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19 April 2026

Projekt: Censo de Aves Comuns - Zählung der gewöhnlichen Vogelarten

Nachdem ich bereits im Winter an der Zählung von Zugvögeln (Projeto Arenaria) und im März an der Beobachtung und Zählung von Bussarden (Censo de Mantas) teilgenommen hatte, hatte ich mich in diesem Jahr auch erstmalig zur Zählung der gewöhnlichen Vogelarten gemeldet. Ein wenig überrraschend war, dass der Aufwand hierfür ungleich höher ist, als für die vergangenen Zählungen. Zwar ist die Artenvielfalt auf Madeira relativ gering, und deshalb konnte ich mir zutrauen die 18 Arten mithilfe von birdnet sicher bestimmen zu können. Aber es mangelte in den letzten Jahren an Freiwilligen, und so sollte ich zunächst für die ausgewiesene Route eine Lebensraumbestimmung an 20 Standorten durchführen. Das bedeutet, auf einer Strecke von ca. 40 Km die Habitate neu zu dokumentieren, um dann an einem Morgen im April (und ein zweites Mal im Mai) ab Dämmerung für etwa vier Stunden an den entsprechenden Standorten zu schauen und zu lauschen, was da singt und piept.



Außer dem Rotkehlchen waren noch folgende Vögel zu erwarten: Amsel, Mönchsgrasmücke, Canarienvogel, Mittelmeermöwe, Madeira-Buchfink, Weidensperling, Felsentaube, Türkentaube, Einfarb-Segler, Goldhähnchen, Turmfalke, Gebirgsstelze, Stieglitz, Grünfink, Wiedehopf, Wachtel, Canarenpieper.

Außer dem Weidensperling waren in dem von mir beobachteten Gebiet (siehe Karte) bei der ersten Zählung in Woche 16 alle Arten zu hören, bzw. zu sehen. Eine zahlenmäßige Auswertung wird es im Sommer auf der Seite https://spea.pt/censos/censo-aves-comuns/#relatorios geben.




Das Projekt

Die Zählung der gewöhnlichen Vogelarten (Censo de Aves Comuns - CAC) ist ein Programm zur langfristigen Überwachung gewöhnlicher Brutvögel und ihrer Lebensräume in Portugal. Es wurde 2004 von der Portugiesischen Gesellschaft für Vogelkunde (SPEA) auf dem Festland und auf Madeira ins Leben gerufen.

Da Umweltpolitik die Bewirtschaftung und Nutzung des Territoriums beeinflussen, stellt die Erstellung eines „Index der gewöhnlichen Vögel“ in Portugal nach Lebensraumtyp (landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich usw.) ein wichtiges Instrument zur Messung der Nachhaltigkeit der politischen Entscheidungen selbst im Zeitverlauf dar. Die ersten (und wichtigen) Schritte in diese Richtung wurden bereits unternommen, da der vom CAC bereitgestellte Index für gewöhnliche Vogelarten in die Nationale Strategie für nachhaltige Entwicklung 2005–2015 als einer der zu berücksichtigenden Umweltindikatoren aufgenommen wurde. 

Die Bedeutung der Zählung der Feldvögel beschränkt sich nicht auf den nationalen Rahmen, da sie in das paneuropäische Überwachungsprogramm für Feldvögel (PECBMS, https://pecbms.info/) integriert ist, das von Birdlife International und dem EBCC (European Bird Census Council) koordiniert wird. Dies bedeutet, dass die in Portugal erhobenen CAC-Daten ebenfalls jährlich zu den Populationstrends von Wildvögeln auf europäischer Ebene beitragen.

Die Hauptziele dieses Projekts sind:

1. Informationen über die Populationsschwankungen einer Vielzahl von brütenden Vogelarten in einer Vielzahl von Lebensräumen auf dem gesamten portugiesischen Staatsgebiet (Festland und autonome Regionen) zu sammeln. Um geeignete Schutzstrategien festzulegen, ist es unerlässlich zu wissen, inwieweit die Vogelpopulationen zunehmen oder abnehmen. Ihre Überwachung bietet zudem den Vorteil, als wertvoller Indikator für den Erhaltungszustand anderer Tiergruppen und der Lebensräume im Allgemeinen zu dienen.

2. Jährlicher Beitrag zum paneuropäischen Überwachungsprogramm für häufige Vogelarten (PECBM) mit Daten zu den Bestandsentwicklungen der portugiesischen Arten.

3. Das Wissen über die Biologie der Populationen gewöhnlicher Vogelarten und insbesondere über die Faktoren, die für den Rückgang einiger Arten verantwortlich sind, zu verbessern.

4. Den Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume durch die direkte Einbindung einer großen Zahl von Freiwilligen in entscheidende Vogelüberwachungsprojekte zu fördern. 


28 Januar 2026

Projekt Arenaria - Zählung von Zugvögeln

Weil ich die Arbeit der Portugiesischen Gesellschaft für Vogelkunde (SPEA) schon seit längerem verfolge, hatte ich mich in diesem Winter entschlossen beim Arenaria Projekt mitzuhelfen und mich gemeinsam mit meiner Freundin Elke zur Vogelzählung auf Madeira angemeldet.


Das Projekt Arenaria wurde 2009/10 zur Überwachung der Verbreitung und Häufigkeit von Vögeln an den Stränden und Küsten Portugals ins Leben gerufen, als die erste nationale Zählung der überwinternden Küstenvögel in Portugal durchgeführt wurde.

Die jetzige Phase des Arenaria-Projekts besteht in der Sammlung von Informationen über mehrere Jahre hinweg, um zuverlässige Ergebnisse zu den Populationstrends präsentieren zu können.

Projekt Arenaria

Aufgrund ihrer geografischen Lage am Zusammenfluss von Atlantik und Mittelmeer vereint die portugiesische Festlandsküste typische Arten der atlantischen und mediterranen Meeresfauna, die zusammen mit denen der Azoren und Madeiras zur außergewöhnlichen Vielfalt dieser Region beitragen. Auch die Lage des Landes an einem Schlüsselpunkt zwischen zwei großen Landmassen – Eurasien und Afrika – macht diese Region der Erde besonders wichtig für zahlreiche Vogelpopulationen, die die Küstenstreifen vorübergehend während ihrer Wanderungen oder für einen längeren Zeitraum während der Überwinterung nutzen.






An den Küstenlinien von Madalena do Mar und São Vicente sollten wir in der Zwischengezeitenzone die Watvögel zählen. Es war uns schon klar, dass wir auf unserer eher artenarmen Insel ohne echte Sandstrände keine üppigen Ergebnisse, wie auf dem Festland, erwarten können. Trotzdem war es etwas desillusioniernd, dass wir außer Enten, Tauben und einer Möwenart, der Mittelmeermöwe (die nicht zu den Zugvögeln zählt) lange gar keine Küstenvögel entdecken konnten. Erst als wir einen sehr abgelegenen Küstenabschnitt bei São Vicente, die Fajã de Areia erkundeten, liefen uns doch noch drei Strandläufer vor's Fernglas.



Der Regenbrachvogel, Numenius phaeopus, ist ein Zugvogel aus subarktischen Gebieten und überwintert in subtropischen Breiten. Auf den portugiesischen Inseln ist er nur einzeln oder in kleinen Schwärmen anzutreffen. Es war also schon ein besonderes Glück, dass wir diese Dreiergruppe entdecken konnten.


Numenius phaeopus - Foto: Elke Bredemeier