06 Oktober 2021

Bergwetter - auf zum Pico Ruivo

Pico Redondo - Queimadas - Vereda da Achada do Teixeira - Variante Encumeada Baixa - Casa Abrigo do Pico Ruivo - Pico Ruivo - Sunset - 9 km

Der Oktober startet spätsommerlich mit hohen Temperaturen und einer stabilen Wetterlage. Ein gutes Wochenende, um endlich mal auf der Pico  Ruivo-Hütte zu übernachten. Wir starten erst zur Mittagszeit, weil wir den Besuch noch am Flughafen verabschieden wollen, dann fahren wir nach Santana und auf der ER 218 weiter bis zum Parkplatz Pico Redondo. Hier beginnt der "Caminho para Todos", ein breiter Waldspazierweg, der nach Queimadas führt (wo alle parken, die auf die Levada do Calderão Verde wollen). Noch bevor das Besucherzentrum erreicht ist, geht es links am alten Casa Florestal vorbei auf die Vereda Achada do Teixeira. Die anfänglich noch gepflasterte Straße wird bald zum breiten Bergweg, der nicht allzu steil, aber stetig nach oben geht. Er ist angenehm zu gehen - solange es trocken ist. Bei Regen kann sich der Weg streckenweise in einen Bach verwandeln.


Kurz bevor wir auf ca. 1300 m die ER 218 erreichen, zweigt ein alternativer Aufstiegsweg ab, der sich - zum Glück - als aktuell freigeschnitten erweist. Andernfalls wäre die Orientierung schwierig, denn es sind nur wenige Wegmarkierungen zu entdecken. Zunächst queren wir mehr oder weniger Höhe haltend  durch den dichten Baumheidewald zum nächsten Bergrücken. Dann geht es sehr steil bergauf. Über das großen Rutschfeld mit teilweise lose liegenden Felsbrocken braucht es besondere Vorsicht, um nichts loszutreten. 









Nach dieser Kraxelei werden wir mit phantastischen Aussichten belohnt. Aber auch für den weiteren Aufstieg braucht es immer mal wieder Handeinsatz. Eine körperliche Herausforderung, aber eine echte Alternative für den Ruivo-Aufstieg. Als wir den Pflasterweg erreicht haben, der vom Parkplatz Achada do Teixeira zur Hütte führt, wäre eigentlich der Umweg über den Encumeada Alta angedacht, aber bei unserem Begleiter reicht die Kraft nicht mehr, und wir ziehen auf dem Weg gemütlich weiter bis zum Casa do Abrigo.











welch ein Unterschied!


Bis zum Sonnenuntergang haben wir noch ein bisschen Zeit für das Abendessen (das man sich mitbringen muss): Spaghetti Bolognese und Rotwein. Dann sprinten wir ohne Rucksack rauf zum Gipfel und sind ganz erstaunt, wie sich die Wolkendecke rund um die Insel geschlossen hat. Ein kräftiger, aber warmer Wind pustet uns kräftig durch, während wir auf das alltägliche und doch immer wieder spektakuläre Ereignis warten. 










Im letzten Tageslicht gehen wir zurück zur Hütte und sitzen noch eine Weile draußen, endlich mal wieder in absoluter Dunkelheit, die uns zeigt, dass es die Milchstraße wirklich noch gibt. Und ein paar Sternschnuppen flogen zur guten Nacht auch noch vorbei. Dann geht's ins schöne Bett!

Und nach dem Sonnenaufgang werden wir auf anderen Pfaden wieder zurückwandern.

Fazit: der Aufstieg ist nur für konditionsstarke Bergwanderer ein Genuss

Tipp: wer nicht auf der Hütte übernachten möchte, nimmt den Abstieg über Achada do Teixeira - Homem em Pé. So lässt sich eine tolle Runde zusammenstellen oder eine Acht mit einer Klettereinlage über den Encumeada Alta (auch dieser Weg ist derzeit freigelegt).


