Hätte es gestern in den Bergen nicht so kräftig geregnet, wäre der Tag heute fast perfekt gewesen. Durch die Nässe war es ein bisschen schwieriger. Im Aufstieg wegen des durchgeweichten Waldbodens, im Abstieg wegen der rutschigen Stufen. Trotz alledem war es ein beglückendes Wandererlebnis.
Wir beginnen die Wanderung morgens am Posto Florestal etwas oberhalb von Chão dos Louros. Noch tropft es von den Bäumen und die Farne hängen nass und schwer im Weg. Die Waldluft ist unglaublich Energie spendend.
Es gibt viele undeutliche Pfade zwischen der Boca da Encumeada und Chão dos Louros, und mit einiger Ortskenntnis ist es letztendlich egal, welchen wir gehen, bis wir auf den eindeutigen Abzweig für den Aufstieg treffen. Danach kann man den Weg bis zur Felswand des Tapeiro nicht mehr verfehlen, denn es geht mehr oder weniger steil auf einem Bergrücken gerade hoch, vorbei an mächtigen Lorbeerbäumen.
Nach der Seilstelle über eine sehr glatte Felsplatte, beginnt die Kraxelei. Und jetzt ist die Nässe echt unangenehm: ist der Boden weich, dann rutscht er unter den Stiefeln weg; ist er felsig, gibt es weder für die Hände noch für die Füße guten Halt. Das erfordert ziemlich viel Konzentration und ist ein bisschen Adrenalin lastig. Das hat den Vorteil, dass ich nichts von meinem zwickenden Knie spüre.
Nach zwei Stunden Aufstiegszeit treten wir auf den sonnigen Sattel des Tapeiro hinaus und genießen selig das 360° Panorama.
Wir sind jetzt auf der Vereda da Encumeada, dem PR 1.3, und steigen nach einer gemütlichen Pause zum Pass ab. Auf den zwar breiten, aber ziemlich rutschigen Stufen meldet sich das Knie zurück und wir beschließen, die Runde über den Caminho do Norte, den PR 21, abzuschließen. Der ursprüngliche Plan war, noch eine Schleife über den Pico dos Ferreiros und die Vereda do Rosto Branco zu machen. Ein anderes Mal!
Fazit: eine kurze, aber anspruchsvolle Runde für Wanderer mit Erfahrung auf den wilden Wegen Madeiras
Höhendifferenz: ↗↘ 470 m