27 März 2019

Relógio (da Água da Levada) do Poiso



Die Turmuhr in Canhas ist eines der wenigen erhaltenen Monumente auf Madeira, die aus einer Zeit stammt, in der Uhren noch nicht allgemein verwendet wurden.  

Errichtet wurden sie Ende des 19. Jahrhunderts von den Verwaltungskommissionen einiger Levadas, um die Verteilung des Wassers unter den Heréus, den gemeinschaftlichen Besitzern der Levadas, besser zu steuern. Es waren immer einfache Türme mit rechteckigem Grundriss und einer Uhr mit mechanischen Uhr- und Schlagwerk.

Die Wasser-Turmuhr von Canhas aus dem Jahr 1890 wurde 1998 restauriert und wird auch heute noch vom Levadeiro alle 72 Stunden mit einer Kurbel von Hand aufgezogen. Sie gilt als nationales Monument, auch wenn sie so unscheinbar inmitten einer hässlichen und chaotischen Bebauung steht.


Ponta do Sol, Canhas, Sítio do Carvalhal; Estrada Engenheiro Teixeira Sousa (ER 209)




Wer das Uhrwerk besichtigen will, kann sich die Tür von Senhor José in der Bar Cajarana gegenüber aufschließen lassen.




Senhor José spricht englisch und ist stolz auf die älteste Uhr in Ponta do Sol


weitere Informationen (nur portugiesisch):





25 März 2019

eine interessante Entdeckung

Canhas/Sítio Levada do Poiso - Levada Velha - Ribeira do Calderão (Madre) - 10 km (hin und zurück)




Dank des Levada-Blogs der Caminheiros Anónimos haben wir eine uns gänzlich unbekannte Levada im Südwesten entdeckt. Sie muss wohl einige Jahre ziemlich verwildert gewesen sein und dadurch schwer zugänglich. Weil es aber auf Madeira die Tendenz gibt, landwirtschaftliche Flächen wieder aus dem Dornröschen- oder besser Brombeerschlaf zu erwecken und dafür Wasser gebraucht wird, erfahren auch etliche alte Levadas eine Renaissance. Sehr zum Vorteil für uns Wanderer, die gerne einsam unterwegs sind.

Wir starten an der Levada Nova in Canhas, haben ungefähr eine Idee, wo die Levada Velha herunterkommt und Regina kann sich erinnern, dass sie in dieser Gegend vor einigen Jahren schon herumgestreift ist. Ihre Erkundungen verliefen sich damals jedoch schnell im Dickicht. Jetzt ist alles freigeschnitten, aufgeräumt und - wie wir später sehen werden - in den wilden Schluchten gut gesichert.

sehr markant: die gemauerten Rechen

schmale Pfade entlang der Levada, ...

... die munter plätschert



etwa 100 m läuft sie parallel zu einer Betonpiste

etliche stattliche Eichen säumen den Weg


hier geht man links auf breitem Weg vorbei und ...

... muss den bröseligen Abhang nicht hinaufkraxeln, ...

... aber was macht man nicht alles für eine schöne Blume, die oben leuchtet

Wasserrervoir auf 770 m

bei 800 m beginnt der betonierte Levadakanal und ...

... schwenkt kurz darauf in die Schlucht der Ribeira Cova Grande ein



Levadatreppenbrücke

gut gesichert

Weideflächen eines großen Rinderhofs

die Levadamauern sind breit und es gibt keine ausgesetzten Stellen

Ribeira do Curral Velho

Levadazufluss aus der Ribeira do Curral Velho


auf dieser Brücke ist die Levada unter den Stufen



kurz vor der Madre in der Ribeira do Calderão

kurz vor der Madre in der Ribeira do Calderão

Madre der Levada Velha

Wir versuchen diesmal keine Runde aus der Tour zu machen, sondern gehen an der Levada mit ein paar Rechts/Links-Schlenkern zurück bis zum Ende, wo sie von der Levada Nova aufgefangen wird.

diese Levadatreppe hat eine gesicherte Umgehung, s.u.





die Sonne versucht es doch noch

unsere freundliche Begleitung auf dem Rückweg

es wird schon wieder gezündelt

Mitte oben Levada Velha, rechts unten Levada Nova


kurz vor den ersten Häusern wird es zweispurig ... 

