Lombo - Espigão/Geodésico - Terra Chã
Nach all den Genusswanderungen der letzten Monate hatte ich mal wieder den Wunsch nach einer echten Herausforderung, nach dem Motto "mal schauen, was noch geht". Also suchte ich aus meiner Liste etwas aus, was dort schon lange wartet, fragte Jorge, ob er mich führt, und wir fanden einen Tag, an dem ich sowieso keine Wanderbegleitung hatte.
Weil unser Weg sowieso einer Generalüberholung bedurfte (es gehen hier einfach nur noch selten Wanderer), begleitet uns auch noch Orlando Barbeito. Dann machte sich die 70+/- Gruppe auf den Weg, die beiden Männer, wie immer mit dem Podão (Machete).
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| da wollen wir hinauf - Espigão |
Auf den letzten sehr steilen hundert Höhenmetern muss ich zweimal Pause machen - das Alter und die Hitze machen sich bemerkbar. Als wir den Geodésico von Espigão und damit den Gipfel des Lombos erreichen, ist alle Müdigkeit verflogen. Die Aussichten sind grandios.
Der Abstieg Richtung São Vicente erfolgt zunächst auf dem Grat, mal gut geschützt durch dichten Baumheidebewuchs rechts und links, mal direkt auf dem Fels, mit ganz moderatem Gefälle. Dann wird der Bergrücken breiter, wir sind in der Lorbeerbaumzone, und nur wer weiß, wo ein Weg sein sollte, wird ihn auch finden. Ich kann eigentlich ganz gut Spuren lesen, aber hier wäre ich verloren gegangen. Jorge und Barbeito setzen neue Markierungen, zeigen mir, wo der alte, aufgegebene Weg gewesen wäre, und gehen so zielstrebig durch das kniehohe Laub nach unten, als würden sie das jeden Tag machen. Als wir in die Eukalyptuszone kommen beginnt die nicht endend wollende "Direttissima", elend steil und mit dem ganzen Laub und Rinden wirklich müsam. Dazu noch ein paar Klettereinlagen - mehr als einmal wünschte ich mir einen Fallschirm. Absprungmöglichkeiten hätte es genug gegeben, aber ich musste mich mit den überwältigenden Aussichten zufriedengeben und mit mittlerweile ziemlich müden Beinen noch den Weg entlang der Felswand über Terra Chã - hochkonzentriert - schaffen. Was mich in diesen Situationen immer von meiner Müdigkeit ablenkt, sind die Geschichten von den Menschen, die dies jahrhundertelang tagtäglich gemacht haben: Holzfäller, die dort oben gearbeitet und ihre Frauen und älteren Kinder, die das Mittagessen auf den Berg gebracht haben.
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| Blick nach vorn - São Vicente - das ist der Abstieg |
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| Blick zurück - Espigão |
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| die Lapas negras an der Ostflanke |
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| Ribeira Água d'Alto |
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| Blick zurück - der Abstieg durch die Flanke |
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| zurück in der Zivilisation |
Ich bin ziemlich glücklich, als ich wieder ebenen Boden unter den Füßen habe und einfach nochmal den Blick zurück schweifen lasse. Was für eine tolles Abenteuer! Wir sind 760 m hinauf und 930 m hinunter und ich habe dafür fast acht Stunden gebraucht.
Fazit: eine geniale Wanderung bei Top-Wetter, ABER nie ohne ortskundige Führung und mit viel Wasser, denn es gibt keine Quelle und damit keinen ständig wasserführenden Bach
























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