24 Mai 2025

Konzert im Rosengarten

Wandern und Musik hören ... eine tolle Kombi

Im Rosengarten von Arco de São Jorge hörten wir am letzten Wochenende im Rahmen des Festa da Flor ein tolles Quartett. Aber vorher wollten wir den sonnigen Sonntag noch mit einer kurzen Wanderung genießen - auf dem Caminho Real 23 nach Boaventura und über die Vereda do Encontro wieder zurück.











10 Mai 2025

Pico Ruivo do Paúl

Estanquinhos - Pico Ruivo do Paúl - Vereda da Terra Chã - "Miradouro" Ribeira do Hortelã - Verbindungsweg zu den Fontes Ruivas - ca. 10 km

Endlich mal wieder ein Sonnenscheintag auf der Serra, ein kurzes freundliches Intermezzo, bevor das nächste Tiefdruckgebiet die Insel heimsuchen wird. Nach all den Meldungen über Erdrutsche und Steinschläge ist mir eine Wanderung auf der Hochebene am liebsten, da kann einem ja nichts auf den Kopf fallen.

Nachdem sowohl der Aufstieg zum Pico Ruivo do Paúl vom Stechginster gesäubert worden ist, als auch die Verbindung zwischen der Vereda da Terra Chã und dem Gelände der Fontes Ruivas, bzw. dem Forsthaus Estanquinhos wieder offen ist (den MIUT-Organisatoren sei Dank!), lässt sich hier eine sehr gemütliche Wanderrunde machen. Es sind überwiegend breite Wege, ideal für eine Tour mit Begleitung, weil man nebeneinander laufen kann.


Start ist also am Forsthaus Estanquinhos an der ER 208, dann der Beschilderung folgend Aufstieg zum Pico Ruivo do Paúl, wo man mit einem schönen Blick über das Sao Vicente-Tal bis zum Zentralmassiv belohnt wird. 



Der Abstieg erfolgt auf dem breiten Weg, der zur Errichtung des Sendemast angelegt worden war. Bei der ersten Wegekreuzung besser links gehen, der Pfad geradeaus ist sehr zugewachsen, dann nach ca. 200 m rechts weitergehen. Nach einem Kilometer trifft man wieder auf eine Piste und bleibt rechts bis man auf eine Kreuzung stösst. Das ist die Vereda da Terra Chã: nach rechts setzt sie sich fort bis hinunter nach Chão da Ribeira, geradeaus käme man an die Levada do Norte - wir gehen links und kommen nach einem weiteren Kilometer in des Quellgebiet der Ribeira do Hortelã. Im Sommer ist hier nicht zu erkennen, dass wir uns auf einem gewaltigen, natürlichen unterirdischen Wasserspeicher bewegen. Aber nach dem vielen Regen dieses Frühjahrs ist es Überschwemmungsland und auf dem Weg sind großflächige Pfützen. 

Um der Wanderung ein kleines Highlight zu verpassen, kann man einen kleinen Abstieg in die Ribeira do Hortelã machen. Dazu halten wir Ausschau nach den Wegmarkierungen, die die Canyoninger mittels bunter Bänder in die Sträucher geknüpft haben. Dann geht es von Stein zu Stein bis wir den kleinen Bach erreicht haben und ihn an einer passenden Stelle überqueren können. Wir folgen dem nun trockenem Pfad bis er sich teilt: geradeaus könnte man nun über den Grat des Lombo do Queimado zur Ribeira do Seixal weitergehen - wir halten uns links und steigen gleich durch die Baumheide ein paar Meter hinunter. Da hören wir schon die erste Wasserfallstufe der Ribeira do Hortelã rauschen. Vor uns erhebt sich ein kleiner Felsstock, von dem man eine geniale 360 Grad Rundumsicht genießen kann. Ein toller Platz für eine Pause.



Auf demselben Weg geht es zurück zur Vereda da Terra Chã. Bei gutem Wetter und freier Sicht (nur dann lohnt sich die Runde!) kann man die Piste bald nach links verlassen und weglos bis zur Kreuzung ER 209/PR 6.5 laufen. Gegenüber der Wandertafel ist ein Trampelpfad zu sehen, der bis zu den Fontes Ruivas mit bunten Bändern in Sträuchern markiert ist. Er schlängelt sich recht eigenwillig durch den lockeren Baumheidebewuchs bis wir den Picknickplatz im Fichtenwäldchen erreichen. Ab hier gibt es wieder eine Beschilderung, die zum Forsthaus zurückführt.


Fazit: Eine sehr entspannte Runde bei suboptimalen Wanderbedingungen ohne große Höhenunterschiede.


GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/pico-ruivo-do-paul-212998373

25 April 2025

Fanal - eine neue Runde

Ribeira da Janela - Caminho Real 23 - Variante ao Fanal - Vereda do Castanheiro - Vereda da Tranquada - 9,4 km

Heute Nacht startet der 16. MIUT (Madeira Island Ultra Trail) über 115 km quer über die Insel. Nein, wir sind natürlich nicht am Start, aber wir verfolgen diesen Lauf mit großer Aufmerksamkeit. MIUT 2025 

In diesem Jahr ist die Streckenführung gegenüber den Vorjahren stark verändert. Besonders interessiert hat mich die neue Variante von Ribeira da Janela hinauf zum Fanal. So sind wir noch nie aufgestiegen, und nutzen deshalb den Tag vor dem Lauf, um sie zu erkunden.

