Nach vielen Wochen und Monaten mit steifer und schmerzender Muskulatur, besonders in den Beinen, dachte ich schon, dass meine Zeit der Entdeckungen auf Madeira vorbei wäre, Wanderungen nur noch möglich auf Wegen, die ich kenne, möglichst nur bergauf, bloß nie bergab und nicht länger als zwei bis drei Stunden. Aber nun hat mich das Wärmewunder der letzten Tage - spät in diesem Jahr! - doch wieder aus der Erstarrung erlöst. Nach ein paar vorsichtigen längeren Touren, konnte ich ich endlich mal wieder etwas Neues wagen und meinen Pfadfindergeist richtig ausleben. Begleitet haben mich Piet und Chris.
Wir starten erstmal ganz harmlos auf dem Oma/Enkel Weg, PR 22, der rund um Chão dos Louros führt. Am Posto Florestal gehen wir noch ein Stück auf dem PR 21 weiter bergauf und suchen einen Abzweig nach links - ohne Track kaum zu finden. Nach ein paar Schritten wird der Pfad eindeutiger, aber nur weil die Baummarkierungen sehr eng gesetzt sind. Eine dicke Schicht trockenes Laub knirscht unter den Füßen und versteckt den Weg. Ohne Anstrengung, einfach nur konzentriert zwischen den Lorbeerbäumen gehen, dem Vogelgezwitscher zuhören - einfach schön. Nach einer guten halben Stunde treffen wir auf die bekannte Vereda do Rosto Branco mit ihren senkrecht aufragenden weißen Felsen.
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| Baumfarne am Posto Forestal |
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| eng gestzte Markierungen |
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| Vereda do Rosto Branco |
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| die weiße Felswand |
Dann beginnt der Aufstieg. Die Gruppe, die diesen Weg vor einer Woche zum Encontro de Pedestrianismo gegangen war, hat hier zum Glück sehr eindeutige Spuren hinterlassen. Der steile Pfad windet sich zwischen den Felsen hinauf und, weil es viele markierte Abzweigungen gibt, müssen wir uns immer mal wieder mit dem Garmin neu verorten. Es ist schon sehr erstaunlich wie viele alte Wege in diesen nordseitigen Hängen verlaufen.
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| einer der seltenen Ausblicke ins São Vicente Tal |
Ganz unerwartet kommt der plötzliche Ausstieg in ein blau-gelbes Farbspektakel am Barracão, dem aufgegebenen Steinbruch oberhalb der Boca da Encumeada. Immer mal wieder werden dünne Wolken über den Pass geblasen, die sich innerhalb von Minuten wieder auflösen. Der Himmel bleibt blau.
Wir gehen entlang der - für Autoverkehr - gesperrten Straße hinunter zum Encumeada-Pass und folgen dem Canal do Norte, um zu sehen, ob nach den umfangreichen Bauarbeiten alles wieder frei zugänglich ist. Ja, das Tor zum Reservoir und Druckrohr steht offen und wir können den schönen Ausblick über das Ribeira Brava-Tal genießen.
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| Canal do Norte Süd |
Zurück am Pass nehmen wir für den Rückweg nach Chão dos Louros nicht den PR 22 mit seinen unangenehmen Blockbohlenstufen, sondern suchen uns einen Pfad, der etwas weiter unten von der Straße abzweigt. Auch hier gibt es wieder unzählige Wege, die es uns schwer machen die Richtung zu halten. Nach etlichen Schleifen treffen wir wieder auf den PR 22, der zum Parkplatz auf Chão dos Louros zurück führt.
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| irgendwo versteckt liegt ein Weg |
Höhendifferenz: 440 m
GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/chao-dos-louros-boca-da-encumeada-267330939






















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