... um einen Teil abzuleiten ... 

... mit dem herkömmlichen Stein-Pullover-Prinzip

am Wasserreservoir mündet die kleine Velha in die große Nova


gleich gegenüber sieht man das skurrile Freiluftmuseum

Fazit: eine leichte Levadawanderung mit schönen Überraschungen




Gehzeit: 3 h
Höhendifferenz: 300 m




Anfahrt: Funchal - Ribeira Brava - VE 3 Ponta do Sol - ER 222 Canhas - ER 209 bis Poiso




18 März 2019

Stadt, Land, Fluss

Funchal - Levada do Bom Sucesso - Ribeira de João Gomes - Babosas - Levada dos Tornos - Curral dos Romeiros - Choupana - Jardim Botânico - Bom Sucesso / Funchal - 12 km



Die Levada do Bom Sucesso von Monte in die Stadt scheint zum Pflichtprogramm jedes Funchal-Besuchers zu gehören. Schon aus diesem Grund war sie für mich lange Zeit nicht wirklich interessant. Als dann 2016 die verheerenden Brände das Tal der Ribeira de João Gomes verwüsteten, wurde sie für lange Zeit gesperrt. In der Zwischenzeit wurde viel renoviert, gesichert und vor wenigen Wochen der Wanderweg offiziell wieder freigegeben. Jetzt passte es gerade mit dem Wetter und da musste es einfach mal sein.


Blick nach downtown vom Startpunkt Bom Sucesso

die ersten Levada-Meter
Autobahnbrücke über die Ribeira de João Gomes


Wir (Regina begleitet uns) starten in Funchal im Ortsteil Bom Sucesso, gehen den Weg im Aufstieg. Es kommen uns wenige Wanderer, aber ziemlich viele Ausflügler mit absolut unpassendem Schuhwerk entgegen. Auch der Abstieg an der Levada do Bom Sucesso ist ein Bergweg und kein Spaziergang!



das Levadabett ist trocken








Levadabrücke

die Holzstufen wollen kein Ende nehmen

so bitte nicht!

Kurz vor der Brücke über die Ribeira de João Gomes trifft man auf den alten Pflasterweg, der Monte mit Curral dos Romeiros verbindet. Auch dieser Abschnitt ist vorbildlich hergerichtet und entsprechend belebt.




renovierte Brücke über die Ribeira de João Gomes


Wir versuchen die längere und interessantere Variante und schlagen den westseitigen Pfad ins Tal ein. Der Pfad ist schlecht unterhalten, an etlichen Stellen sehr ausgesetzt, und viele umgestürzte Bäume müssen unter- oder überklettert werden. Mit Erfahrung und Vorsicht, bei trockenem, windstillen Wetter ist dieser Weg machbar.





Genau beim Tunneleingang erreichen wir die Levada dos Tornos. Wir schauen nur kurz rein und gehen dann in Fließrichtung weiter. Den Wasserfall können aufgrund der Wintertrockenheit ohne Probleme passieren. Auch im weiteren Verlauf ist die Levada in sehr gutem Zustand, jedoch ohne jegliche Sicherung!


durch diesen Tunnel gelangt man in die Ribeira do Pisão

Levada dos Tornos

das Wasserschloss 



hier wird der Fluss "eingefangen"

der fast trockene Wasserfall - jetzt nur ein Grasfall

Reste der Sicherungen


Blick auf Monte

wieder in der Zivilisation - bei Curral dos Romeiros


Ab Curral dos Romeiros ist die Levada des Tornos einfach und leicht zu gehen. Wir verlassen sie in Choupana und wandern abwechselnd über wenig befahrene Straßen und Treppenwege zum botanischen Garten und weiter zu unserem Ausgangspunkt.


ein beschaulicher Spazierweg

mit Einkaufsmöglichkeit

und blühenden Bäumen

Einblick in den botanischen Garten


Fazit: abwechslungsreiche Runde, aus der Stadt in die wilde Einsamkeit und zurück

Die Passage zwischen Babosas und der Levada das Tornos verlangt absolute Trittsicherheit. Für die Levada bis Curral dos Romeiros muss man 100% schwindelfrei sein. Der Pflasterweg ist die sichere Variante!

Gehzeit: 5 h 



Anfahrt: Funchal - Parken nahe dem Jardim Botânico