04 Oktober 2023

im Herbst in den Norden

Der Herbst ist schon eine tolle Wanderzeit. Das Wetter ist stabiler als im Frühling, und wenn die Berge doch in den Wolken verschwinden, so bleibt es auf jeden Fall warm. Falls die Sonne zu doll knallt, dann wandern wir eben durch den tiefgrünen und immer frisch-feuchten Lorbeerwald.


Schon lange war ich nicht mehr in Terras da Fora, einer sehr abgelegenen, winzigen Siedlung östlich von Arco de São Jorge. Mit Aufstieg über den Caminho Real 23 - oder auch mal wild daneben - kommen wir nach Ribeira Funda. Von dort geht’s durch dichten Wald bergab. Ein schöner Weg, der aber auch Trittsicherheit erfordert.

In Terras da Fora sitzen wir lange auf den Treppen im Weinhang - hier ist Madeira immer noch traumhaft schön, auch wenn sich der Norden immer mehr durch Schnellstraßen, Brücken und Tunnel verändert. Der Rückweg nach Arco de São Jorge führt eine ganze Zeit am Meer entlang, dann durch kleine Veredas, vorbei an Gärten und um viele Hausecken. Eine sehr entspannte Wanderung - trotz der Höhenmeter!









von Terras de Fora kann man entlang der Küste nach Rocha de Baixo und São Jorge weiter wandern



die Sternfrucht / Karambole gehört zu den Gurkenbäumen - entdeckt in einem Garten in Arco de São Jorge



Und noch eine schöne Runde, wenn auch etwas herausfordernder:



Die Vereda do Rosto Branco habe ich nun schon ein paar Mal rauf und runter bewandert, aber es gibt doch bei jedem Gang immer nochmal was Neues zu erkunden - und zu entdecken! Mit Chris bin ich unterwegs von Rosário hinauf durch die Felder bis zur Levada de Fajã de Ama, um dann den Spuren der Levada Velha do Folhadal zu folgen.










Dort entdecke ich ein fast blühendes Exemplar der seltenen Madeira-Riesenglockenblume - eine endemische Pflanze: Musschia wollastonii. die Knospen färben sich schon, da muss ich wohl in ein paar Tagen nochmal wiederkommen.




Bis zum ersten Steilanstieg ist es eine einfache Wanderung, der weitere Weg ist anspruchsvoll. Siehe hier:












01 Oktober 2023

Chaminé

Falca de Baixo, Serra d’Água, Levada dos Tornos, Vereda das Lajas (Faias), Vereda do Canário, Soladinha, Boca da Relvinha, Dique Basáltico, Lombo da Eira, Quebrada, Levada das Faias, Serra de Água, Falca de Baixo


Nachdem die unermüdlichen Caminheiros in diesem Jahr mehrere alte Wege in Boaventura wieder zugänglich gemacht haben, trieb es mich um, auf Entdeckertour zu gehen. Ich kenne drei Strecken, die aus dem Tal der Ribeira do Porco die östliche Flanke hinaufführen und nach zuverlässigen Quellen sollen drei weitere gangbar gemacht worden sein. 


Abgesehen von der Vereda da Boca das Voltas, die ein schöner und einfacher Wanderweg ist, haben alle anderen Auf/Abstiege Schwierigkeitsgrade von schwer bis sehr schwer. Wir planen also eine Ganztageswanderung bei stabiler Wetterlage und wählen für den Aufstieg eine uns bekannte Route, die Vereda das Lajas (Faias - die Bezeichnungen gehen mitunter etwas durcheinander). Für den Abstieg suche ich die (nach Beschreibung) einfachste Route über den Lombo da Eira aus. Dass das Einfachste vom Schwierigen immer noch genug Herausforderung mit sich bringt, erfahren wir gleich mehrere Male. Es ist sehr, sehr steil, es gibt absolut Null Sicherungen, das Gestein ist teilweise brüchig. Einzig die Bäume sind es, an denen man Halt findet, wenn es senkrecht hinuntergeht. Aber die Wegführung ist immer eindeutig, und das ist der Vorteil beim Abstieg: man sieht von oben besser, wo es weitergeht und wie man am besten hinunterkommt. 


Bei gutem Wetter ist der Dique Basáltico, eine gewaltige Felsnase, die sich per Abstecher einfach erklettern lässt, das Highlight der Wanderung. Der Blick geht über den Chaminé und die Gebirgskette im Süden zum gegenüberliegenden Pico do Meio Dia und weiter über das Tal der Ribeira do Porco nach Boaventura.



zu Beginn des Aufstiegs auf der Vereda das Lajas



keine Muschel, sondern ein Baumpilz


bei Trockenheit ist die Felstreppe unproblematisch

eine der wenigen Aussichtsfenster beim Aufstieg

etwas Orientierungssinn ist in der Bachpassage vonnöten


unterhalb der nassen Felswand können wir aus dem Dschungel heraussteigen

Soladinha - trotz schattigem Aufstieg sind die T-Shirts klatschnass geschwitzt



Dique Basáltico - die große Felsnase


Tal der Ribeira do Porco

Chaminé


Pico Meio Dia und im Hintergrund Topo das Queimadas



Lombo da Eira


"Ausstieg" am Caminho da Levada dos Tornos

Quebrada

letzter Blick zum Chaminé in Serra d'Água

Ribeira do Porco


Wir sind nach fast acht Stunden wieder zurück am Startpunkt und werden in der Bar von Falca schon fast als alte Bekannte begrüßt. Selten schmeckte ein Shandy besser! 


Fazit: mit guter Vorbereitung, Ortskenntnis und bei trockenem Wetter eine schöne, aber sehr anspruchsvolle Tour


GPX:  https://de.wikiloc.com/routen-wandern/chamine-148847887


Die Wanderung mit der einfacheren Variante - Abstieg über die Boca das Voltas - liegt tatsächlich schon fünf Jahre zurück:


https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2018/11/eine-runde-durch-das-pilzparadies.html

Heavy clouds ...

… but no rain

the sun won’t shine till the clouds are gone 

the clouds won’t go till their work is done


Dieser Ohrwurm von Sting ging mir während unserer Wanderung über den Höhenweg vom Encumeada-Pass Richtung Pico Ruivo nicht mehr aus dem Kopf. Und so änderten wir am Torrinhas-Pass kurzerhand unseren Plan, die Wanderung über den Pico Canário fortzusetzen und stiegen ab ins Tal. Auf halbem Wege nach Lombo do Urzal waren wir dann endlich unter blauem Himmel. Doch es war noch ein langer Weg durch das Tal der Ribeira do Porco und entlang der Levada das Faias bis wir unser Auto in Boaventura erreichten. 

























Fazit: eine tolle Tour auf guten Wegen, die allerdings eine gute Kondition voraussetzt


GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/encumeada-torrinhas-boaventura-148848595