04 Juni 2015

neues Hotel in Calheta

Vor einem Monat hat, nach mehrjähriger Bauzeit, das Hotel "Saccharum" in Calheta eröffnet - ein Vier-Sterne-Hotel mit 170 Zimmern, 6 Suiten und 67 Appartements.


Wir haben uns das mal angeschaut: von außen gesehen fügt es sich unaufdringlich in die Küstenlinie ein, von innen ist es für unseren Geschmack viel zu düster.



Die Bar im achten Stock des Hauptgebäudes bietet einen schönen Blick über die Bucht von Calheta...



.... und auch das Spa dort oben sieht sehr nach Entspannung aus.



Das absolute Highlight ist der 25m lange Infinity-Pool


Frei zugänglich ist die zughörige neue Badebucht "Calhau" mit Duschen, Toiletten, Liegenstühlen und Strandbar.



Mal sehen, wie sich der Tourismus und das Treiben in Calheta dadurch verändern wird.


01 Juni 2015

Königstour

Der Geburtstagsmonat ist vorbei, alle Gäste sind wieder abgereist, bei uns ist der Alltag eingekehrt und das bedeutet, dass die Wochenend-Wandertouren wieder aufgenommen werden. Bei optimalen Wetterbedingungen haben wir uns endlich die Königstour vorgenommen: 

vom Pico do Areeiro ( 1818m) auf den Pico Ruivo (1862 m)
Der Höhenweg verbindet über knapp 15 km die drei höchsten Gipfel Madeiras. 




Wir stehen früh auf, denn wir wollen vor den vielen Touristenbussen, den Parkplatz am Pico do Areeiro erreichen. Leider ist die Anfahrt über Monte und den Poiso-Pass gesperrt und wir vertrödeln eine ganze Stunde. Unsere Idee, den Gipfel über die neue Verbindung von Eira do Serrado zu erreichen, beschert uns eine weitere Wartezeit, weil diese Nebenstrecke erst um 9.30 morgens von der Forstpolizei geöffnet wird.
Es ist also bereits kurz nach zehn als wir, wie befürchtet, mitten im Gipfelrummel ankommen. Also fix in die Wanderstiefel und nix wie weg hier.


Bis zum ersten Aussichtspunkt, Miradouro Ninho da Manta, dem Bussardnest, gleicht der Weg noch einer Völkerwanderung, danach treffen wir beim Abstieg auf dem Pflasterweg nur noch vereinzelt Wanderer und zwei größere Gruppen.

der Weg zum Bussardnest

Der Ginster steht in voller Blüte




 Nach dem ersten Tunnel, Pico Do Gato (1600m), wählen wir für den Weg um den Pico das Torres die Ostflanke und sparen uns den kräfteschonenderen Tunnelweg auf der Westroute für den Rückweg auf. Der halbstündige Steilanstieg ist wahnsinnig anstrengend, zumal die Sonne brennt und kein Lüftchen weht. Die zur Mittagszeit üblichen aufziehenden Wolken bleiben heute aus. Bevor der Saumpfad wieder hinunter führt, haben wir zum ersten Mal Sicht auf den Pico Ruivo und die etwas unterhalb liegende Berghütte. 

Ostflanke des Pico das Torres

Am Ausgang eines Tunnels treffen wir auf die Wegführung der Westroute, doch ab hier ist der Weg versperrt. Wir sind in der Versuchung das niedergetretene Band mit der Aufschrift "no go area" zu übersteigen, um mal nachzusehen, ob nur die Seilsicherung weggerissen ist oder der Weg tatsächlich unpassierbar scheint. (Laut offiziellem Zustandsbericht sollte die Wanderstrecke begehbar sein.) Wir müssen kehrt machen, entdecken aber nach der Tunnelpassage die provisorische Umgehung. 
Statt knapp 50 m Pfad entlang der östlichen Felsflanke - nur eine halbe Stunde vom Gipfel entfernt - geht es nun weiter bergab. 


Grob in den Fels gehauene Stufen mit einem Maß von 40-60 cm führen auf der Westseite der Scharte bis auf 1500m hinunter. Der Aufstieg ist ähnlich mühsam über steile Metalltreppen und sehr alpine Kraxeleien. Die provisorische Wegführung ist aber durchgängig gut mit Drahtseilen gesichert. Auf dem Kamm können wir unsere gesperrte Schikane gut erkennen: der Felspfad ist über mehrere Meter verschüttet bzw komplett in die Tiefe gerissen.




 Noch ein kurzer heftiger Abstieg und wir haben den Pflasterweg, der hinauf zur Berghütte Pico Ruivo führt, erreicht. Oben angekommen haben wir uns eine längere Pause mehr als verdient. Piet macht gleich noch rucksacklos einen Gipfelsturm, ich spare meine Kräfte für den Rückweg.

Blick vom Pico Ruivo nach Westen auf Paúl da Serra

Blick vom Pico Ruivo nach Osten auf den Pico do Areeiro


Diesmal nehmen wir die Westroute und passieren mehrere Tunnel unterschiedlicher Länge und spektakuläre in die Felswand des Pico das Torres geschlagene Wegstücke. Nach dem sechsten Tunnel öffnet sich der Blick tief hinunter ins Nonnental mit seinen terrassierten Feldern.




Dann müssen wir noch mal einen sehr steilen Anstieg hinauf zum Pico do Areeiro überwinden, bevor wir unsere Tour nach gut sieben Stunden glücklich, aber geschafft beenden.





Fazit: die anstrengendste, aber schönste und spannendste Tour, die wir bisher gegangen sind. Der Ginster steht jetzt in Vollblüte und zusammen mit den Margariten und dem blauen Natternkopf, sind die Blütendüfte ein Wegbegleiter bis hoch zu den Gipfeln. Unbedingt wieder!






08 Mai 2015

Estradas Antigas

Die alten Küstenstraßen an der Nordküste sind teilweise wieder frei gegeben. Zwar nicht für den Autoverkehr, aber zu Fuß lassen sich etliche Kilometer erkunden.





...so schön aufgeräumt und sauber gemacht geht es hinter Sao Vicente los – in Richtung Seixal.


Doch wo Wasserfälle auf die Straße donnern, sieht es schon nicht mehr nach Sonntagsspaziergang aus.


...und hier sollte man wirklich nicht mehr weiter gehen! Wir umfahren die gesperrte Strecke via Tunnel und haben noch mal einen sehr pittoreske Straßenabschnitt mit einigen botanischen Highlights vor uns.






Diese Schlucht wird zu Fuß über die gemauerte Bogenbrücke gequert, mit dem Auto geht es zwischen zwei Tunnel über die neue Betonbrücke,


...denn hin wieder liegt ja doch ein dicker Brocken im Weg.



Auf der "alten" neuen Straße von Seixal nach Ribeira Funda gibt es dann doch plötzlich unerwarteten Autoverkehr durch einen hohen hell beleuchteten Tunnel. Außerdem werden wir ein bisschen nass.

bald geht's weiter..... bis Porto Moniz









06 Mai 2015

Vereda Encumeada - Kammwanderung

Seit drei Jahren möchten wir die alpine Tour vom Encumeada-Pass Richtung Pico Ruivo machen. Nun glaube ich, dass ich soweit bin, meinem Knie und meiner Hüfte die Strecke mit ihren Auf– und Abstiegen zutrauen zu können.


Wir starten mit einem langen Aufstieg und haben bald auf dem Kamm das 360 Grad Panorama über die Insel. Vor uns liegen die Gipfel der höchsten Inselberge, hinter uns sind die Windräder der Hochebene Paul da Serra auszumachen, Richtung Norden begeistert uns die Aussicht über das Tal von São Vicente und im Süden öffnet sich das Ribeira Brava Becken. Wir stehen praktisch im Zentrum von Madeira.











Während unseres weiteren Aufstiegs wechseln wir mehrmals die Kammseite, und damit auch Sonne und Wolken, die kalt und feucht auf der Nordseite aufsteigen. Wir erleben hautnah die Wetterscheide der Insel.



Da unser Auto am Encumeada-Pass wartet, machen wir am Boca das Torrinhas kehrt und werden den zweiten Teil der Tour beim nächsten Mal vom höchsten Berg der Insel, vom Pico Ruivo starten.
Ginge man die ganze Tour hin und zurück müssen 9-10 Stunden eingeplant werden und etwa 1400 Meter im Auf- und Abstieg.





04 Mai 2015

Konzert EcoMusicalis Lauraceae




Im Rahmen des „Artlântico“ organisiert die Musikgruppe EcoMusicalis in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Porto Moniz die Konzertreihe „Ecomusicalis Lauraceae“. Die Musikkonzerte finden im Freien statt, mitten in der Natur, ohne Bühne - mal am Meer, mal in den Bergen. 


Am 1. Mai kamen die Musiker und Zuhörer am Calhau von Achadas das Cruz zusammen. Alleine schon der Zugang zum Konzert war ein besonderes Ereignis, denn man fuhr zunächst von der Küstenklippe mit einer Gondel 450 m in die Tiefe.   


Pro Gondel können 6 Menschen befördert werden, maximal 60 durften insgesamt hinunter - und wir mussten uns hierfür rechtzeitig anmelden. Beim Einsteigen gab es noch eine kurze Aufregung, weil uns der Verantwortliche des Teleferíco nicht auf der Liste fand. Der gute Mann war ob des großen Andrangs sehr gefordert, denn an normalen Tagen nimmt er seinen Lift nur fünf bis zehn Mal in Betrieb. 

Auf einem kleinen Hügel zwischen den ehemaligen Wein- und Gemüsegärten spielte und sang das Duett von EcoMusicalis Lauraceae, wir Zuhörer lagerten rundherum und genossen die einzigartige Atmosphäre, die in der Symbiose von Kunst und Natur entsteht.







Die nächsten Musikkonzerte finden am 21. Juni und 27. Juli statt



Der Eintritt für alle Konzerte ist kostenlos. Mehr über Artlântico und EcoMusicalis Lauraceae findet ihr  auf der Seite von 

und auf deren offizieller Site https://pt-br.facebook.com/Ecomusicalis