28 Oktober 2021

Chao da Ribeira - Mangas de Felipe

Chao da Ribeira/Seixal - Mangas de Felipe - PR 13 - Vereda da Cavaca - 11,1 km

Etliche Jahre habe ich den steilen Aufstieg über die Mangas de Felipe beäugt, aber es war klar, dass wir da nicht ohne Guide hochkommen. Dass wir nun gleich drei für unser kleines Abenteuer hatten, war nicht geplant. Wir hatten - wie immer, wenn wir Führung brauchen - Márcio von den madeirawonderhikes.com gebucht. Dass sein Sócio Jorge mitkommt ist schon fast die Regel, diesmal war aber noch der Caminheiro Barbeito als Unterstützung mit von der Partie. Das bedeutet für die Tour: zwei suchen den Weg, hacken, sichern - zur Not auch mit temporärem Seil, und einer passt auf, dass ich nicht verloren gehe.

Was ich heute gelernt habe: "mangas" sind nicht nur Früchte (Mangos nämlich) oder Ärmel (das ist die übliche Übersetzung), sondern mangas sind ganz schmale Pfade unterhalb von Felswänden. Davon gibt es viele! 

Und weiter: wackelige Steine, davon gibt es auch reichlich, heißen "pedras desequilibradas"

Und, dass die Mangas de Felipe die schwierigste Tour überhaupt ist, um aus dem Hochtal Chão da Ribeira herauszukommen. Also ist hier höchst selten jemand unterwegs, was die schwierige Wegfindung erklärt. Es gibt zwar Baummarkierungen, aber Wind und Wetter, Erdrutsche und Baumbruch verändern die Fährte Jahr um Jahr.

Hier sind die Bilder, die glücklich machen, wenn man es geschafft hat.



































Der Aufstieg ist geschafft! Es war anstrengend, teilweise schwierig, aber mit Márcio, Jorge und Barbeito fühlten wir uns immer sicher. 
Weil die Wolken langsam sinken, machen wir ohne Pause gleich den Abstieg über die Vereda da Cavaca. Nach der eben bestandenen Herausforderung ist das ein Kinderspiel: ca 800 m  in 4 1/2 Stunden rauf und in 1  1/2 Stunden wieder runter.




Fazit: mit der nötigen Madeira-Wandererfahrung ein tolle Tour, aber VORSICHT: niemals alleine und am besten mit den Jungs von https://www.madeirawonderhikes.com/





25 Oktober 2021

Calheta - Ponta do Pargo

Estreito da Calheta - Jardim Pelado - Rocha do Lombo - Raposeira - São Lourenço - Fajã de Ovelha - Lombada dos Marinheiros - Lombo - Amparo - Ponta do Pargo - 23,2 km


Es gibt mehrere Möglichkeiten den Bezirk Calheta von einem Ende zum anderen zu erkunden. Da wäre der Caminho Real 23 - caminho-real-23 - , die Levada Nova oder querfeldein. Wir haben uns für die dritte Idee entschieden, um einen herbstlichen Wandertag mit viel Abwechslung zu erleben. Gestartet sind wir in Estreito da Calheta, kreuz und quer durchs Dorf bis zur Ribeira Funda. Bei dieser Durchquerung lassen sich die Bauarbeiten am Tunnelprojekt nach Jardim do Mar beobachten. 


Wieder oben angekommen in Jardim Pelado/Prazeres müssen wir erstmal mit der Straße vorliebnehmen. In diesem Ortsteil ist der Bauboom ausgebrochen. Aus den grünen Weiden, die jäh an der Klippe enden, werden nach und nach Betonwüsten. 


Wir lassen das schnell hinter uns und erreichen bald den Caminho Real 23. Mit Blick auf Paúl do Mar ist die Welt für uns wieder in Ordnung. Der sehr gepflegte, breite Pflasterweg bietet immer wieder phantastische Aussichten. Beim Hinweis „Maloeira“ zweigen wir nach rechts ab und erreichen nach kurzem Tunnel die Furt an der Ribeira Seca. Um nicht die große Schleife über Maloeira laufen zu müssen, ist beim Aufstieg auf einen Trampelpfad nach links zu achten. Dieser verbindet die Vereda da Maloeira und die Vereda da Raposeira. Danach geht es auf einem ziemlich ruppigen und rutschigen Abstieg hinunter zur Ribeira da Cova und ein bisschen zugewachsen auf der anderen Seite wieder hoch. Der weitere Weg bis zum Pico das Bodes ist in gutem Zustand. Dort, auf meinem Lieblings-Miradouro ist Halbzeit, 10 km/3 Stunden inclusive Kaffeepause.


Über den Caminho do Aviceiro geht es weiter nach Raposeira do Serrado, um von dort den schönen Weg nach São Lourenço einzuschlagen. Wer sich nach Herbstfeeling sehnt, ist hier genau richtig. Der Weg wird von mächtigen Eichen und Kastanien gesäumt, und es lässt sich wunderbar durchs Herbstlaub rascheln. 


In São Lourenço erkunden wir ein paar Veredas und Caminhos, die wir noch nicht kennen, statten der renovierten Kapelle (leider verschlossen) einen Besuch ab, kommen an der Butterfabrik und der Büste ihres Gründers, Augusto César de Gouveia, - a-fábrica-da-manteiga-da-fajã-da-ovelha - vorbei und nehmen nach einer weiteren Pause den Weg auf dem CR 23 wieder auf. 