Gehzeit: 4 h

Höhendifferenz: ↗ 915 m


Anfahrt: Funchal - VR 1 - Machico - VE 1 - Santana - ER 218 - Parkplatz Pico Redondo


Info: Reservierungen für die Hütte können über folgende Adresse gemacht werden

Associação de Compartes Ilha Autêntica

Estrada Eng. Vieira 219, n.º1A, 9230-235 Ilha - Santana 

NIPC: 511142250 

Telf. 291572124 

Email: info@picoruivo.com 



27 September 2021

Levadawandern bei Boaventura


Falca de Cima / Boaventura - Levada da Achada Grande - Ribeira dos Moinhos - Levada da Cima - Vereda do Pico Vigia - Vereda do Aviso - Ponta Delgada - 11 km

kleiner Aufstieg zur Levada / Blick zum Torinhas-Pass

Blick auf die östliche Talseite

Falca de Cima

Wanderwege in Boaventura gehören immer noch zu meinen Favoriten. Diesmal wollen wir aus dem Tal der Ribeira do Porco über die Levada da Achada Grande zur Ribeira dos Moinhos und von dort über die Levada da Cima Richtung Ponta Delgada. Es war nicht ganz klar, ob die Schäden vom Unwetter im Dezember 2020 schon alle behoben sind, aber - wie schon häufiger berichtet - gibt es in dieser Gegend soviele Wanderwege, dass wir zur not auch hätten ausweichen können. Glücklicherweise sind die Reparaturarbeiten an der Levada da Achada Grande bereits alle behoben. Der Übergang zur Levada da Cima ist zwar noch ein wenig nasser als vorher, aber gut machbar. Die Levada da Cima hatte stark gelitten und war an vielen Stellen stark verschüttet. Dort sind die Arbeiten noch voll im Gange, aber am Wochenende kann man problemlos passieren. 


Levada da Achada Grande





der einzige, kurze Tunnel



Nach dem Tunnel machen wir einen kurzen Abstecher zum Geodesico, diesmal bei guter Fernsicht. Der Weg ist frisch geputzt, breit und sicher.

Blick vom Geodesico auf Boaventura

Blick auf den Pico do Meio Dia

 Geodesico

das "berühmte" Felstor an der Levada da Achada Grande

einer der spannenden Abzweige kurz vor der Madre

nahe der Madre

Ribeira dos Moinhos

Abstieg durch das wunderschöne Bachbett





gleich gibts Picknick auf der grünen Wiese


Madre der Levada da Cima

die Bachquerung an der Madre ist möglich ohne nasse Füße zu bekommen

Levada da Cima (einer der intakten Abschnitte)




Großbaustelle



Der Anblick der ehemals wildromantischen Küstenstraße zwischen Ponta Delgada und Boaventura, die wir bei unserem Abstieg überqueren ist wirklich schockierend. Ob sie wohl jemals wieder - zumindest für Fußgänger - geräumt und freigegeben wird ist fraglich. 

Zum Glück ist der Caminho Real 23 verschont geblieben und als alter Pilgerpfad weiterhin zwischen den Gemeinden begehbar.

Caminho do Aviso (mit verschütteter Küstenstraße)




CR 23 nach Ponta Delgada

Fazit: die Wanderung durch die, von dem Dezemberunwetter stark geschädigte, Region sollte nur am Wochenende unternommen werden, um die Aufräum- und Aufbauarbeiten nicht zu stören. Die Wege sind aber mittlerweile wieder sicher. An der Levada da Cima besonders, denn die ehemals ausgesetzten Stellen wurden im Zuge der Bauarbeiten als Erstes ausgebessert.


Gehzeit: 4 Stunden

Höhendifferenz: ↗ 110 m ↘ 530 m


Anfahrt:


Dass man in dieser Region immer Überraschungen erleben kann, seht ihr an dieser Runde:


und manchmal ist die Überraschung einfach nur das perfekte Wetter: