17 Oktober 2021

Chão da Ribeira - eine steile Runde

Chão da Ribeira - Viveiro das Trutas - Vereda das Feitas - Lombo das Faias - Vereda das Voltas - 6,5 km

Goldener Oktober - ich habe mich auskuriert und kann endlich wieder wandern! Wir fahren nach Seixal und weiter nach Chão da Ribeira. Am Ende des Hochtals ist die Forellenzucht "Viveiro das Trutas", und hier beginnt unsere Runde. Entlang der Levada do Seixal führt der Weg zur Vereda da Feitas. Es gibt verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, wir nehmen den letzten, ausgehend von der Wiese hinter den Forellenbecken.

Levada do Seixal

Einstieg zur Vereda das Feitas


Nach drei Bachquerungen treffen wir auf den Abzweig zum Lombo das Faias. Ab hier geht es nun 600 Meter fast senkrecht bergauf. Die Wanderstöcke werden verstaut, denn nun brauchen wir beide Hände frei. Der Pfad ist mehr oder weniger gut zu erkennen. Meistens ist der Bergrücken so schmal, dass man garnicht anders kann. Wo es breiter wird, muss unbedingt auf Baumzeichen und Absperrungen durch quergelegte Zweige geachtet werden. Ein Track ist hier nicht wirklich zuverlässig, bzw. kann sogar gefährlich werden.

hier beginnt der Lombo das Faias






Ausblick auf Chão da Ribeira

Beginn der Felspassagen









der Felsgrat




Nach den Felspassagen sind noch ca. 200 Höhenmeter zu bewältigen, die wirklich kräftezehrend sind. Zum Glück können wir uns oft an den Wurzeln und dünnen Stämmen der Baumheiden hochhangeln. Auf 1240 m treffen wir auf den Wanderweg PR 13. Eine lange Pause - dann sind wir schon wieder am absteigen. Über die breit ausgebaute Vereda das Voltas gehen wir sehr gemütlich zurück ins Tal. Dort wartet Moritz 

Miradouro an der Vereda das Voltas


Als wir eintreffen ist schon alles aufgebaut, aber wir haben noch ein bisschen Zeit für einen Poncha im "Casa de Pasto Justiniano". Dann beginnt das einstündige Konzert mit dem Quarteto Moritz, bei dem das kleine madeirensische Instrument, die Braguinha, die Hauptrolle spielt. Sehr schön - einfach mal reinhören:





Fazit: sehr schwer! sehr anstrengend! Für den Lombo das Faias braucht es nicht nur absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, sondern auch ein bisschen Klettererfahrung und viel Kraft und Gelenkigkeit.

Wir sind auf diesem Lombo im Mai abgestiegen, das war nicht schwieriger als der Aufstieg. Ich denke, es lag daran, dass wir gut ausgeruht mit dem Abstieg begonnen hatten. Die letzten 200 m, egal ob rauf oder runter haben es einfach in sich, weil die Beine müde werden.

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2021/05/lombo-das-faias.html


Gehzeit: 5 h

Höhendifferenz: ↗  ↘ 870 m






16 Oktober 2021

Quarteto Moritz - Konzert in Chão da Ribeira

 


Im Rahmen des Blumenfestes finden in diesem Oktober vier Open-air -Konzerte - Concertos da Flor -  auf Madeira statt. Die ersten beiden konnten in Funchal besucht werden, das dritte entsprach mehr unseren Vorstellungen von Konzertgenuss: In Chão da Ribeira, dem Hochtal über Seixal - vor dem wohl idyllischsten Häuschen dieser Gegend. 

Das Quarteto Moritz widmet sich der Braguinha, diesem kleinen Instrument, das als Madeiraimport vor 250 Jahren nach Hawai kam und als Ukulele bekannt wurde. Wer mehr zu dieser Geschichte erfahren will, schaut hier: http://ukulelezeit.de/die-ukulele-auf-madeira/

Es war ein gelungener Abschluss eines wunderschönen Wandertags in goldener Oktobersonne.