Wir starten am alten Waschplatz auf dem Caminho da Ribeira Escura, der nach der Furt in den Caminho Real 23 (die ursprüngliche Pflasterung ist hier noch deutlich zu sehen) übergeht. Bevor wir die Vereda da Tranquada erreichen, geht es abrupt rechts bergauf. Der Weg ist deutlich, er wird auch manchmal von Mountainbikern benutzt. Bequem geht es durch den Lorbeer-Eukalyptus-Mischwald bis wir auf eine breite Graspiste treffen. Die Biker-Spur kommt von rechts, wir gehen links weiter durch offenes Gelände.

Am Ende der Graspiste zweigt rechts ein Weg bergauf ab. Je weiter wir uns dem Fanal mit seinen Lorbeer-Giganten nähern, um so schöner wird der Weg. Ein bisschen matschig zwar (das ist dem regenreichen Frühling geschuldet), aber sehr entspannt zu laufen. Nie steil, kein Grund sich anzustrengen, purer Genuss im Wald, und absolute Ruhe. Der höchste Punkt unserer Runde ist der Cabeço da Esmoitada, wo wir eine Pause auf einem Sonnenflecken unter einem dieser majestätischen Bäume einlegen. Wie schade für die MIUT-Athlethen, dass sie diesen wunderbaren Wald bei Dunkelheit nicht sehen können. Aber wer weiß, vielleicht wirkt der Wald in der Nacht noch mystischer?!

Von hier sind es nur ein paar Meter bis wir auf die Vereda do Castanheiro treffen (der MIUT-Trail geht hier weiter hinauf bis zum PR 13 und weiter ...). Wir beginnen mit dem Abstieg und merken schnell, wie viel gemütlicher sich die Variante laufen ließ. Die Vereda do Castanheiro ist wesentlich steiler und ruppiger, rutschiger und im unteren Teil ziemlich durch Baumbruch verwüstet. Alles gut begehbar, aber halt längst nicht so schön. 

Dort, wo wir die Vereda da Tranquada erreichen, ist der Weg wieder gut aufgeräumt. Das ganze Astwerk türmt sich rechts und links des Weges und wir können die Runde mit einem Waldspaziergang ausklingen lassen.




























Fazit: sehr schöne, einfache Waldrunde, allerdings mit beachtlicher Höhendifferenz

Gehzeit: 3 h 40

Höhendifferenz: ↗↘ 750 m

GPX: https://de.wikiloc.com/routen-wandern/fanal-210673233





20 April 2025

Levada Velha - Canhas

Der Ostersamstag verspricht endlich Sonnenschein - auch auf der Serra - und wir wollen endlich mal wieder eine längere Wanderung in den Bergen machen. Wir brechen extra spät auf, weil der Wetterbericht erst ab dem Vormittag klaren Himmel verspricht. Aber, wie so oft in den letzten Wochen, irrt er sich. Mittags fegen immer noch dichte Wolken, von einem steifen Nordwest getrieben, über die Hochebene. Bei gemessenen 9 Grad (und gefühlten 5) steigen wir garnicht erst aus, sondern fahren ohne zu zögern wieder bergab, Richtung Canhas/Ponta do Sol. Und wo wandern wir? Die versteckte Levada Velha wäre eine Option, wenn sie schon aufgeräumt worden ist - wir versuchen es. 



Es war eine gute Idee. Bei mittlerweile 15 Grad und Sonne starten wir an der Levada nahe am großen Wassertank. Die Begleitwege sind frisch gemäht, die Winterschäden durch Baumbruch und Felssturz zwar noch nicht repariert, aber alles ist frei geräumt und gefahrlos zu passieren. Wir durchqueren auf dem Weg zur Madre drei Schluchten mit rauschenden Wassermassen. So viel Wildheit so nahe an der Zivilisation ist immer wieder faszinierend.




















Auf dem Rückweg verlassen wir die Levada oberhalb einer kleinen Apfelplantage und gehen auf einem Waldweg hinunter bis zur Straße, die nach Pinheiros führt. Es ist eher ein asphaltierter Feldweg auf dem sehr selten mal ein Auto entlang fährt (heute war es eins). An der kleinen Kapelle führt rechts der Caminho da Escola in einer langen Schleife hinunter bis zur Levada Nova. Wie zu erwarten hat auch hier der regenreiche, stürmische Winter ziemlich viel Schaden angerichtet, und noch ist nicht alles wieder hergestellt. Die großen Felsbrocken, die die Levada verschüttet haben, lassen sich zwar mit Vorsicht überklettern, empfehlenswert ist dieser Levada-Abschnitt derzeit aber nicht. Ich bin eher erleichtert  als wir aus der Schlucht der Ribeira da Madalena heraustreten. 









Weiter geht es sehr gemütlich über grüne Wiesen zurück zur Levada Velha. Sie ist im unteren Teil ein kleiner Wildbach mit etlichen Kaskaden, dazu begleiten uns viele blühende Obstbäume.








Fazit: die Levada Velha ist besonders im Frühling eine lohnenswerte Wanderung. Die Runde über die Levada Nova, die wir heute gemacht haben, möchte ich zur Zeit aber nicht empfehlen.

mehr Infos zur Levada Velha: https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2019/03/eine-interessante-entdeckung.html