In Lombada dos Marinheiros wechseln wir auf die Levada Nova bis Lombo. Hier ist Madeira immer noch ganz bäuerlich. Am späten Nachmittag wird das Weidevieh versorgt und auf den Feldern gearbeitet. Gebaut wird hier auch, aber zum Glück nur Restaurierungen von Steinhäusern und (noch) keine Betonkästen.


Wir erreichen Amparo und freuen uns über die Bemühungen den Caminho Real sauber zu halten und hoffen, dass das Versprechen der Wiederherstellung der Abschnitte, die nicht unter der Regionalstraßen liegen, eingelöst wird.


Die letzte Etappe laufen wir auf der Vereda do Pesqueiro. Noch liegt der Beginn des Golfplatzes von Ponta do Pargo im Dornröschen- oder besser im Stechginster-Schlaf. Mal schauen, wie lange noch.


Start in Estreito da Calheta

Dschungel mitten im Dorf

Ribeira Seca

"mein" Miradouro

Blick auf Fajã da Ovelha

Capela de São Lourenço


Gründer der Butterfabrik und Retter der Calhetanenses vor der Cholera

Fonte do Amparo am Caminho Real 23


Brunnen in Ponta do Pargo

In Ponta do Pargo sind wir mit einer Freundin zum Essen im Restaurante "O Farolim" verabredet. Nach 23 km und ca. 1000 Metern rauf und runter haben wir uns das redlich verdient. Es war ein wunderschöner Herbsttag!







17 Oktober 2021

Chão da Ribeira - eine steile Runde

Chão da Ribeira - Viveiro das Trutas - Vereda das Feitas - Lombo das Faias - Vereda das Voltas - 6,5 km

Goldener Oktober - ich habe mich auskuriert und kann endlich wieder wandern! Wir fahren nach Seixal und weiter nach Chão da Ribeira. Am Ende des Hochtals ist die Forellenzucht "Viveiro das Trutas", und hier beginnt unsere Runde. Entlang der Levada do Seixal führt der Weg zur Vereda da Feitas. Es gibt verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, wir nehmen den letzten, ausgehend von der Wiese hinter den Forellenbecken.

Levada do Seixal

Einstieg zur Vereda das Feitas


Nach drei Bachquerungen treffen wir auf den Abzweig zum Lombo das Faias. Ab hier geht es nun 600 Meter fast senkrecht bergauf. Die Wanderstöcke werden verstaut, denn nun brauchen wir beide Hände frei. Der Pfad ist mehr oder weniger gut zu erkennen. Meistens ist der Bergrücken so schmal, dass man garnicht anders kann. Wo es breiter wird, muss unbedingt auf Baumzeichen und Absperrungen durch quergelegte Zweige geachtet werden. Ein Track ist hier nicht wirklich zuverlässig, bzw. kann sogar gefährlich werden.

hier beginnt der Lombo das Faias






Ausblick auf Chão da Ribeira

Beginn der Felspassagen









der Felsgrat




Nach den Felspassagen sind noch ca. 200 Höhenmeter zu bewältigen, die wirklich kräftezehrend sind. Zum Glück können wir uns oft an den Wurzeln und dünnen Stämmen der Baumheiden hochhangeln. Auf 1240 m treffen wir auf den Wanderweg PR 13. Eine lange Pause - dann sind wir schon wieder am absteigen. Über die breit ausgebaute Vereda das Voltas gehen wir sehr gemütlich zurück ins Tal. Dort wartet Moritz 

Miradouro an der Vereda das Voltas


Als wir eintreffen ist schon alles aufgebaut, aber wir haben noch ein bisschen Zeit für einen Poncha im "Casa de Pasto Justiniano". Dann beginnt das einstündige Konzert mit dem Quarteto Moritz, bei dem das kleine madeirensische Instrument, die Braguinha, die Hauptrolle spielt. Sehr schön - einfach mal reinhören:





Fazit: sehr schwer! sehr anstrengend! Für den Lombo das Faias braucht es nicht nur absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, sondern auch ein bisschen Klettererfahrung und viel Kraft und Gelenkigkeit.

Wir sind auf diesem Lombo im Mai abgestiegen, das war nicht schwieriger als der Aufstieg. Ich denke, es lag daran, dass wir gut ausgeruht mit dem Abstieg begonnen hatten. Die letzten 200 m, egal ob rauf oder runter haben es einfach in sich, weil die Beine müde werden.

https://paradies-goes-madeira.blogspot.com/2021/05/lombo-das-faias.html


Gehzeit: 5 h

Höhendifferenz: ↗  ↘ 870 m






16 Oktober 2021

Quarteto Moritz - Konzert in Chão da Ribeira

 


Im Rahmen des Blumenfestes finden in diesem Oktober vier Open-air -Konzerte - Concertos da Flor -  auf Madeira statt. Die ersten beiden konnten in Funchal besucht werden, das dritte entsprach mehr unseren Vorstellungen von Konzertgenuss: In Chão da Ribeira, dem Hochtal über Seixal - vor dem wohl idyllischsten Häuschen dieser Gegend. 

Das Quarteto Moritz widmet sich der Braguinha, diesem kleinen Instrument, das als Madeiraimport vor 250 Jahren nach Hawai kam und als Ukulele bekannt wurde. Wer mehr zu dieser Geschichte erfahren will, schaut hier: http://ukulelezeit.de/die-ukulele-auf-madeira/

Es war ein gelungener Abschluss eines wunderschönen Wandertags in goldener Oktobersonne.