11 Januar 2019

Levada dos Piornais - durch die Stadt Funchal

Sie ist eine der ältesten intakten Levadas von Madeira und seit 1562 bewässert sie Zuckerrohr- und Bananenplantagen. Bis in die 70 er Jahre des letzten Jahrhunderts erfüllte sie noch weitere Aufgaben im Stadtgebiet von Funchal. Im Winter, wenn die landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht bewässert werden mussten, wurden die Mühlsteine mehrerer Wassermühlen bewegt. Fast noch wichtiger war die Levada jedoch für die Waschplätze. 

Es ist wirklich schade, dass die Stadt Funchal nichts unternommen hat, den ethnographischen Wert dieser öffentlichen Wäschereien zu erhalten. Jahrhundertelang waren sie sowohl Anziehungspunkt als auch Arbeitsplätze. Hier wurde nicht nur die eigene Wäsche gewaschen, sondern auch die Kleidung der "feinen Städter", womit sich viele Frauen ihr tägliches Brot verdienten.

Bis zur Einführung des Leitungswassers (um 1930) sorgte die Levada dos Piornais für sauberes Wasser, das sie aus dem Tal der Ribeira dos Socorridos befördert.

Den parallel zum Flusstal verlaufenden und sehr beeindruckenden Abschnitt haben wir vor einigen Wochen besucht. 



Nun wollten wir uns gerne mal den städtischen Teil anschauen. Ohne große Erwartungen, denn Hotels und Appartement-Blöcke bestimmen die Ausblicke.
Es wurde ein überraschend schöner Spaziergang.

Los ging's am Marítimo Fussballstadion Richtung Westen durch die Stadtteile Barreiros, Ajuda, Casa Branca, Piornais, Areeiro, Papagaio Verde, Santa Rita - 5 km

Fussballstadion

Rua Levada dos Barreiros







heruntergekommener öffentlicher Waschplatz




Gründach-Appartements



öffentlicher Waschplatz






Kabelsalat



nach 5km Blick auf das Cabo Girão




08 Januar 2019

Auf zu neuen Ufern

Fajã dos Cardos - Levada do Pico do Furão - Levada do Poiso - 8 km
Zum Auftakt des Wanderjahres und zum Einlaufen meiner neuen Stiefel sollte es eine kurze, einfache Strecke sein. Und wenn Madeira komplett wolkenfrei ist, dann lohnt es unbedingt ins Nonnental zu fahren und unter dem grandiosen Panorama der umgebenden Gipfel zu wandern.




Am nordöstlichen Ende des Tals endet die Straße in der Siedlung Fajã das Cardos. Ich wusste zwar, dass die Fußwege, die aus dem Tal heraus/hinaufführen in den letzten beiden Jahren gründlich erneuert worden sind, aber über die wegweisenden Wandertafeln bin ich doch sehr erstaunt. Das verspricht doch eine sehr entspannte Tour zu werden, wenngleich es im Schatten noch sehr frisch ist, 9,5 Grad mittags um 12 Uhr.




120 Hm Aufstieg genügen um uns warm zu laufen, dann sind wir an der Levada do Pico do Furão. Alles tipptopp bis zur Madre an der Ribeira do Curral das Freiras. Und auch im weiteren Aufstieg. Wir wollen aber heute nicht hoch hinaus und zweigen bald nach der Brücke zum Entdecken nach rechts ab. Die kahlen Kastanienbäume lassen viel Licht auf die saftig grünen Terrassen und weite Kolonien von Schwertlilien wollen blühen bevor sich das Blätterdach im Frühling schließen wird.


Treppenaufstieg zur Levada






Levada im Winter ohne Wasser

Zugang zur Madre
Madre der Levada do Pico do Furão

... mit neuer Brücke

Madre von oben -oder ist es der Padre?

neuer Weg oberhalb der Levada zur Brücke






Zig Pfade ziehen sich durch den lichten Kastanienwald. Hier werden also die köstlichen Maronen gesammelt, für die Curral das Freiras alljährlich im November ein Fest veranstaltet. 






Immer auf der Suche nach neuen, alten Wegen baut uns Piet eine Furt über die Ribeira do Gato und erkundet den Aufstieg am anderen Ufer. Unsere Begleiter sind nicht sonderlich begeistert, zu steil, zu nass und schattig. Wir machen kehrt und wandern sehr gemütlich zur Levada do Pico do Furão zurück, an ihr entlang - endlich in der Sonne! - und wechseln an der Ribeira da Gomeira über die neue Brücke auf die Levada do Poiso. 





Ribeira do Gato

Pico do Gato - Pico das Torres

Rückweg aus der Ribeira do Gato



die gegenüberliegende Hangseite, die entdeckt werden wollte

mit neuer Brücke über den Corgo das Águas

Levada do Pico do Furåo Richtung Norden


Picknick am Dreikönigstag

Ribeira da Gomeira

Levada do Pico do Furão (Rückschau von der Levada do Poiso)

auch hier jede Menge Kastanienbäume

Am Ende treffen wir auf die Wegekreuzung zum Torrinhaspass/Lombo do Urzal - PR2 und steigen wieder hinunter nach Fajã dos Cardos.


Kreuzung mit dem PR 2 über den Torrinhas Pass - Ende der begehbaren Levada do Poiso

Torrinhas-Pass

Curral das Freiras Richtung Süden

das ganze Zentralmassiv in der Nachmittagssonne



Fazit: eine kurze, leichte Wanderung in einem sehr einsamen und idyllischen Tal 

Gehzeit: 2.30 h
Höhendifferenz: 170 m




Anfahrt: Funchal - Curral das Freiras - Fajã dos Cardos bis zum Ende der Straße