06 Oktober 2021

Levada do Calderão Verde e Inferno

Pico Ruivo - Vereda da Ilha - Levada do Calderão Verde - Levada do Calderão Inferno - Levada do Calderão Verde superior - Calderão Verde - Queimadas - Caminho para Todos - Pico Redondo - 23 km

morgens um 7 h - Blick aus dem Fenster der Pico Ruivo Hütte

Aufstieg zum Gipfel


Sonnenaufgang um 7 h 58

Nach dem Müsli-Frühstück beginnen wir unseren Abstieg von der Pico Ruivo Hütte - bei weiterhin schönstem Sonnenschein - auf der Vereda da Ilha. Die Warnung, die uns auf der Hütte eine Wanderführerin gab, dass dieser Weg total zugeginstert wäre, erwies glücklicherweise als falsch. Auch hier ist ordentlich zurückgeschnitten und gemäht worden. Die 900 m bergab gehen aber auch auf gutem Wege ziemlich in die Knie.





Wegweiser auf halber Strecke



Erstmal waren wir froh, als wir die Levada erreicht hatten, aber jetzt mussten wir uns den Weg mit vielen anderen teilen. Trotzdem! ich war noch nie im Calderão Inferno und das war eine gute Gelegenheit. Gleich vorweg, der Höllenkessel war enttäuschend. Vielleicht waren die Erwartungen zu hoch, aber ich sah einfach nur eine von Brombeeren überwucherte Schutthalde unter hohen, grünen Wänden. Damit wäre dieses Ziel für mich abgehakt. Die Levadabaukunst, die Wasserfälle, die Schluchten, ja der ganze Weg sind natürlich spektakulär - keine Frage!









Calderão Inferno




Eingang zum langen Pico Ruivo Tunnel

Vor dem Pico Ruivo Tunnel fließen die Levada do Calderão Inferno und die Levada do Calderão Verde Superior zusammen zur Levada do Pico Ruivo. Wir folgen der Verde Superior durch mehrere Tunnel, wackelige Brücken und einen steilen Treppenaufstieg bis wir zu dieser verrosteten Brücke kommen. Das Vertrauen ins Material war nicht hoch genug, um auch nur einen Fuß darauf zu setzen. Zur Madre schaffen wir es deshalb nicht - schade, aber der Ausflug in die Wildnis hat sich trotzdem gelohnt, denn hier war es wirklich still und einsam.





Wieder zurück auf dem Hauptweg steigen wir die Stufen parallel zum Wasserfall hinunter, der zur Madre der Levada do Calderão Verde gehört. Wir nähern uns dem donnernden und spritzendem Wasser soweit es geht, ohne komplett durchfeuchtet zu werden. Wie imposant muss das erst im Winter sein!



Der Rückweg wird lang, aber der Besucherstrom, der uns entgegenkommt, dünnt sich allmählich aus. Im grünen Kessel machen wir nochmal kurz Halt, doch wenn man weiß, was hier vor nicht allzu langer Zeit passiert ist, ist das kein Ort für eine entspannte Pause. Mir ist es hier ein wenig unheimlich - außerdem ist der Zugang ja ohnehin verboten.



Im warmen Licht des Nachmittags ziehen wir Schleife um Schleife Richtung Queimadas und weiter bis Pico Redonda, wo unser Auto steht. Als wir ankommen haben wir ein bisschen das Gefühl einen richtigen Urlaub gemacht zu haben. Dabei sind wir nur eine Stunde von zuhause weg. Das gibt es eben nur auf Madeira!



Fazit: eine wunderschöne Levadawanderung, aber einfach viel zu überlaufen. Der schönste Abschnitt an der Levada do Calderão Verde Superior verläuft überwiegend ohne Sicherungen

Gehzeit ab Pico Ruivo mit allen Abzweigen: 9 h 

Höhendifferenz: ↘ 920 m